Die Bedeutung des Waldes für die Erde

Diese Seite hat scheinbar nichts mit der sozialen Dreigliederung zu tun. Vielleicht finden Sie aber dennoch Zusammenhänge. Der Kampf gegen die weltweite Wüstenbildung und der Kampf gegen die Zerstörung der Wälder hat eine ebensolche Bedeutung für das Überleben der Menschheit hat, wie die Entwicklung einer wirklichen, menschlichen Sozialordnung.

Meine Bewunderung gilt einem unermüdlichen Aktivisten für die Pflanzung von Bäumen in allen Teilen der Erde, dem britischen Forstmann Richard St. Barbe Baker (1889 - 1982). Er hat u.a. die Pflanzung "grüner Wälle" in Afrika, China und Nordamerika unterstützt bzw. veranlaßt. Sein einfaches Motto:
"Wir brauchen mehr Bäume"
Es folgen zwei Zitate von ihm:




Baker

"Der die Landflächen der Erde bedeckende, das Auge erfreuende Baum- und Pflanzenwuchs erfüllt die lebenswichtigen Aufgaben des Pflanzenreichs in der Natur. Die herrlich reiche, farbenprächtige, buntgesteppte Pflanzendecke ist nicht nur dazu da, uns zu nähren und zu erfreuen; vielmehr ist sie lebensnotwendig für die Erde als Großorganismus. Sie ist die erste Voraussetzung allen Lebens; sie ist die Haut der Erde. Der Pflanzenwuchs hat dieselben Aufgaben wie die Haut am Leib des Menschen oder des Tieres." (Baker in "Land of Tané", S. 37)


"Die hemmungslose Gier des Menschen zerstört in fast jedem Teil der Erde das biologische Gleichgewicht. Was wie eine mit unerschöpflichen Schätzen bedachte Erde erschien, wird langsam aber sicher ein ausgeplünderter Planet. Unsere Wälder und Forste, die unersetzliche Lunge unsere Erdorganismus, verfallen in einen mörderischen Tanz des Todes." ("Land of Tané", S. 137)


Sowohl Steiner als auch Baker vergleichen die noch nicht zur allgemeinen Anerkennung gekommenen Organismen (sozialer Organismus und Erdorganismus) mit dem menschlichen Organismus, nicht aus bloßer Spielerei, sondern für die Entwicklung einer richtigen Empfindung.

Auch August Bier (1861-1949), berühmter Chirurg und Waldbauer aus Leidenschaft, sah diesen Zusammenhang. In einem Vortrag sagte er 1933:

"Dabei erkenne ich immer mehr, wie eng verwandt Medizin und Forstwirtschaft sind. Beide haben es mit dem lebenden Organismus zu tun, bei beiden spielen die Fragen des Einflusses der Erblichkeit und der Umwelt eine Rolle. Beide begegnen sich im Stadium der Seuchen und ihrer Bekämpfung..."

Sowohl in der Medizin als auch in der Forstwirtschaft, in seinem 1000 ha großen Privatwald, dem Gut Sauen (ca. 75 km südöstl. von Berlin), verwirklichte er die Grundsätzen des Heraklit (gr. Denker 550 - 480 v.Chr.) und des Hippokrates (gr. Arzt 460 - 377 v.Chr.). Harmonie soll in einer sich ständig ändernden Welt ("alles fließt") erreicht werden, durch die Mischung von Gegensätzen. Er ging auf beiden Gebieten unkonventionelle und zum Teil neue Wege, weshalb er sich zu Lebzeiten trotz seiner Erfolge die Gegnerschaft der Schulmedizin zuzog. Waldbaulich findet das Konzept des Mischwaldes und andere seiner Ziele zunehmend Anerkennung. Genauso die Homöopathie, die er unterstützte.


Beschließen möchte ich diese Zitatenreihe berühmter Aktivisten mit einem im Mai 2002 verstorbenen Brasilianer: José Antonio Lutzenberger (1926-2002). Er war Agronom, kurzzeitig brasilianischer Umweltbeauftragter, Träger des alternativen Nobelpreises und Mitbetreiber eines Recycling-Unternehmens für Industrieabfälle:

"Wir müssen sehen, wie wir den Menschen wieder einen Horizont geben, das sie ihre Welt überhaupt verstehen. Weisheit und Wissen muss doch wieder zusammenkommen und das ist in unserer heutigen Zivilisation gespalten. Wenn wir zu einer Ethik der Ehrfurcht, nicht nur vor dem Leben, sondern überhaupt vor dem Kosmos kommen, dann können wir sehr wohl, eine fantastische Zivilisation entwickeln. Weil wir doch wissen, das die Erde ein lebendiges System ist. Man kann zwar nicht sagen, ein Lebewesen so wie wir, die wir geboren werden, wachsen, altern und sterben. Aber sie ist ein lebendiges System, wie ein Wald. Im Wald leben, wachsen und sterben die einzelnen Individuen aber der Wald als ganzes ist ein dynamisches sich selbst regulierendes System. Wir müssen die Erde so sehen, es ist eine Perspektive. Selbst wenn wir die Erde als Raumschiff sehen, ist das zwar ein besseres Bild als das Bild was die Technokraten, die die Welt nur als Lagerhaus von Ressourcen sehen. Aber auch das Bild der Erde als Raumschiff ist ein schlechtes Bild. Ein Gefährt hat Passagiere, ein Organismus hat doch keine Passagiere! Mein Herz ist doch nicht mein Passagier. Wir sind keine Passagiere, wir sind ein Teil dieses Systems dieses fantastischen Prozesses. Nur indem uns dies bewusst wird, werden wir uns soweit eingliedern, das wir der Sache vielleicht sogar förderlich sein können - oder zumindest lernen, nicht zu sehr zu stören." (aus einem Interview im BR Rundfunk vom 7.11.2001)

Was kann man/frau für Bäume und gegen Wüsten tun?

  • Einfach: Dort wo Bäume fehlen, wo Sandstürme stärker werden, der Grundwasserspiegel sinkt, die Humusschicht wegweht oder wegschwimmt Bäume pflanzen. So einfach wie es in dieser Geschichte erzählt wird. Sicher ist dies nicht jedem selbst möglich. Auch muß eine Aufforstung gut geplant und regional betreut und gepflegt werden. Aber mittlerweile gibt es einige Initiativen, die für finanzielle und persönliche Hilfe dankbar sind. Hier einige Projekte:
    www.mir.org/greenbelt/deutsch/initiat.htm
    www.baeume.de
    www.pro-regenwald.org/prj_prj4.php
    www.china-embassy.ch/ger/24639.html
    www.abtei-muensterschwarzach.de
  • Neben direkter Hilfe für Aufforstung sollten wir Industrienationen unseren Flächenverbrauch, die Versiegelung, die Überbauung verringern bzw. rückgängig machen. Setzen Sie sich für Entsiegelung und sparsamen Flächenverbrauch ein.
  • Kaufen Sie kein weißes Papier, nutzen Sie Recyclingpapier!
  • Unterstützen Sie die Zertifizierung von Forstflächen, d.h. kaufen Sie Holzprodukte mit einem vertrauenswürdigen Siegel für nachhaltigen Waldbau (z.B. das vom Forest Stewardship Council, mehr Informationen dazu auf deren Homepage hier).
  • Fragen Sie für Gartenmöbel im Außenbereich europäisches Robinienholz statt tropischem Teakholz o.a. nach. Auch für Teak aus Plantagen mußten Flächen gerodet werden. Außerdem spart es Transportenergie, fördert die heimische (Forst-)Wirtschaft und hält recht lange ohne Behandlung.
  • Was europäisches Holz leisten kann, wenn man es zum richtigen Zeitpunkt erntet, können Sie von dem Österreicher Erwin Thoma, Förster und Holzhändler, erfahren. www.thoma.at




       










Bier








Lutzenberger



































Schließlich bitte ich Sie, sich für eine assoziative Wirtschaft im Sinne der sozialen Dreigliederung einzusetzen. Helfen Sie die Dreigliederung bekannt zu machen. Erst wenn Arbeit und Einkommen getrennt sind, erst wenn weltweit die "Waldwirte" für Ihre Leistung einen gerechten Preis bekommen, erst wenn international das Rechtsleben die Wirtschaft in die Schranken weist, besteht Hoffnung für das Überleben des Waldes.