Menschen und soziale Dreigliederung



Anfangsbuchstaben des Nachnamens:

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M

N | O | PQ | R | S | T | U | V | W | XYZ


Allgemeine Erläuterungen:

Hier finden Sie biografische Beschreibungen von rund 250 Menschen, die die soziale Dreigliederung bedeutsam fanden/finden oder sich aktiv an deren Entwicklung beteiligten/beteiligen. Bei dieser Entwicklung hat die Aufklärung in Wort und Schrift eindeutig das Schwergewicht.
Es finden sich auch Menschen, die vor oder unabhängig neben der eigentlichen Dreigliederungsbewegung Einzelaspekte entwickelten/entwickeln.

Die Aufstellung stellt ein vorläufiges Arbeitsergebnis dar, daher betone ich die Unvollständigkeit. Ich werde daran weiter arbeiten und freue mich über Vorschläge, damit sich die Dreigliederer immer besser kennen lernen.


Erläuterung zum Δ :
Δ : Dieses Dreieck vor einem Namen bedeutet, daß die Angaben spährlich sind oder fehlen und ich mich hier über Mithilfe besonders freuen würde. So werde ich jeden Eintrag nach entsprechender Mitteilung korregieren, ergänzen oder auf berechtigten Wunsch löschen.


Erläuterung zur Abkürzung "kim":
Ich verweise gern auf die Dokumentation der Forschungsstelle Kulturimpuls. Dort finden Sie Biographien, Bilder, biografische Daten zu über 1300 Personen, die die Geschichte der Anthroposophie im 20. Jahrhundert geprägt haben. Darunter auch Dreigliederer, die ich nicht oder nur unvollständig erfasst habe. Ein externer Verweis mit der Bezeichnung "kim" für Kulturimpuls ist entweder im Namensverzeichnis oder in den Biografien aufgenommen, womit Sie auf die jeweilige Biografie gelangen.





Nachnamen:



A
Pietro Archiati
ΔGerold Aregger


B
ΔRudi Ballreich
Owen Barfield
Martin Barkhoff
Wilhelm Ernst Barkhoff
Erhard Bartsch
ΔGünter Bartsch
Moritz Bartsch
Gerhard von Beckerath
ΔBernhard Behrens
Eckhard Behrens
Theodor Belte
Yeshayahu Ben-Aharon
Hermann Benjes
Eugen Benkendörfer
Max Benzinger kim
ΔElisabeth Bessau
Joseph Beuys
ΔHagen Biesantz
Hans Christoph Binswanger
Rasmus Bjerregaard
Wilhelm von Blume
Karl-Dieter Bodack
ΔD. Olaf Böhm
Peter Boock
Roman Boos
Lex Bos
Werner Breimhorst
Dieter Brüll
Ramon Brüll
ΔThomas Brunner
Hans Büchenbacher kim
Karl Buchleitner
Christopher Houghton Budd
ΔRainer Burkhardt
Josef Busch


C
Georg F. von Canal
ΔGisela von Canal
Alexander Caspar
Sylvain Coiplet
Ralph Courtney kim
ΔMoritz Christoph
Christian Czesla


D
John Davy kim
Karl-Heinz Denzlinger
Marc Desaules
Friedrich Doldinger kim
Reto Doppmann
Franz Dreidax
Eugen Dühring
Daniel N. Dunlop
Edgar Dürler


E
Michael Ende
ΔReinhart Engelen
Albert Engelsman kim
Heinrich Eppinger kim
Jürgen Erdmenger
Ernst Etienne kim
Friedrich Eymann


F
ΔDominik Fette
ΔWolfgang Filc
ΔAndreas Flörsheimer
Otto Fränkl kim
Dieter W. Frei
Hellmut Frowein kim
Erhard Fucke


G
ΔThomas Gädeke
Swiad Gamsachurdia kim
Roland Geitmann
ΔChristian Gelleri
ΔHeinz Genswein
St. Germain
Silvio Gesell
Fried Geuter kim
ΔReinhard Giese
Friedrich Glasl
Jens Göken
Fritz Götte
Alfred Groff
Trauger Groh


H
Frederick Heckel kim
Gerald Häfner
Helmut Hagenauer
Herbert Hahn
Dark Hammerskjöld
Benediktus Hardorp
Berthold Hasen-Müller
Konradin Haußer
ΔFriedrich Häusler
ΔDavid J. Heaf
Wilfried Heidt
Michael Heinen-Anders
Johannes Heinrichs
ΔJens Heisterkamp
ΔAlbrecht Hemming
Arnold C. Henny kim
Rolf Henrich
ΔDieter Henrichs
Günter Herrmann
Udo Herrmannstorfer
ΔRalf Hesse
Karl Heyer
Jobst v. Heynitz
Herbert Friedrich Hillringhaus kim
ΔHans Hintze-Tanner
Leif Holbaek-Hanssen kim
Ernst von Hippel
Wilhelm von Humboldt


I
Sigurd Ibsen
Karl Ingerø
Arnold Ith kim

J
Axel Janitzki
Daniel T. Jones


K
ΔBettina Kalambokis
Manfred Kannenberg-Rentschler
Rolf Kerler
Gerhard Kienle kim
Anton Kimpfler
ΔMichael Kirn
Heinz Kloss
ΔNikolaus Koch
Henning Köhler
Eugen Kolisko
Ake Kumlander kim
Karl König
Josif Korac
Dieter Koschek
ΔKarl Kossmann
Ingo Krampen
Rudolf und Clara Kreutzer
ΔMartin Kriele
Bruno Krüger
Walter Kugler
Hans Kühn
Walter Kühne
Karl Künstler
Gotthart von Kürthy
Mathias Küster

L
Ina und Markus Landt
Wolfgang Latrille
Friedrich und Jutta Lauer
Hans Erhard Lauer kim
Stefan Leber
Joseph Emanuel van Leer kim
Emil Leinhas
Otto Lerchenfeld
Edtih Brend Lewis kim
Bernard Lievegoed
Christof Lindenau
Christoph Lindenberg
ΔEugen Löbl
ΔLutz von Lölhöffel
ΔHugo Lüders
ΔErnst Lutterbeck
ΔJoachim Luttermann


M
Claude de Saint-Martin
Peter Mackay
Thomas Mayer
John Henry Mackay
Hermann Mahle kim
ΔChristian Matthiessen
Alfred Meebold
ΔPeter Meister
Adolf Messmer kim
Thomas Meyer
Emil und Berta Molt
José del Monte
Ulrich Morgenthaler
Hans Müller-Wiedemann kim


N
ΔAndreas Neider
Wilhelm Neurohr
Monika Neve


O


PQ
Helmut Peltzer kim
Nicanor Perlas
Ehrenfried Pfeiffer
Ludwig Polzer-Hoditz


R
Rainer Rappmann
Walter Rau kim
ΔHeidjer Reetz
Hugo Reimann kim
Ammon Reuveni
Alfred Rexroth kim
ΔMichael Rist
Renate Riemek
ΔUlrich Rösch


S
Harrie Salman
ΔChristopher Schäfer
Wolfgang Schickler
Peter Schilinski
Franz Schily kim
Konrad Schily
Otto Schily
Albert Schmelzer
Manfred Schmidt-Brabant
Wilhelm Schmundt
Francisco Schneider kim
Peter Schneider
Rainer Schnurre
ΔSebastian Schöck
Hans-Georg Schweppenhäuser
Peter von Siemens kim
Ota Sik
Henri de Saint-Simon
Wladimir Solowjow
Harald Spehl
Dietrich Spitta
Alexander Strakosch
Carl Stegmann
ΔBjörn Steiert
Heinrich Stein
Walter Johannes Stein
Rudolf Steiner
Max Stirner
Christoph Strawe
Willy Storrer kim
Dieter Suhr


T
ΔJohannes Tautz
Boris Tullander kim
Sissi S. Tynaes-Schmidt kim


U
Ernst Uehli
Carl Unger
ΔUwe Urbschat


V
Walter Vegelahn kim
Hans von Veltheim-Ostrau kim
Carl Vett kim
Immanuel Vögele
Diether Vogel
Heinz-Hartmut Vogel
Lothar Vogel
Hanns Voith
Hans Vollmer kim


W
Guenther Wachsmuth kim
Wolfgang Wachsmuth kim
Arfst Wagner
Kurt Walther kim
ΔPeter Wassmer
Ursula Weber
ΔWolfgang Weirauch
ΔWolfgang Weymann
Michael Wilhelmi
Folkert Wilken
Hartwig Wilken
ΔJustus Wittich
Herbert Witzenmann kim
Siegfried Woitinas


XYZ
Yves d' Alveydre
Josef Edmund Zimmermann
Rudolf Zoeppritz kim
ΔRobert Zuegg







Pietro Archiati (1944)
Pietro Archiati, geboren 1944 in Brescia (Italien). Studium der Philosophie und Theologie. Als Volksschullehrer in Laos und als Ordenspriester in New York unter anderem innerhalb der Marriage-Encounter-Bewegung tätig. Einsiedler am Comer See: dort entscheidende Begegnung mit dem Werk Rudolf Steiners (1977). 1981-85 in Südafrika als Dozent in einem Priesterseminar und zuständig für Erwachsenenbildung als Vertreter der Geisteswissenschaft. Seit 1987 freiberuflich als Kursleiter und Vortragender in Deutschland und anderen Ländern tätig.
verschiedenste Veröffentlichungen, z.B. "Jahrtausendwende - Menschheit Wohin?", "Geld ist gut, Vertrauen ist besser"...

"Die spezifische Aufgabe Europas, welches sich ein Karma in der kulturellen Mitte zwischen den beiden großen Qualitäten des Ostens und des Westens ausgesucht hat, besteht eben darin, sich moralisch für die Dreigliederung des sozialen Organismus - ein umfassendes apokalyptisches Phänomen! - verantwortlich zu fühlen. Mit der Dreigliederung würde sich das soziale Gefüge in der Welt allmählich von Grund auf ändern, und hier liegt, was unsere Zeit betrifft, die einzige wirkliche Rettung der Menschheit. Rudolf Steiner sagt dazu: Entweder gliedert die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten den sozialen Organismus bewusst und frei in diese drei Grundbereiche und hält dieselben deutlich voneinander unabhängig, oder es wird zu einer Katastrophe nach der anderen kommen. Eine weitere Alternative gibt es nicht. " Jahrtausendwende, Verlag Freies Geistesleben, 1997, S.90

s. auch www.archiati-verlag.de


Gerold Aregger (1950)
Schulzeit in Luzern, Studium der Sozialwissenschaften, 1974 abgeschlossen (lic.rer.pol), drei Jahre in verschiedenen Alternativgruppen gelebt, Auseinandersetzung mit Steiner und Dreigliederung, wichtige Begegnung mit Freunden, dann nach Bern, Mithilfe beim Aufbau der Genossenschaft Teestübli Bern

Redaktionsmitglied bei der Zeitschrift "Jedermensch" seit 1976
Redaktion der Zeitschrift "Gegenwart" (Schweizer Zeitschrift für anthroposophisch Engagierte und Basisbewegte (6 Ausgaben/Jahr)



Rudi Ballreich (1955)
Geboren in Erdmannhausen, D. Nach einer künstlerischen Ausbildung sowie einem theologischen und pädagogischen Studium 14 Jahre Tätigkeit als Lehrer und im Schulmanagement. In dieser Zeit Aufbau und 12-jährige Leitung eines erlebnispädagogischen Zirkus-Unternehmens. Publikationen zu pädagogischen Fragen. Aus- und Weiterbildungen in Psychotherapie (Gestalt), Gruppendynamik und Organisationsentwicklung. Seit 1994 als Berater und Trainer tätig. Ab 1998 Mitglied von Trigon. 2002 Mitbegründung Trigon München. Verheiratet, 2 Kinder, lebt in Stuttgart.


Owen Barfield (1898 - 1997)
Englischer Rechtsanwalt und Philosoph
Englische Barfieldseite hier
Ein Artikel in Info3 von Elmar Schenkelhier



Martin Barkhoff (1951)
geboren in Wattenscheid, Abitur an der Bochumer Waldorfschule, Jurastudium in Berlin, Rechtsanwalt in Berlin, Mitglied der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum seit 1974, verschiedene Veröffentlichungen in Zeitschriften

  
Wilhelm Ernst Barkhoff (1916 - 1994)
Bochumer Rechtsanwalt, Notar, Fachanwalt für Steuerrecht und Mitbegründer der GLS Bank. Er hat erste Einrichtungen auf dem Weg zu einem Nutzungseigentum und neue Formen von Schenkungen verwirklicht. Im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband war er beratend und gestaltend tätig. Auch war er Vorstandsmitglied in der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland.
Veröffentlichungen: "Wir können lieben, wen wir wollen." (Verlag Freies Geistesleben, TB, 176 Seiten, 1995)

s. auch kim


Erhard Bartsch (1895 - 1960)
Als Sohn von Moritz Bartsch in Schlesien aufgewachsen, nahm Erhard Bartsch als aktiver Offizier und Flieger am ersten Weltkrieg teil. Anschließend wurde er zunächst Redner für die Dreigliederungsbewegung in Oberschlesien. Nach Beendigung dieser Aktion wurde er Landwirt und Tierzuchtleiter auf dem Koberwitzer Gut des Grafen Carl von Keyserlingk. Es folgte ein Studium der Landwirtschaft an der Universität Breslau mit Promotion. 1922 bereits brachten Ernst Stegemann, Erhard Bartsch und Immanuel Vögele bei Rudolf Steiner die Bitte um einen grundlegenden Fachkursus für Landwirte vor. Erst als Otto Graf von Lerchenfeld und Ludwig Graf von Polzer-Hoditz sich hinzugesellten und ferner aus weiteren jüngeren Landwirten ein regelrechter Vorbereitungskreis entstand, kam es 1924 zum landwirtschaftlichen Kursus in Koberwitz. 1927 - nach Beendigung seines Studiums - begann Erhard Bartsch auf eigenem Betrieb "in Marienhöhe" bei Bad Saarow/Mark "das Neue zu erproben und zwar auf einem Boden, der mit seiner beinahe wüstenhaft sandigen Struktur und spärlichen Vegetation die denkbar schwierigsten Voraussetzungen für das gewagte Experiment bot. Diese tapfere Pioniertat führte... zu so überzeugenden Resultaten, daß jeder Besucher nur staunend feststellen konnte, wie einzigartig die neue Methode... aus der sprödesten Erde gesunde Frucht gewinnen konnte. Aus vielen Ländern kamen Interessenten, dies Phänomen zu erleben und zu bewundern" (Guenther Wachsmuth). Er gab ferner die "Monatsschrift Demeter" heraus, wurde Gründer der "Demeter-Arbeit" und 1937 Leiter des damals gegründeten "Reichsverbandes für biologischdynamische Wirtschaftweise". 1941 war E. Bartsch vorübergehend in Berlin im Gefängnis Alexanderplatz inhaftiert, war aber dann als Hauptmann im Luftfahrtministerium tätig. Nach dem Kriege erfolgte ein kurzer Versuch, die Arbeit auf Gut Marienhöhe fortzusetzen. Dann aber übersiedelte E. Bartsch, der bereits vor dem Kriege Hemma Wurzer geheiratet hatte, nach St. Veit an der Glan in Kärnten und übernahm den Wurzerhof, der nun zu einem hervorragenden Beispiel biologisch-dynamischer Arbeit in Österreich wurde. Hier hat E. Bartsch bis zu seinem überraschenden Tode 1960 gewirkt.
Nach Franz Dreidax in Mitteilungen 1960.

Veröffentlichungen:
Die Not der Landwirtschaft. Ihre Ursachen und ihre Überwindung. Berlin 1927.
Vom Wesen des Betriebsorganismus.
Der Erbhof Marienhöhe. Goslar o. J



Günter Bartsch
geboren in Schlesien, Soldat, nach dem Ende des 2. Weltkrieges am Wiederaufbau der Gewerkschaften beteiligt, 1947 beitritt zur KPD, 1953 Ende der kommunistischen Aktivitäten, Studium in dreijährige Abendschule, seit 1962 Journalist, Schriftsteller, Historiker

viele Veröfftentlichungen, z.B. Vom Kronstadt- zum Achbergerlebnis, Achberg 1977



Moritz Bartsch (1869 - 1944)
Früh war er als Knabe seinen Lehrern aufgefallen, so daß sie ihm den Weg ins Lehramt bahnten. Schon in den neunziger Jahren schloß er sich der Theosophischen Gesellschaft an. Im Jahre 1908 erlebte er Rudolf Steiner in Breslau in einem öffentlichen Vortrage zum ersten Male. Bartsch hatte bereits ein Büchlein über Kants Erkenntnistheorie veröffentlicht. So machte er Einwendungen, auf die Rudolf Steiner in tiefschürfender Weise einging. Das Studium der "Philosophie der Freiheit" fiel ihm nicht leicht. Aber noch 1908 übernahm Rektor Bartsch, der sich als Vorsitzender der Breslauer Lehrervereins sowie als Redner vor Lehrerversammlungen einen Namen gemacht hatte, die Leitung der anthroposophischen Arbeit in Breslau. Durch den unermüdlichen Einsatz seiner Person entwickelte sich in Breslau ein bedeutendes Zentrum der Anthroposophischen Gesellschaft. In der Provinz traten zahlreiche junge Lehrer, deren Ausbildung Bartsch geleitet hatte, für Anthroposophie und Dreigliederung ein. Der Höhepunkt seines Wirkens war die Zeit der Oberschlesienabstimmung 1921. Rudolf Steiner hatte zu dieser Gelegenheit im Januar 1920 den "Oberschlesischen Kurs" gehalten, welcher Inhalte für eine Rednergruppe gab, die im Sinne der Dreigliederung in Oberschlesien dann auftrat. In den ersten Monaten des Jahres 1925 unternahm Rektor Bartsch auf besonderen Wunsch Rudolf Steiners eine Vortragsreise, die ihn durch ganz Deutschland und in die Tschechoslowakei führte. Nach Marie Steiner in Nachrichtenblatt, 1944.

Veröffentlichungen:
Populäre Philosophie, Bd. 1, II, Breslau 1910/12.
Die Freiheit in der Geistesswissenschaft Dr. Rudolf Steiners. Berlin 1914.
Der Siegeszug des deutschen Geistes. Breslau 1915.
Vom Denken zum Geist. Breslau 1918.
Der dreigliedrige soziale Organismus. Breslau 1921.
Freiheit und Gemeinschaft. Breslau o. J.
Opferfeuer. Breslau o. J.

s. auch kim


Gerhard von Beckerath (1925)
Dr. Beckerath lebt in Pforzheim, ist Unternehmensberater und Sozialtherapeut auf dem Gebiet der "Organisationsentwicklung". Das ist die Entwicklung von sozialen Organismen (Unternehmen aller Art, Abteilungen, Kollegien usw.) und der sie bildenden Menschen in der täglichen Zusammenarbeit und in den damit verbundenen Schwierigkeiten und Lernmöglichkeiten.


Bernhard Behrens
Veröffentlichung:
Der Mensch - Bildner des sozialen Organismus, Umriß einer anthroposophisch orientierten Soziologie, Hamburg 1958



Eckhard Behrens (1937)
Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Tätigkeit beim Bundeskartellamt, beim "Bund freier Waldorfschulen" und an der Universität Heidelberg;
seit 1957 Mitarbeiter im Seminar für freiheitliche Ordnung, Bad Boll,
seit 1987 1. Vorsitzender, Mitautor der "Fragen der Freiheit"



Theodor Beltle (1913)
Langjährige Leitung eines Industrieunternehmens, Aufbau einer Wirtschaftswissenschaft auf der Grundlage des erkenntnistheoretischen Werkes Rudolf Steiners.

Veröffentlichungen: Theorie der assoziativen Wirtschaft, Berlin 1979.
Die Krise - Folge eines Denkfehlers der klassischen Ökonomie über das Sparen, Frankfurt 1984.
Die Funktion der Wirtschaft in Theorie und Praxis, Berlin 1962.



Yeshayahu (Jesaiah) Ben Aharon (1955)
geb. in Kibbutz Givat-H’aim/Israel; verheiratet, zwei Kinder, wohnhaft in Harduf. 1980 Begründung des anthroposophischen Kibbutz Harduf als Teil der Kibbutz-Bewegung. 1995 Studium in Haifa, Dissertation zum Thema: Der erkenntnistheoretische Begriff des „Ich“ in Edmund Husserls Phänomenologie. Seit 1997 beratend tätig für verschiedene soziale Organisationen in den USA. 1998 Mitbegründer des Global Social Threefolding Action Forum (STAF), des Global Network for Threefolding (Globenet 3), (www.globenet3.org) und 1999 der Israeli Civil Society (ICS), Tel-Aviv (www.civilsociety.co.il; näheres auch hier ).

Veröffentlichungen:
Das spirituelle Ereignis des 20. Jahrhunderts. Eine Imagination. Die okkulte Bedeutung der zwölf Jahre von 1933 bis 1945, Dornach 1994
Die neue Erfahrung des Übersinnlichen. Das anthroposophische Erkenntnisdrama der Wiederkunft, Dornach 1997
Amerikas globale Verantwortung, englisch, Lindisfarne Books, (ISBN 1-58420-018-9; Teil I: Der Schatten der Menschlichkeit - die Übel der Globalisierung, Teil II: Die geistigen Ursprünge der Individualisierung und die dreigliedrige soziale Differenzierung und Integration), 2003, 144 S.



Hermann Benjes (1937- 2007)
Geboren in Drakenburg/Niedersachsen. Gelernter Gärtner, praktizierender Ökogärtner, Anhänger der Permakultur, verlebte Kindheit auf einem Bauernhof, ab 1960 in Schweden, seit 1971 in Bickenbach bei Darmstadt, Erfinder der Benjeshecke, einem einfachen und erfolgreichen Naturbelebungs- und Vernetzungsweg
1991 hat sich Benjes der Freiwirtschaftsbewegung Gesells angeschlossen und auch ein Buch darüber geschrieben. Er hat also erkannt: Ökologie und Ökonomie - beide müssen verändert werden. Lesen Sie bei www.muslix.de mehr.



Elisabeth Bessau (1936)
Waldorfschülerin. Staatsexamen in Germanistik und Anglistik; Diplom-Volkswirt. Publikationen und Forschungen auf sozialwissenschaftlichem Gebiet und zur Kunstgeschichte. Vortragstätigkeit.

1974  1985
Joseph Beuys (1921-1986)
Beuys, der schon in recht früh (in den 60igern) die Zeitschrift "Jedermann" bezog, wurde Anfang 1970 von Peter Schilinski besucht und um Unterstützung für die Gründung des INKA (Internationales Kulturzentrum Achberg) gebeten. Dies hat er getan.
1971 gründet er in Düsseldorf die "Organisation für direkte Volksabstimmung", durch die es ihm möglich wird, seinen "erweiterten Kunstbegriff" auf der geistigen Grundlage der Ideen der sozialen Dreigliederung und des anthroposophischen Kunstverständnisses zu propagieren.
1972 nimmt Beuys an der documenta 6 100 Tage ohne Unterbrechung teil. Im Herbst trifft er neben Schilinski auch auf Wilfried Heidt.
1973 nimmt er am 1. Jahreskongress der "Aktion Dritter Weg" teil und lernt dort Wilhelm Schmundt kennen, der auf sein Dreigliederungsverständnis prägenden Einfluß hat. In den folgenden Jahren nimmt er immer wieder an den Sommerkongressen im INKA teil.
1976 kandidiert Beuys zur 8. Bundestagswahl für die Partei AUD (Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher), er erhält immerhin 600 Stimmen, was ihn überaus freut.
1978 am 23.12. erscheint erstmals sein "Aufruf zur Alternative" in der Frankfurter Rundschau. In diesem umfangreichen Manifest formuliert er seine tiefer durchdachten Ideen und Forderungen, deren Deutlichkeit auch ein Ergebnis der Achberger Arbeit sind. Viele dieser Gedanken sind später in das Parteiprogramm der Grünen eingeflossen.
1979 erfolgt die Gründung der Partei die "Grünen", an der Beuys maßgeblich beteiligt war.
1980 planten die Grünen anfangs die nächste Bundestagswahl mit Beuys auf ihrer Landesliste. Bei der entscheidenden Abstimmung scheiterte Beuys aber, da er vielen Parteimitgliedern nicht geheuer war. Dies verbittert Beuys, der sich daher um so stärker der Arbeit seiner "Freien Internationalen Universität" widmet.

Online-Biographien hier und dort
Lesen Sie auch Beuys "Aufruf zur Alternative" von 1978 hier

s. auch kim


Hans Christoph Binswanger (1929)
Kurzbiografien hier und dort
zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.
Interwiew Binswanger/Schöck zum alternden Geld u.a.



Rasmus Bjerregaard (1974)
Er trägt zur deutschen, englischen und skandinavischen Version der Webseite "www.dreigliederung.de" bei. Mitredakteur von Dreigliederung aktuell. Als Übersetzer erschließt er sozialwissenschaftliche Grundwerke Rudolf Steiners für den skandinavischen Raum.
Online-Biografie hier



Wilhelm von Blume (1867 -1927)
Dr., Professor für römisches und deutsches bürgerliches Recht an der Universität Tübingen. Staatskommissar für den württembergischen Verfassungsentwurf von 1919. Abgeordneter im Stuttgarter Landtag von 1922-1924 (DDP). Trat energisch in Rede und Schrift für den Dreigliederungsgedanken ein.

"Von Blume hatte den Aufruf unterzeichnet, ohne Näheres über Rudolf Steiner gewusst, noch ihn bisher gesehen zu haben...Der Aufruf hatte ihn so fasziniert, dass er sogar unserem Komitee (Stuttgarter Aktionskomitee 1919, wb) beitrat"
nach Hans Kühn, Dreigliederungszeit S. 37

"Es sind drei böse Feinde, die diesem deutschen Geist entgegenstehen und die ihm gefährlich geworden sind und die unser Volk an den Rand des Abgrundes gebracht haben. Und sie heissen: Materialismus, Kapitalismus, Imperialismus. Denn es ist nicht wahr, dass alles Leben nur Materie sei und dass der Geist nichts anderes sei als eine Gehirnfunktion. Wir wissen es heute wieder und haben uns doch jahrzehntelang von diesem Gedanken ablenken lassen. Es ist nicht wahr, dass alles gesellschaftliche Leben bedingt sei lediglich durch die Bedürfnisse des Leibes, sondern es ist wahr: der Geist ist es, der sich den Körper baut. Und darum muss alles, was aus jener Auffassung hervorgeht, dass der Geist nichts anderes sei als Materie, es muss mit dieser Auffassung ein Ende gemacht werden restlos im deutschen Volke!

Und wir können es, wir können es, ohne uns zu verlieren in mystischer Beschaulichkeit, wie es der Osten seit Jahrhunderten an sich selbst erfahren musste; wir können es, weil wir Taten auszuführen gelernt haben, und wir müssen den Kapitalismus niederringen. Nicht als ob ich für denkbar hielte, dass wir ohne Kapital bestehen könnten - ja, wir werden sogar bald lernen müssen, mit unendlich wenig Kapital zu arbeiten. Aber was ist denn Kapital anders als ersparte Arbeit. Nicht als ob ich es für denkbar hielte, dass je der Unternehmergeist entbehrt werden könnte in einem Volk. Aber was nicht sein darf, das ist das, der Unternehmergeist wird zum Herrengeiste, der mit Hilfe des Kapitals andere knechtet. Wir erfahren es ja heute nur zu bitter alle miteinander, was dieser Geist der rücksichtslosen Selbstsucht, dieser Geist, der damals glaubte, sich selbst retten zu können auf Kosten anderer, bedeutet für ein Volk; der Geist, der nicht lebte allein in den oberen Schichten, der von dort aus hinuntergedrungen ist bis in die untersten Schichten der Arbeiter und dort dieselben Verheerungen anrichtete, die er in den Führerkreisen leider Gottes geschaffen hat. Aber wir können von diesem Geiste loskommen, und wir müssen von ihm loskommen, und wir werden von ihm loskommen mit dem Augenblicke, wo wir erkannt haben, dass wir einander zu dienen haben, einer dem andern.

Und wir müssen loskommen von dem Geist des Imperialismus, d.h. von dem Übertrag dieser rücksichtslosen Ichsucht auf das Volksleben; von dem Gedanken, dass ein Volk glücklich werden könne nur auf Kosten des Glückes der andern. Wir müssen erkennen, dass auch im Völkerleben es nur möglich ist, im einzelnen das einzelne Volk wahrhaft zu fördern, wenn auch hier der Geist des gegenseitigen Dienens Einzug hält. Es ist wirklich das nicht gemeint als ein Geist der Unterwürfigkeit, als ein Geist der Selbstverachtung. Nein, wahrlich nur wer sich selbst achtet, vermag andere zu achten. Was wir wollen und was wir müssen, das ist, das Bewusstsein erzeugen und in die Welt hinaustragen, dass es unter den Völkern heisst, dass alle für einen und einer für alle da sind. Wahrlich eine unendlich schwere Aufgabe; denn wenn wir auf unsere Feinde heute sehen - ist es überhaupt möglich, daran zu denken, dass wir je mit ihnen wieder werden zusammenarbeiten können? Aber wir müssen, wir müssen versuchen, den Geist, der heute sie beherrscht, zu überwinden. Und wie ist denn das alles möglich? Wenn wir zurückdenken an die grossen Männer, die einst dem deutschen Geiste die Richtung gewiesen haben, und wir brauchen nur um ein Jahrhundert zurückzugehen und zu denken an Goethe, Freiherrn vom Stein und Fichte - und wir wissen, wohin wir gehen müssen. Denn wie Goethe uns befreit hat vom Materialismus, so kann Freiherr vom Stein uns befreien vom Kapitalismus, indem er uns zeigt, dass alles gesellschaftliche Leben abgestellt ist auf genossenschaftlichen Geist, und dass ein Volk leben und wirken kann nur dann, wenn es sich für die besonderen Aufgaben zusammenschliesst zu genossenschaftlichem Körper, dass in Selbstverwaltung jeder seine Aufgabe erfüllt..." Auszug aus einem Vortrag 28.11.1919 in Stuttgart
aaO, S. 228f

s. auch kim


Karl-Dieter Bodack (1938)
Gymnasium, Hibernia-Schule (Facharbeiterprüfung Betriebsschlosser)
Studium des Maschinenbaus in Essen und Stuttgart (Dipl.-Ing.),
Grundlehre an der Hochschule für Gestaltung, Ulm,
Postgraduate Studium Planungsmethodik und Betriebswirtschaft an der University of California in Berkeley, USA (Master of Science).

Entwicklungsingenieur bei der BRAUN AG,
Mitarbeit an einem NASA-Forschungsprojekt in Berkeley, USA,
Freiberufliche Entwicklungsarbeiten für Knoll International, New-York.

Bei der Deutschen Bundesbahn bzw. Deutsche Bahn AG:
Planungsgruppe beim Vorstand (IC-Verkehr, Corporate Design),
Ausbildung im maschinentechnischen Dienst, 2.Staatsprüfung,
Leitung Bahnbetriebswerk Wiesbaden,
Leiter der Fertigung im DB-Werk München-Neuaubing,
Entwicklungsbetreuung Reisezugwagen in Minden,
Marketing Team Knight-Wegenstein (u.a. Neukonzeption InterCity),
Berater Personenverkehr beim Vorsitzenden des Vorstands (Marketingstrategien und -konzepte für neue Produkte und Serviceleistungen),
Konzeption InterRegio und Gründung der PFA, Partner für Fahrzeug- ausstattung GmbH. (aus dem Ausbesserungswerk Weiden),
Leiter Fahrzeuggestaltung im Design-Center der DB in München.

In zeitweiliger Beurlaubung von der DB:
Marketingkonzept und Design des TUI-Ferien-Express für die TUI,
Leiter bei der PFA: Organisationsentwicklung und Unternehmenskultur,
Entwurf der InterRegio-Fahrzeuge und der des Lufthansa Airport-Express.
Management- und Corporate-Design-Beratung u.a. für dm Drogerie-Markt, MBB, Montedison (Italien), tegut, Clinic-Catering-Service.
Konzeption neuer Züge und Dienste für die Norwegische Staatsbahn.
Lehraufträge in den Design-Studiengängen mehrerer Hochschulen,
Vorträge und Seminare in den USA, Spanien, Großbritannien, Schweden, Holland, Polen, Tschechei, Litauen und Rußland.

Seit 1995 ausschließlich freiberuflich:
Design-Management, Marketing Studien und Benchmarking für den Fern- und Nahverkehr der DB AG und der DB Autozug GmbH,
Marketingberatungen der Bayerischen Eisenbahn GmbH., der Schwedischen und der Norwegischen Bahn, Konzeption des "Desert-Express" in Namibia,
In Kooperation mit Schindler/ADtranz: Planung für einen ICE-Autozug,
Sprecher des deutschen Spiegelgremiums in einem CEN-Ausschuss zur Schaffung einer Euronorm zur Beurteilung der Qualität öffentlicher Personenverkehre
Vorstand des "Internationalen Forum Mensch+Architektur",
Eigenverantwortliche Seminare auf Lanzarote und Iona/Schottland,
Beratung von Unternehmen und Initiativen zur Arbeits- und Organisationskultur
Seit 1998: Professur in Coburg: Aufbau eines neuen Studiengangs, der Marketing, Design und Technik integriert, seit 2000: Honorarprofessor.
Verantwortliche Durchführung der Ausstellung "Organische Architektur" in der Philharmonie in Berlin, Mitwirkung an der Produktion einer Fernsehreportage über den "Desert-Express" in Namibia, Veröffentlichung des Buches "InterRegio - die abenteuerliche Geschichte eines beliebten Zugsystems" .

Veröffentlichungen:
-Dreigliederung für die DB?, Juli/August 1991, Die Drei, Stuttgart
-Dreigliederung in der täglichen Arbeit?, Oktober 1991, Die Drei, Stuttgart
-Schritte zur Dreigliederung in einem Industriebetrieb, März/April 1996, Gegenwart, Forum für Kultur, Politik, Wirtschaft, Grünenmatt, CH
-Die Märchen Goethes und Michael Endes als Spiegel unserer Arbeitswelt , 1995, 3. Herner Bildungsforum, Hibernia-Jahrbuch 1995, Herne gleichlautend in: Novalis, Novalis-Verlag, Juli/August 1997 Schaffhausen, CH (s. Worddatei hier)
-Dreigliederung tun, Mai 1998, Das Goetheanum, Dornach, CH
-Dreigliederung für die tägliche Arbeit, Juni 1999, Das Goetheanum, Dornach, CH
-Individualität - Dreigliederung - trimodale Organisationsentwicklung Die Drei, Heft 9, 2000, Stuttgart.
-Dreigliederung in der Praxis, Das Goetheanum Nr.7, 2001, Dornach, CH
Nachhaltig zusammenarbeiten - durch Dreigliederung? Rundbrief, Nr.2, Juni 2002, Stuttgart, Initiative Netzwerk Dreigliederung
-Team, Hierarchie, Delegation - auch in der Schule? Lehrerrundbrief, Nr. 75, Juni 2002, Bund der freien Waldorfschulen, Stuttgart
-Wenn das Rechtsleben unentwickelt ist, wird die Schule unmenschlich! Das Goetheanum, Nr.36, 2002, Dornach, CH
-Selbstverwirklichung als Schlüssel zur Wirtschaft, Zukunftsgestaltung unserer Gesellschaft auf der Basis zunehmender Individualisierung Novalis, Nr. 5/6, 2003, Schaffhausen, CH (s. online-pdf bei www.sozialimpulse.de)
-Grundsätze und Anregungen zur Rechtsgestaltung von Initiativen, Einrichtungen und Unternehmen, Rundbrief, 3, Sept. 2005, Stuttgart, Initiative Netzwerk Dreigliederung Rechtsleben als spirituelle Aufgabe, Das Goetheanum, Nr.41, 2005, Dornach, CH (s. online-pdf hier)
-InterRegio - die abenteuerliche Geschichte eines beliebten Zugsystems 192 Seiten, EK-Verlag Freiburg, 2005, ISBN 3-88255-149-6


Peter Boock (? - 2005)
Veröffentlichung:
Ich und der Grosse Bruder - Wege, die moderne Gesellschaft zu verstehen, Dreihasen Verlag, Elzach Oktober 2000, 2 Bd., 945 S. (auch als Normal- und Zip-Diskette)



Roman Boos (1889 - 1952)
Dr. Boos wurde in Zürich geboren. Die Eltern führten ein Mädchenpensionat. Sie waren schon vor Begründung der Anthroposophischen Gesellschaft Theosophen geworden. Roman Boos ergriff das Jurastudium und promovierte 1916 mit einer Arbeit über den "Gesamtarbeitsvertrag" nach schweizerischem Recht. Rudolf Steiner sagte über diese Dissertation: "Daß dieses Buch gerade für das Brückenbauen zwischen den allgemeinen Betrachtungsimpulsen der Anthroposophie und einem vollständigen Spezialgebiete, dem Rechtsgebiete, mustergültig sei".

Unter dem Eindruck der von Rudolf Steiner im November 1918 gehaltenen Vorträge "Entwicklungsgeschichtliche Unterlagen zur Bildung eines sozialen Urteils" beschließt Roman Boos, sich sofort Rudolf Steiner zur Verfügung zu stellen, "komme, was wolle", Zunächst mußte er aus dieser Verpflichtung heraus nach Stuttgart gehen. Am 25. Januar 1919 gehörte Boos zu einer Dreierabordnung aus Stuttgart, die drei Tage Besprechungen mit Rudolf Steiner hatte. Unmittelbar danach organisierte Boos die vier Vorträge in Zürich, aus denen dann das Buch "Die Kernpunkte der sozialen Frage" entstand und am 2. Februar 1919 händigte Rudolf Steiner den drei Stuttgarter Abgeordneten den bekannten "Aufruf an das deutsche Volk und die Kulturwelt" aus. Zunächst übernimmt Boos auf Bitten von Emil Molt die Schriftleitung der Waldorf-Nachrichten. Zeitweise reist er ständig zwischen Dornach, Zürich und Stuttgart hin und her.

Neben dieser fieberhaften Tätigkeit organisierte er für den Herbst 1920 den ersten Hochschulkurs zur Eröffnung des ersten Goetheanum. Sommer 1921 überfiel ihn eine Depression, die ihn für Jahre aus dem Umkreis Rudolf Steiners fernhielt. Erst 1926 finden wir ihn wieder am Goetheanum in der Sektion Marie Steiners tätig. Einige Jahre vor Beginn des zweiten Weltkrieges befällt ihn nochmals eine schwere Depression, während der er Hilfe von Freunden erlebt, so daß er später durch Begründung eines kleinen Industriebetriebes seine äußeren Lebensverpflichtungen erfüllen konnte. Nach dem Kriege war er wieder aktiv. Seine größte Zeit war gegen Ende des Krieges seine Gründung der "Helvetischen Disputationen". Prominente konnten hier ihre Auffassungen in Vortragsfolgen darlegen. Rudolf Steiner hatte ihm geraten: "Werden Sie ein stiller Gelehrter", ein Rat, den Roman Boos schwer gehabt hat, zu befolgen.

Veröffentlichungen:
Der Gesamtarbeitsvertrag nach Schweizerischem Recht. München 1916.
Michael gegen Michel. Basel 1926.
Die Dramatik des Lichts im Werk Matthias Grünewalds. Basel 1928.
Vom Wesen der Anthroposophie Rudolf Steiners. In memoriam Carl Unger. Dornach 1929.
Neugeburt des Deutschen Rechts. München und Berlin 1934.
Goethes Faust in der Dramatik des deutschen Schicksals. Basel 1953.
Thomas von Aquino. Übersetzungen, Aufsätze, Vorträge. Schaffhausen 1959.
als Herausgeber:
Herausgabe von vielen Aufsätzen, Vorträgen, Ansprachen, Besprechungen usw. von Rudolf Steiner z.B. "Soziale Zukunft" (1919-21), "Phänomene und Symptome" (1926/27), "Korrespondenz der Sozialwissenschaftlichen Vereinigung am Goetheanum" (1930-34), "Landwirtschaft und Industrie...", Forschungsring für biol.dyn. Wirtschaftsweise, 1957 (Quelle: S. 348)

s. auch kim


Lex Bos (1925)
Dr. Bos wurde in Djember (Java) geboren, studierte Soziologie und Geographie an der Universität von Amsterdam und arbeitete danach acht Jahre als Mitarbeiter einer Firma für Betriebsberatung. Von 1958 bis 1990 gehörte er zum Team des NPI (Niederländisches Pädagogisches Institut für Organisationsentwicklung in Zeist). Er promovierte mit einer Arbeit über das Thema "Urteilsbildung in Gruppen". Er ist Mitbegründer der Triodos Bank. Bos entwickelte die Methode der dynamischen Urteilsbildung. Bekannt als Vortragender und Schriftsteller.

Veröffentlichungen:
"Was ist soziale Dreigliederung?", Verlag am Goetheanum, 2.Aufl.1984
"Leitbilder für Sozialkünstler", Verlag am Goetheanum, 1996
"Vertrauen Schenken, Über soziale Aufbaukräfte", Verlag am Goetheanum, 1998



Werner Breimhorst (1961)
Gärtner, geboren in Delbrück/Westf., FOS-Reife, Verwaltungsbeamter, 1983 die Antroposophie kennengelernt und von Anfang an besonderes Interesse an der sozialen Dreigliederung verspürt, 1985 ökologisch-anthrop. Siedlungsprojekt "Neue Wege", 1988 Ausbildung, Arbeit als Gärtner und Eintritt in die anthroposophische Gesellschaft,
seit 1995 selbständig im Bereich Gartenpflege in Freiburg
naturnahegartenpflege ,
2002 Aufbau dieser Internetseite



Dieter Brüll (1922-1996)
Waldorfschule bis 1940, Studium Wirtschaftswissenschaften und Politik, Dissertation 1964, 1951-1953 Amerika Institut (Universität v. Amsterdam), 1953 -1983 Dozent Steuerrecht Universität Amsterdam, ab 1974 Ordinarius für Steuersoziologie und Steuerphilosophie, 1967-1974 Extraordinarius an der Katholischen Hochschule Tilburg. Daneben von 1953 - 1974 praktisch in der Steuerberatung tätig.
Er hat sich ab 1938 mit der sozialen Dreigliederung beschäftigt, ab 1972 auf verschiedenen Gebieten aktiv in der Dreigliederungsbewegung, auch als Redner und Dozent, 1976 Mitbegründer der Zeitschrift Info3

Veröffentlichungen: Der Anthroposophische Sozialimpuls, Novalis Verlag, 1984 u.a.

s. auch kim


Ramon Brüll (1951)
Stammt aus Amsterdam, Besuch der Waldorfschule, Studium der Geographie und Geologie, hat die Dreigliederung in der Schule kennengelernt und hat sich 1971 in Achberg (INKA) dafür begeistert. Gründet in Amsterdam eine langjährige Arbeitsgruppe für soziale Dreigliederung, die an vielen Bürgerinitiativen teilnahm und eine anthroposophisch-dreigliedrige Kaffeestube mitbegründete. 1976 folgte durch diese Arbeitsgruppe die Gründung der Monats-Zeitschrift "info3". 1978 nahm er bei seinem Umzug nach Deutschland das Blatt mit nach Frankfurt-Oberursel, wo die Zeitschrift noch immer ihren Sitz hat. Ramon Brüll ist heute deren Geschäftsleiter.


Thomas Brunner
Sozialwissenschaftlich engagierter Künstler, hier mehr


Karl Buchleitner (1919)
Dr. med., geb. in Baden bei Wien. Nach Besuch der dortige Realschule Abitur 1937. Anschließend Militärdienst. Von Kriegsbeginn an als Offizier in einem Flakregiment. Während des Krieges in Nordafrika, vor Tobruk erste Begegnung mit der Anthroposophie, von da ab Beschäftigung mit Goethes naturwissenschaftlichen Schriften. Nach Entlassung aus der Gefangenschaft Studium von Geschichte, Philosophie und Anthropologie in Innsbruck, dort Begegnung mit den Werken von Max Scheler und Arnold Gehlen. Anschließend in Graz Beginn des Medizinstudiums und erneute Begegnung mit der Anthroposophie. Von 1956 bis 1986 Schularzt an der Waldorfschule in Pforzheim. Seit 1960 in eigener Praxis tätig. Während der Auseinandersetzung um das Zweite Arzneimittelgesetz Gründung der Ärztlichen Aktionsgemeinschaft für Therapiefreiheit und seither deren erster Vorsitzender. Seither gesundheitspolitisch tätig, Gründungsmitglied der Hufelandgesellschaft für Gesamtmedizin, die etwa 15.000 biologisch arbeitende Ärzte vertritt, Vorstandsmitglied. Vorstandsmitglied in der Gesellschaft Anthroposophische Ärzte. Angesichts der drohenden Gefahren für die Biologische Von Medizin durch Bürokratie und Wissenschaftsdogmatismus wurde die "Aktion für Biologische Medizin" gegründet. Dr. Buchleitner ist seit Gründung erster Vorsitzender.

Veröffentlichung: »

"Die Gesundheitspolitik in der BRD wird heute als ein Teil der Sozialpolitik angesehen. Dies ist ein folgenschwerer Strukturfehler. Die "Sozialpolitik" sollte streng auf das öffentliche Fürsorgewesen (Sozialhilfe, Grundsicherung; wb) beschränkt sein...(S.133)

Ziel der Gesundheitspolitik im demokratisch verfaßten Staat muß es sein, neben der Sorge für die öffentliche Hygiene, die Eigenverantwortlichkeit der Bürger in gesundheitlichen Fragen zu stärken...(aaO. S.137)"

Herr Dr. Buchleitner gibt auch eine Internetseite heraus, die gegen den drohenden "Tod" der homöopatischen, anthroposophischen und naturkundlichen Medizin kämpft www.abiomed.de


Christopher Houghton Budd
Christopher Houghton Budd is an English economic historian with a doctorate in banking from John Cass Business School in London. He spends much of his time travelling the world giving workshops and providing consultancy.
(mehr www.ae-institute.com/)



Rainer Burkhardt
Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsabteilung des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke (Medizinisch-methodische und medizinisch-ökonomische Grundlagenforschung).


Josef Busch
Mit 17 Jahren Kriegsgefangener in Russland. Als Schwerkriegsversehrter seit 1965 im Südschwarzwald lebend. Josef Busch arbeitet philosophisch-erkenntniswissenschaftlich und engagiert sich für die soziale Dreigliederung. Er war schon 1965 bei den Witthüsgesprächen auf Sylt (s. Ursula Weber oder P. Schilinski) dabei und hat mit seiner Frau den Republikanischen Club in Lörrach gegründet.

Er war 10 Jahre als Dozent am Humboldt-Kolleg in Wangen (Allgäu) und in der Freizeitschule Mannheim-Neckarau tätig. Auch hat er im Rahmen selbstorganisierter Reiseaktivitäten den Dreigliederungsimpuls in Russland, Australien und Frankreich verbreitet.

Veröffentlichung: "Fünf grundlegende Gesetzmässigkeiten der Anthroposophischen Sozialwissenschaft und Sozialkunst"
erhältlich bei Josef Busch direkt in deutscher und englischer Sprache, 30 Seiten, 5 Euro + Porto: Josef Busch, Oberwihl 64, D-79733 Görwihl, Tel. 07754/382



Georg F. von Canal (1958)
Studium der Volkswirtschaft in St. Gallen (CH), Direktor einer Investmentbank
Veröffentlichungen:



Alexander Caspar (1934)
Nach Abschluß des humanistischen Gymnasiums 1953 Eintritt in eine mit der Industrie verbundene Züricher Privatbank. Viele Jahre Mitglied der Geschäftsleitung. Seit 1991 selbständiger Berater.
Veröffentlichungen:
Wirtschaften in der Zukunft
Klett Verlag, 1996 (Alexander Caspar stellt in diesem Buch u.a. dar, daß letztlich alles Wirtschaften auf der Landwirtschaft basiert; dies wird auch mit anschaulichen Zeichnungen illustriert)

Die Zukunft des Geldes
Eine Ergänzung des Autors zu dem vorgenannten Titel, September 2003

Das Neue Geld
2010, 25 Euro, zu bestellen über www.gemeinsinn.net



Sylvain Coiplet (1968)
Er ist seit 1998 hauptberuflich für die soziale Dreigliederung aktiv. Gestaltet die Webseite "www.dreigliederung.de" mit ihren verschiedenen Sprachversionen. Mitredakteur von Dreigliederung aktuell und Leiter des Basisstudiums Soziale Dreigliederung. Gibt eine Reihe sozialwissenschaftlicher Textsammlungen von Rudolf Steiner heraus. Autor vergleichender Studien zwischen sozialer Dreigliederung und anderen politischen Richtungen.
Online-Biografie hier



Moritz Christoph
(Mit-)Redakteur der Internetseite, Ansprechpartner für die Jugendsektion Deutschland und Berlin www.unternehmenlichtblick


Christian Czesla (1949)
Vereidigter Buchprüfer und Steuerberater in Stuttgart. Beratungsschwerpunkte in Gründung, Krise, Nachfolge sowie innerbetrieblicher und überbetrieblicher Zusammenarbeit von Unternehmen und gemeinnützigen Einrichtungen.
Mitarbeit beim Verbund Freier Unternehmensinitiativen und in der Unternehmenswerkstatt in Stuttgart



Karl-Heinz Denzlinger (1930)
Karl-Heinz Denzlinger, Staatsanwalt in Freiburg, daneben Vorsitzender der Carl-Theodor-Welcker-Stiftung, zeigt wenig bekannte, aber ungemein zukunftsorientierte Wurzeln des deutschen Rechtsstaats auf. Er sieht sie im geistesgeschichtlichen, politischen und sozialen Wirken Karl von Rottecks und Carl Theodor Welckers, deren Gedanken in mancher Beziehung der heutigen verfassungsrechtlichen Situation vorausgeeilt sind. Denzlinger kennt und benennt die sozialen Nöte unserer Zeit, aber ebenso das Problem, zwischen schrankenloser individueller Freiheit und durch Staatsmacht beschnittener Entwicklungsmöglichkeit des einzelnen die Mitte zu finden. Dieses Problem durchzieht das ganze politische Denken der neueren Zeit. Daneben erfaßt das Denken durch Jahrhunderte eine Dreiheit von Strukturen, wie sie aus der Welt der Trinität sich herabgesenkt haben. Das trichotomische Erfassen der Welt findet sich zum Beispiel bei Welcker, Saint-Martin, Solowjeff. Die durch Rudolf Steiner entwickelte Dreigliederungslehre ist allen Bereichen des sozialen Lebens gegenüber zukunftsweisend, aber es gibt Teilbereiche, in denen schon finanzieller Ausbau und die konsequente Ausnutzung der rechtlichen Rahmenbedingungen Lösungen aus trichotomischem Geist nahekommen (Quelle: )

"Aus dem Gedanken der All-Einheit ergibt sich die Idee der Brüderlichkeit, anders ist sie nicht zu begründen. Die Frage ist ja nicht, ob ich durch ein zufälliges sentimentales Gefühl mich zu diesem oder jenem Menschen hingezogen fühle, sondern ob ich objektiv, aus den Grundlagen der Realität heraus in Beziehung zu dem Mitmenschen stehe, der sich in Not befindet. Was geht mich der Bettler, der am Bahnhof die Hand ausstreckt, als Mitmensch an, unabhängig von einem subjetiven Gefühl, das ich angesichts dieses Bettlers vielleicht haben mag? Besteht eine objektiv reale Beziehung zwischen uns? Diese wäre Grundlage der Brüderlichkeit. Sie müßte geistig erfaßt werden, und sie wird erstmals in der modernen Literatur von dem Philosophen Saint-Matin in seinem Konzept der All-Einheit erfaßt, durch die die Menschen miteinander verbunden sind. Man kann ihn als den Erfinder der Brüderlichkeit im modernen Sinn bezeichnen..."
S. 50




Marc Desaules
Er ist als Physiker ausgebildet und vor allem seit 25 Jahren Unternehmer. Er ist Mitbegründer von L'Aubier und von einigen anderen Unternehmen in der Schweiz, in denen er meistens noch aktiv mitverantwortlich ist. Sein Fokus ist auf konstitutionelle Aspekte, Strukturen und Finanzen gerichtet.

Marc Desaules ist Referent am Institut für assoziative Wirtschaft.




Reto Doppmann (1954)
Dr.rer.pol. Studium an der Universität Basel mit den Schwerpunkten Wirtschaftstheorie und Ökonometrie. Promotion im Bereich Gesundheitsökonomie. Seit 1985 hauptamtlicher Dozent für Volkswirtschaftslehre an der Höheren Wirtschafts- und Verwaltungsschule (HWV) in Zürich.


Franz Dreidax (1892-1964)
Dipl. Ing. Franz Dreidax wurde in Passau geboren. In seinem sechsten Lebensjahr übersiedelte die Familie nach Regensburg. 1911 bezog er die Technische Hochschule zum Studium der Biologie. Wegen der Haltung der bayerischen Schulbehörden der Jugendbewegung gegenüber sattelte er um auf technische Chemie. Im Krieg war er Offizier und wurde mehrmals verwundet. Nach dem Examen 1919 ging er in die chemische Industrie. 1921 wurde er Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. In der Dreigliederungszeit wirkte er bereits aktiv mit. Dann nahm er am landwirtschaftlichen Kurs in Koberwitz teil. Danach gewann er Anschluß an den aktiven Kreis des Versuchsringes. 1928 traf ihn der Ruf der Freunde, sich für die naturwissenschaftlichen Arbeiten des Versuchringes freizumachen. Wenig später wurde er in den geschäftsführenden Vorstand des Versuchsringes berufen. Am Bodensee zunächst und später in Bad Saarow folgten Jahre ersprießlicher aufbauender Tätigkeit. Der Kampf mit der Gegnerschaft verlangte ein Höchstmaß von Mut und Standhaftigkeit, von Wachsamkeit und Urteilkraft. 1938 konnte man den höchsten Amtsstellen eine Betriebsprüfung vorschlagen, um der Gegnerschaft offen zu begegnen. Der Vorschlag wurde angenommen und die biologisch-dynamischen Landwirte und Gärtner bewiesen nicht nur, daß sie gleiche Ertragsmengen produzieren konnten, wie die besten Kunstdüngerbetriebe, sondern machten auch offenkundig, daß sie-eine sonst nirgends zu findende Qualitätsware erzeugten. 1941 kam das vorläufige Ende dieser Bestrebungen durch die Nationalsozialisten. 1955 gelang ein geordneter Umzug von Bad Saarow nach Thalfingen bei Ulm. Hier hat sich Franz Dreidax noch einige Jahre einem bäuerlichen Arbeitskreis im Chiemgau mit ganzer Hingabe gewidmet.
Nach Viktor Reuss in Mitteilungen, 1964

Veröffentlichung: Das Bauen im Lebendigen. Dresden 1939.
(Quelle: S.354)



Eugen Dühring (1833 - 1921)
Nach Heinz Kloss (S.29) tauchen im riesigen literarischen Werk von Eugen Dühring verstreut auch Dreigliederungsgedanken auf.
Es gibt aber auch problematische Aspekte in seinem Werk, wie seine antisemitsche Einstellung ( )


1925
Daniel Nicol Dunlop (1868 -1935)
Daniel Nicol Dunlop wird am 28. Dezember 1868 in Kilmarnock, Schottland, geboren. Die Kindheit verbringt er nach dem frühen Tod der Mutter bei seinem Großvater auf der Insel Arran, die mit ihren vielen "standing stones" an die Megalithkultur erinnert. In Dublin begegnet der 18jährige seiner Lebensgefährtin Eleanor Fitzpatrick, dem Malerdichter George William Russell und W. B. Yeats. Am "Ely Place" entsteht eine theosophische Arbeits- und Lebensgemeinschaft besonderer Art. D. N. Dunlop gibt mit Russell den Irish Theosophist heraus. Nach einem zweijährigen Amerikaaufenthalt, der D. N. Dunlop sein eigentliches äußeres Lebensfeld der Elektrizitätswirtschaft eröffnet, wirkt er bis zu seinem Tod im Jahre 1935 hauptsächlich in London. 1911 begründet er die British Electrical and Allied Manufacturers Association, ein Verband von Herrstellern und Technikern, 1924 die erste World Power Conference (heute World Energy Council), die als Vorstufe zu einer permanenten Weltwirtschaftskonferenz gedacht war. Parallel zu seinen weitblickenden beruflichen Aktivitäten ist Dunlop unermüdlich für die theosophische, dann für die anthroposophische Sache tätig. Nach seiner Begegnung mit Rudolf Steiner im Jahre 1922 organisiert er die Sommerschulen von Penmaenmawr und Torquay, 1928 die bis heute einzige anthroposophische Weltkonferenz (in London). Tiefe Freundschaften verbinden ihn u.a. mit E. C. Merry, W. J. Stein, Ludwig Polzer-Hoditz, George Adams und Ita Wegman. 1930 wird er Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft Großbritanniens, 1935 mit vielen anderen aus der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft ausgeschlossen. Er stirbt am 30. Mai 1935 in London. Dunlop war ein glänzender Organisator. Er hielt in frühen Jahren viele Vorträge und verfaßte zahlreiche Artikel und mehrere Bücher. Nach seiner Begegnung mit der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners wirkte er mehr und mehr hinter den Kulissen. Er wollte andere fördern und an die beste Stelle ihres Wirkens leiten. So betätigte er sich als praktischer Okkultist, der sich mit den großen Mysterienströmungen der Menschheit tief verbunden wußte und der bereits im Anfang des Jahrhunderts im Hinblick auf das nahende Jahrhundertende handelte. D. N. Dunlop kann zurecht als Inspirator einer Weltwirtschaft des 21. Jahrhunderts wie aller Formen geistiger Gemeinschaften betrachtet werden, die auf einen wahren Individualismus bauen wollen.

W.J Stein berichtet: "D.N. Dunlop gründete im Jahre 1924 die World Power Conference. In Wirklichkeit wollte er eine Weltwirtschaftskonferenz begründen. Er sagte in diesem Zusammenhang zu mir: 'Ich erkannte, daß es unmöglich war, Politiker zusammenzubringen und da alle wichtigen wirtschaftlichen Entscheidungen von Politikern gefällt werden, war es aussichtslos, bereits im ersten Schritt eine internationale Wirtschaftskörperschaft zu bilden. Doch es war möglich, Menschen auf dem Felde technischer Sachfragen zusammenzubringen, und so habe ich hier angefangen'..." (Quelle: Buchrücken und S. 219)

Dunlop strebte somit vor dem Hintergrund der sozialen Dreigliederung als einer der ersten Menschen nach einer weltumspannenden Wirtschaftsassoziation.

s. auch kim




Edgar Dürler (1895-1970)
Er wurde geboren und wuchs auf in St. Gallen in einer Kaufmannsfamilie. In seiner zehnjährigen Schulzeit besuchte er zuletzt noch die Merkantilabteilung der sanktgallischen Kantonsschule, anschließend absolvierte er eine dreijährige kaufmännische Lehre. Bald nach Lehrabschlußwurde er Anfang 1915 in die Rekrutenschule aufgeboten. Unmittelbar nach Kriegsende kam für Edgar Dürler eine intensive kaufmännische Reisezeit. Schon früh war Edgar Dürler als Kind von Menschen betreut worden, welche sich der Anthroposophie zugewandt hatten. In der Zeit der Dreigliederungsbestrebungen Rudolf Steiners kam dies wieder in sein Bewußtsein. Edgar Dürler war erst wenige Monate Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft, als im Frühjahr 1921 eine anthroposophische Wochenendtagung in Zürich stattfand. In der Pause zwischen zwei Vorträgen kam Rudolf Steiner ganz plötzlich auf ihn zu und frug ihn ohne weitere Einleitung: "Würden Sie sich der anthroposophischen Bewegung zur Verfügung stellen, wenn ich Sie darum ersuche?" Edgar Dürler bejahte ebenso knapp, obwohl er beruflich zu dieser Zeit in einer recht guten Textilposition stand. Im Mai/Juni 1921 brach Dr. Roman Boos, der u. a. verantwortlicher Leiter des schweizerischen Bundes für Dreigliederung war, zusammen. Willy Storrer holte Dürler im Einverständnis mit Rudolf Steiner von St. Gallen nach Dornach/Arlesheim. Es ging um die Weiterführung des Sekretariats der schweizerischen Dreigliederungsbewegung, um die endgültige Begründung einer Wochenschrift ("Soziale Zukunft") und die Vorbereitung einer großen Sommertagung 1921 am Goetheanum. Hinzu kam sehr bald die Liquidation der Futurum AG. Weihnachten 1923 wurde die Klinik unmittelbar an das Goetheanum angeschlossen, die spätere Weleda bekam den Namen Internationale Laboratorien AG. Edgar Dürler war seit März 1924 Mitglied des Verwaltungsrates. Im September 1924 gab Rudolf Steiner den Namen Weleda. 1931 trat Dürler an die Spitze der Weleda. 1932 führte er die Weleda-Nachrichten ein, 1958 mußte er sich krankheitshalber zurückziehen. Unter bedeutenden persönlichen Opfern hat er es verstanden, die Weleda aus Zeiten der Gefährdung in gesichtertere Fahrwasser zu steuern.
Nach H. Jülich in Wochenblatt für Dornach, 17. September 1965.
(Quelle: S.354)

s. auch kim


Reinhart Engelen (1938)
Besuch und Lehrtätigkeit an der Waldorfschule Stuttgart, Auslandsstudienjahre,
1978 Im Vertrauen auf die Tragfähigkeit der Sozialideen Steiners Übersiedlung mit Familie nach Oberfranken in die pädagogisch-therapeutische Gemeinschaft Wernstein


  
Michael Ende (1929 - 1995)
Bekannter Buchautor
Online-Biographie hier und bei www.michaelende.de


Auszug aus dem Buch "Kunst und Politik - ein Gespräch", FIU-Verlag, Wangen 1989 (Gespräch zwischen Beuys und Ende im Februar 1985):

Rappmann
"....Also wäre etwa Steiner ein Künstler."
Ende
"Nein, die künstlerische Form ist etwas anderes als Erkenntnis. Ein Philosoph ist kein Künstler, auch wenn er ein kreativer Philosoph ist."
Beuys
"Im traditionellen Kunstbegriff nicht, das ist richtig."
Ende
"Ein Wissenschaftler, ein Denker, auch wenn er noch so Wichtiges gesagt hat, oder ein Heiliger ist kein Künstler, auch wenn er vielleicht Neues geschaffen hat ..."
Rappmann
"Die Qualität liegt doch gerade darin, ob er etwas Richtiges oder etwas weniger Richtiges gedacht hat. Oder worin liegt die Qualität des Künstlers?"
Ende
"Nein, nein! Kunst ist keine Sache der Wahrheit, jedenfalls nicht in diesem Sinn. Aber das ist jetzt wieder ein langes Extra-Thema."
Beuys
"Lassen wir doch die Vergangenheit ruhen ! Stellen wir fest: Die Schwelle ist das Ende aller Tradition, und alles, was für Hegel gegolten haben mag, daß er eben Denker war und kein Künstler, hört auf, jenseits der Schwelle!"
Beuys
"Lassen wir doch die Vergangenheit ruhen ! Stellen wir fest: Die Schwelle ist das Ende aller Tradition, und alles, was für Hegel gegolten haben mag, daß er eben Denker war und kein Künstler, hört auf, jenseits der Schwelle!"
Weitbrecht
"Mir scheint, daß hier die einen nur vom Denken reden und Du etwa (zu Ende) von den Bildern und von der Poesie. Sie (zu Beuys) wollen es vordenken oder andenken. Mir ist das, was Sie sagen furchtbar abstrakt und intellektuell."
Beuys
"Nein, ich will nicht vordenken. Ich will nur das tun, wozu heute jeder Mensch verpflichtet ist: Auskunft zu geben über das, was er tut. Ich will nur wahr machen, daß die moderne Gesellschaft eine öffentliche ist und daß ich nicht ein Selbstversorger bin und ein ganz gemeiner spiritueller Egoist, wenn ich aus meinen Arbeitsergebnissen, die in meiner Werkstatt entstehen, dem Menschen keine Auskunft gebe, sondern ich frage: Ich bin ein Mitmensch von euch, habe ich hier Scheiße gebaut, oder kann man da irgendetwas mit anfangen? Jeder Mensch ist heute verpflichtet, Auskünfte zu geben über das, was er produziert. Das ist meine Forderung. Und ich bin davon überzeugt, daß die Menschen sehr munter würden dabei. Wenn sie nach der These verfahren: Zeige Deine Wunde! , zeige ruhig auch den größten Dreck - denn das ist das allergrößte Erlebnis - lege das auf den Tisch und mache es zum Gegenstand einer permanenten Konferenz über Menschheitsfragen! Ich glaube, dann werden wir sehr schnell am Ziele sein, wenn wir das praktizieren. Man kann es auch ruhig sagen: Die Menschen müssen miteinander sprechen über das, was sie produzieren, was sie denken, was sie fühlen, welche Bildungsabsichten sie haben."
Ende
"Auskunft geben, also erklären kann man natürlich nur bis zu einem gewissen Grad. Wenn Sie einen Pianisten fragen: Wie machst Du das eigentlich, daß Du so scheinbar mühelos mit der linken Hand etwas ganz anderes spielst als mit der rechten, dann wird er sagen: Ja, ich habe halt 20 Jahre geübt . . . "
Beuys (heftig)
"Sie kommen immer wieder auf diesen ...Künstler zurück, ..., der doch alles verhindert, der die Umwelt verschmutzt ! - natürlich nicht, weil er Klavier spielt, sondern weil er es versäumt, auch noch darüber nachzudenken, was an der Schwelle passiert mit seiner Kunst; daß er eben noch sehr viel mehr leisten muß als - sagen wir mal -Virtuose auf dem Klavier zu sein. Jenseits der Schwelle wird vom Menschen mehr gefordert. Da wird gefordert, daß zu dem, was erworben ist in der Geschichte an Begrifflichkeit für die Kunst, noch eine weitere Disziplin hinzukommt, die alles andere umfaßt, die quasi der Lebensbereich und die Plazenta dieses Lebewesens, des sozialen Organismus ist. Wenn er das nicht tut, wird er mit Sicherheit ein schlechter Pianist. Deswegen haben wir ja so viele schlechte Pianisten. Die werden ja heute schon mit Computer trainiert, wie Rennpferde trainiert. Die Japaner machen alles mit Maschinen. Eine solche Musik, die wollen wir doch gar nicht mehr hören, das ist wirklicher fieser, dreckiger Konzerthausscheiß. Ich sage das jetzt mal so, wie ich das erlebe. Da ist mir doch jedes Kind, das versucht, ein Lied zu singen da in der Kammer, ist mir doch lieber - und sei es noch so unvollkommen - als das, was heute im Konzertbetrieb passiert. Vom Theater brauchen wir doch gar nicht zu reden: diese subventionierte Nichtbedürfnisanstalt. Kein Mensch würde da noch hingehen, wenn es nicht sozusagen stimuliert wäre so vom Bildungstrieb, den die Menschen noch haben, oder vom Statussymbol. Substantiell ist doch aus diesen Anstalten nichts mehr zu holen. Die kann man getrost schließen. Wenn man wirklich ernsthaft über diese Dinge nachdenkt, meine ich, könnte man gar nicht zu einem anderen Ergebnis kommen. Dann käme man wieder zu ganz anderen, viel bescheideneren Vorstellungen in bezug auf die Kunst, nicht diese ganzen verstaatlichten Dinger da, ganz bescheidene Versuche."
Ende
"Verstaatlicht muß es ja nicht sein; das ist eine ganz andere Frage. Aber ich kenne eigentlich keine Menschengemeinschaft, von den primitivsten Menschengemeinschaften angefangen, in denen das Bedürfnis nach Schönheit überhaupt keine Rolle spielt."
Beuys
"Nein, das soll ja im Mittelpunkt stehen! Aber das Schönste vom Schönen muß ja erst erreicht werden: der soziale Organismus als Lebewesen in seiner Freiheitsgestalt und als die große Errungenschaft einer Kultur jenseits der Moderne und jenseits der Tradition. Das heißt, wenn das die Weltmitte ist, geschieht nach der Weltmitte etwas viel Gigantischeres als jemals zuvor in der Geschichte. Wenn wir da nicht zu den Sternen greifen, werden wir gar nichts tun."
Ende
"Abstrakt gebe ich Ihnen ja recht, ich kann mir nur darunter nichts vorstellen. Es ist ein Wort für mich."
Beuys
"Was ist ein Wort für Sie?"
Ende
"Ja, daß der soziale Organismus eben schön ist, da kann ich mir nichts darunter vorstellen, da weiß ich nicht, wie das aussieht."
Beuys
"Schön heißt doch vor allen Dingen in der alten Koppelung der sogenannten philosophischen Ästhetik - etwa von Baumgarten oder solchen Leuten -, da heißt es: Wahrheit, Schönheit, Güte. Es ist immer eine Dreiheit. Es wird nicht nur von Schönheit geredet, sondern von den organischen Zusammenhängen dieser drei Dinge. Sie müssen erfüllt werden, und sie müssen anwendbar sein auf die menschliche Gestaltung."
Ende
"Aber ich kann mir auch das Paradies nicht vorstellen, die vollkommene Harmonie, ein zukünftiges Jerusalem oder eine zukünftige Erfüllung, ein Zusammenfallen aller Gegensätze in eins, kann ich mir nicht vorstellen. Ich kann es zwar abstrakt denken, aber nicht konkret vorstellen."
Beuys
"Doch, irgendwann kann ich es mir vorstellen, irgendwann, ja."
...

s. auch kim




Jürgen Erdmenger (1933)
geboren in Flensburg, Waldorfschüler; 1962 Dr. jur. der Universität Hamburg mit einer Arbeit aus dem Europarecht; 1963 Großes Juristisches Staatsexamen; bis 1968 Verkehrsreferent der deutschen Ständigen Vertretung bei der EG in Brüssel, bis 1973 im Bundeskanzleramt in Bonn, seither Direktor für internationale und interinstitutionelle Fragen der Verkehrspolitik bei der EG-Kommission in Brüssel; Generaldirektion Verkehr.


Friedrich Eymann (1887-1954)
Prof. Friedrich Eymann wurde in Langenegg im Kanton Bern geboren. Sein Vater war Lehrer, Organist und Landwirt. Der Sohn studierte Theologie in Tübingen und Bern. Von 1913 bis 1928 war er Pfarrer in Eggiwil im Emmental. "Zur Zeit des Lehrermangels während des ersten Weltkrieges betreute er wochenlang verwaiste Schulen". 1924 , als der Religionslehrer am Lehreroberseminar in Hofwil gestorben war, fiel die Wahl auf Pfarrer Eymann. Später, als man ihn zum Professor für Ethik an die Universität Bern wählte, da war die Begegnung mit der Anthroposophie bereits erfolgt. Beim Kursus Rudolf Steiners "Anthroposophische Pädagogik und ihre Voraussetzung" vom 13. bis 17. April 1924 war auch Pfarrer Eymann unter den Zuhörern. Die Tatsache, daß nun junge Lehrerinnen und Lehrer begannen, anthroposophische Pädagogik an den staatlichen Schulen zu verwirklichen, brachte natürliche Spannungen und Unruhe. Als die bernische Kirchensynode beschloß, die Anthroposophie als "unevangelisch" abzulehnen, war der Weg Prof. Eymanns vorgezeichnet: 1939 Nichtwiederwahl am Lehrerseminar trotz zahlreicher Proteste. 1944 Verzicht auf die Professur an der Universität. Im gleichen Jahr Zweigleiter des neugegründeten Goethe-Zweiges in Bern. Gründung der "Freien pädagogischen Vereinigung" zur Erarbeitung der anthroposophischen Pädagogik, um sie - wie Rudolf Steiner 1925 gesagt hatte - "in jede Art von Schule, in jede Art des Unterrichts durch den einzelnen Lehrer zu bringen". Als Musterschule gründete man 1945 die Berner Rudolf-Steiner-Schule. Die Zeitschrift "Gegenwart" wurde ins Leben gerufen, ebenso der Troxler-Verlag. Das ganze breite Spektrum anthroposophischen Wirkens wurde durch Friedrich Eymann in einem großen Menschenkreis aktiviert.
Nach Huldreich Schüpbach und Marie Groddeck in:
Lebensbegegnungen mit Professor Friedrich Eymann.

Veröffentlichungen u.a.: Anthroposophische Pädagogik und Staatsschule. Basel 1936.
(Quelle: S.357)



Dominik Fette
Veröffentlichung:
Hausarbeit an der Uni-Marburg (im Internet im RTF-Format ):Die Wirtschaft im Gesellschaftsmodell Rudolf Steiners



Dieter W. Frei (1933)
Dieter W. Frei wurde in Berlin geboren; er ist Schweizer. Mit zweiundzwanzig Jahren hat er in England die Anthroposophie kennengelernt und ist seither mit der anthroposophischen Bewegung verbunden. Seit über dreißig Jahren befaßt er sich mit den sozialen Fragen. Als Diplomkaufmann war er in verschiedenen Wirtschaftsunternehmen in leitender Stellung tätig, und seit rund zwanzig Jahren ist er Mitglied der Geschäftsleitung eines anthroposophischen Heilmittelbetriebes.
Veröffentlichung:

Frei geht in dieser Darstellung dreigliederungsuntypisch von 12 primären Sozialbereichen aus. Er zeigt, daß trotz gleicher Impulse verschiedene Lösungen denkbar sind.



Erhard Fucke (1926)
War Klassen- und Oberstufenlehrer an der Freien Waldorfschule Kassel. Berater südamerikanischer Waldorfschulen. Mitbegründer der Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung
Veröffentlichungen u.a.: Wirtschaften, was ist das?, Lesebuch für Jugendliche, Verlag Urachhaus



Thomas Gädeke (1958)
Geboren 1958 in Bremen; Studium der Germanistik, Volks- und Betriebswirtschaftslehre in Göttingen und Berlin. DiplomKaufmann, Promotion an der Freien Universität Berlin über R. Steiners sozialwissenschaftlichen Ansatz. Mitarbeiter am Institut für Soziale Gegenwartsfragen, Freiburg/Brsg.


Roland Geitmann (1941)
Geb. in Sildemow (Mecklenburg), Jurist, 1974 - 1982 Oberbürgermeister der Stadt Schramberg, seit 1983 Professor für öffentliches Recht und Kommunalpolitik an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl; 1. Vorsitzender der Christen für gerechte Wirtschaftsordnung (CGW), Mitarbeit und Vortragstätigkeit im Bereich der Mehr Demokratie-Bewegung


Christian Gelleri (1973)
Waldorfschullehrer und Mitinitiatior des Regiogeldes Chimgauer,

Zum Chiemgauer hier mehr



Heinz Genswein (1959)
Geb. in Wehr / Baden. Mechanikerlehre, Jurastudium in Freiburg, anschließend Referendariat in Waldshut-Tiengen, Dresden, Berlin (Bundeskartellamt), Tätigkeit als Rechtsanwalt. Waldorflehrerausbildung in Wien. Seit 1997 Waldorflehrer an der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer.


Saint-Germain
Graf Saint-Germain hat zu Zeiten der Französischen Revolution die Devise "Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit" in die Geschehnisse hineingebracht und sich für den Frieden unter den europäischen Völkern eingesetzt.
Lesen Sie bei www.st-germain.de mehr



Silvio Gesell (1862 - 1930)
Silvio Jean Gesell wurde in St. Vith im östlichen Belgien als Sohn einer wallonischen Mutter und eines deutschen Vaters geboren. 1886 wanderte er nach Argentinien aus, wo er als Kaufmann, Importeur und Fabrikant erfolgreich tätig war und wo er auch durch heftige Wirtschaftskrisen den Anstoß zu theoretischen Überlegungen erhielt.

Im Jahre 1900 zog sich Gesell vom aktiven Geschäftsleben zurück und übersiedelte in die Schweiz. Auf einem Bauernhof bei Neuchatel betätigte er sich als Landwirt und betrieb als Autodidakt ausgedehnte wirtschaftswissenschaftliche Studien. Seine praktischen Erfahrungen und theoretischen Einsichten verarbeitete er in zahlreichen Veröffentlichungen. 1916 erschien in Bern sein Hauptwerk "Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld", das bisher insgesamt neun Auflagen in deutscher Sprache erlebte und außerdem ins Englische, Französische und Spanische übersetzt wurde.

Im April 1919 hätte Gesell beinahe die Möglichkeit gehabt, seine Theorien in der Praxis zu erproben. Er wurde auf Vorschlag des Kulturphilosophen Gustav Landauer zum Volksbeauftragten für Finanzen der 1. Bayerischen Räterepublik gewählt. Seine Amtszeit währte jedoch nur eine Woche; dann wurde die erste - libertäre - Räteregierung von einer zweiten - kommunistischen - Räteregierung gestürzt. Nach deren Ende wurde Gesell zunächst des Hochverrats angeklagt, später jedoch von dieser Anklage freigesprochen.

Wegen seiner Teilnahme an der Münchener Revolution verweigerten ihm die Schweizer Behörden die Rückkehr auf seinen Bauernhof im Neuenburger Jura. Daraufhin zog Gesell vorübergehend in die Nähe von Potsdam und danach in die nördlich von Berlin gelegene, von Franz Oppenheimer mitbegründete Genossenschaftssiedlung Eden-Oranienburg, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 1930 schriftstellerisch tätig blieb.

Was wollte er? Er wollte die kapitalistische Ausbeutung unmöglich machen, indem er mit Freigeld, einem umlaufgesicherten, mit ständiger aber geringer Gebühr belasteten Geld, jeden Geldbesitzer dazu zwingt, etwas mit seinem Geld anzufangen. Damit wird eine Wirtschaft möglich mit einem Zins um Null, denn man muß sein Geld auch bei geringen Zinsen verleihen.

Ebenso wollte er die Bodenrente - wie Zins ein Einkommen, für das nicht gearbeitet werden muß - in öffentliche Hände steuern, damit niemand auf Kosten anderer leben kann. Er wollte den gesamten Boden nach und nach von den Privatleuten zurückkaufen um ihn dann meistbietend zu verpachten. Das Ergebnis dieser Bodenreform nannte er Freiland. (Wenn man den Boden nicht verstaatlichen möchte, kann man die Bodenrente auch mit einer Steuer auf Bodenbesitz wegsteuern.)

Wenn die Wirtschaft dann von den groben Fehlern befreit ist, kann sie dem freien Spiel der Marktkräfte überlassen werden, um bei nun gerechter Verteilung zur Höchstleistung zu gelangen. Abschaffung aller Zölle und vollkommener Freihandel sind seine weiteren Forderungen.

Er schlägt eine Wirtschaft vor, die frei von Zins, frei von Ausbeutung und frei von Handelsbeschränkungen ist. Daher wird diese Wirtschaft als Freiwirtschaft bezeichnet. Gesell ist der Begründer der "Freiwirtschaftslehre" und niemand hat es bisher fertiggebracht, ihn in der Sache zu widerlegen.

Dies ist nur ein kurzer Überblick, genauere Beschreibungen seiner Theorie sollte man unbedingt einmal gelesen haben. (Quelle: www.systemfehler.de)

Die Freigeld und -land-Bewegung Gesells, die heute viele neue Denker und Volkswirtschaftler anregt, stimmt in vielen Impulsen mit der sozialen Dreigliederung überein. Doch gibt es auch Unterschiede, die an anderer Stelle später beschrieben werden sollen.



Reinhard Giese (1950)
Geboren in Kiel, Lehrer im Staatschuldienst seit 1974, berufbegleitender Kurs in Waldorfpädagogik in Rendburg, aktiv im Vereins zur Förderung der Waldorfpädagogik, beschäftigt sich seit 1974 mit Anthroposophie und fühlt sich sehr mit der Dreigliederung verbunden, Mitbegründer der Grünen Liste Schleswig-Holstein
Veröffentlichung:



Friedrich Glasl (1941)
Univ.-Doz. Dr.rer.pol. habil., geboren in Wien, A. Studium der Politischen Wissenschaften in Wien. Als Werkstudent berufstätig im Druckerei- und Verlagswesen, für Service Civil International (UNESCO) und in einer Stadtverwaltung. 1967-1985 Berater am NPI-Institut für Organisationsentwicklung, Zeist (NL). 1983 Habilitation an der Universität Wuppertal in Wirtschaftswissenschaften / Organisationslehre. 1984 Mitgründer der Trigon Entwicklungsberatung, Dozent an der Universität Salzburg. Autor zahlreicher Fachartikel über Führung, Organisation und Konfliktmanagement und der Standardwerke „Konfliktmanagement“, „Selbsthilfe in Konflikten“, „Dynamische Unternehmensentwicklung“, "Das Unternehmen der Zukunft". Verheiratet, 3 Kinder, lebt in Salzburg. Freizeitaktivitäten: schreibt Lyrik, Märchen und Hörspiele (internationaler Hörspielpreis 1966); betreibt mit Frau und Freunden ein Marionettentheater

Glasl hat mit Lievegoed das Vier-Phasen-Modell der Unternehmens- und Organisationsentwicklung beschrieben (Pionier-, Differenzierungs-, Integrations-, Assoziationsphase) beschrieben. Dabei war er vor Jahren nicht ganz zufrieden mit der Bezeichnung der vierten Phase, die er anfangs "soziale Phase" o.ä. nannte, bis er erkannte, daß die vierte Phase eine Entwicklung wiedergibt, die Steiner mit der assoziativen Wirtschaft meinte.

auch hier

Jens Göken (1968)
Er baut seit 2002 das Archiv "Brücken" auf. Dieses "Archiv für eine Erweiterung und Vertiefung der Natur- und Kulturwissenschaften" hat das Ziel,

"die vielen mehr oder weniger einsamen Sucher nach neuen Ideen und Lebensformen, die über den Materialismus hinausschreiten wollen, einerseits untereinander und andererseits mit den anthroposophischen Denkern und Forschern ins Gespräch zu bringen. Ein solches Gespräch anzuregen und Brücken zu schlagen zwischen den verschiedensten Persönlichkeiten und Initiativen unter besonderer Berücksichtigung dessen, was bereits verstorbene Denker und Forscher an Werken und Ideen hinterlassen haben, ist das Hauptanliegen dieses Archivs" (Auszug aus einem Faltblatt des Archivs).


Er hat hierzu bereits 5000 Bände gesammelt und in einer Bibliographie 45.000 Titel aufgenommen (Stand 2003).

Kontakt: Jens Göken, Magnusstr. 2, 31848 Beber/Bad Münder, Tel: 05043/98273



Fritz Götte (1901 - 1989)
Geschäftsführer der Weleda Deutschland im 2. Weltkrieg, gehörte zum "Heidenheimer Arbeitskreis", der sich u.a. intensiv mit der Dreigliederung beschäftigte. Dem AK gehörten u.a. Hanns Voith, Clara und Rudolf Kreutzer, Alfred Meebold und Emil Leinhans an.
s. auch kim


Alfred Groff (1955)
Geboren in Luxemburg, Doktorat in Psychologie, Psychopathologie und Psychiatrie, Transpersonale Gesprächspsychotherapie, Initiator des Institutes für mehr Demokratie und soziale Dreigliederung Luxemburg

Artikel zum Thema „Soziale Dreigliederung“ unter: www.mtk.lu/ideeinstitut.html



Trauger Groh (1932)
Geboren in Wien, Schulen in Dresden und Stuttgart besucht, an der Universität in Göttingen und Berlin Sprachen studiert
1958 Übernahme des Hofes vom Großvater in Norddeutschland, organische, biologisch-dynamische Bewirtschaftung
1969 Groh gründet mit Freunden einen gemeinsam betriebenen Hof auf dem "freien" Land einer gemeinnützigen Stiftung. Die Gemeinschaft übernimmt therapeutische Aufgaben
1972 Er wird Mitarbeiter in der naturwissenschaftlichen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft in Dornach, Schweiz sowie in nationalen und internationenlen Organisationen des biologisch-dynamischen Landbaus.
Er gibt in Deutschland, England, Dänemark und der Schweiz Vorträge
1978 Der Film: "Schwindender Boden" - über die Gemeinschaft Buschberghof wird gesendet
1979 Erste der drei Vortragsreisen durch Kanada und den USA über sozialökonomische Fragen und der spirituelle Hintergründe der Landwirtschaft.
1985 Zieht nach Wilton, NH. Gründet mit Freunden und seiner Frau Alice Bennett Groh die "Tempel-Wilton-Gemeinschaftsfarm" als ein Unternehmen, das die örtliche Gemeinschaft versorgt und durch die Gemeinschaft unterstützt wird.
1985 bis 1991 Er entwickelt die Farm und gibt Vorträge und Beratungen überall in den USA und Kanada
1990 Veröffentlichung: "Höfe der Zukunft (Original: Farms of tomorrow - Communities Support Farms, Farms Support Communities)" mit Steve McFadden.
1992 bis 1993 Gibt Vorträge und Beratungen in Russland, "Farms of Tomorrow" erscheint in Rußland
1994 Workshops und Vorführungen in Arizona, California, Wisconsin, Quebec, Massachusetts. Fortsetzung der Arbeit in Russland
1995/96 "Farms of Tomorrow" erscheint in Korea und Japan
1997 Neuherausgabe mit Steve McFadden "Farms of Tomorrow 2.Auflage". weitergehende Arbeit in Russland, Deutschland, in den USA und Kanada

Die CSA-Bewegung wurde durch Groh zuerst in Kanada und den USA begründet und hat durch die Einbeziehung der Verbraucher auch in den wirtschaftlichen "Hoforganismus" assoziativ-dreigliedrigen Charakter.

Lesen Sie auch die Wiedergabe eines Vortrages zum Thema "Höfe der Zukunft" auf der Seite des Buschberghofes, wo Groh lange Jahre gearbeitet hat
hier ein Auszug daraus:

"Es gibt viele Details, die bei den „Höfen der Zukunft“ zu berücksichtigen sind. Einige davon sollen hier noch erwähnt werden. Für die „Höfe der Zukunft“ ist es nötig, die Beziehung zwischen Mensch und Boden neu zu überdenken und Wege zu finden, vererbbare Eigentumsrechte in langfristige Bodennutzungsrechte umzuwandeln. Wir müssen die Beleihung von Land überwinden durch persönliche und gemeinschaftliche Kreditgarantien.

Obwohl bei rechtem Licht besehen Land- und Forstwirtschaft die einzigen produktiven Teile der Wirtschaft sind, müssen wir dennoch berücksichtigen, daß sie teure Investitionen in Maschinen und Gebäude nicht tragen können. Deshalb muß man soviel wie möglich selbst machen mit der Hilfe der Gemeinschaft und möglichst wenig von außen zukaufen. Und nochmal: Folgt der Führung des Geistes und nicht finanziellen Beweggründen und ihr werdet wahrhaft produktiv sein. "



Gerald Häfner (1956)
Abitur 1977. Studium der Germanistik, Waldorfpädagogik und Sozialwissenschaften in München, Witten und Bochum, 1984 Abschluss als Waldorflehrer.

Tätigkeiten an Waldorf- und Montessori-Schulen, am Institut für Sozialforschung Achberg und im Internationalen Kulturzentrum Achberg (INKA); verschiedene Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen.

Seit 1977 Mitglied von "Aktion Dritter Weg" und "Freie Internationale Universität", 1983 Gründung und Vorstand von "Aktion Volksentscheid", seit 1988 Mitglied der "Initiative Demokratie Entwickeln" (IDEE), 1990 bis 1992 im "Kuratorium für einen demokratisch verfaßten Bund Deutscher Länder", Mitglied im Stiftungsrat "Die Mitarbeit".

1979 Gründungsmitglied der GRÜNEN, 1979 bis 1980 Kreisvorsitzender in München, 1980 bis 1981 Bundesgeschäftsführer und Pressesprecher in Bayern, seit 1991 Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN in Bayern.
Mitglied des Bundestages von 1987 bis 1990 und von 1994 bis 2002.
Seit Mai 2002 Mitglied im Arbeitskollegium der Anthroposophischen Gesellschaft Deutschland, dort Presse- und Medienbeauftragter

Lesen Sie das Interwiew Häfners bei www.dreigliederung.de



Helmut Hagenauer (1928)
Geb. in Lindenberg /Allgäu. Buchdruckerlehre, leitender Angestellter in einer Großdruckerei, 1970 - 1986 Geschäftsführer einer Konzerndruckerei, 1986 - 1996 Mitglied des Vorstandes der WALA-Stiftung, vielseitige Referententätigkeit.


Herbert Hahn (1890 - 1970)
Er wurde in Pernau/Estland geboren und studierte in Dorpat, Heidelberg, Paris, Berlin und Greifswald. Neunzehnjährig wurde er in Heidelberg Rudolf Steiner vorgestellt. Monate vor Begründung der Waldorfschule hat er zur Bildung der Arbeiter in der Waldorf-Astoriafabrik Vorträge gehalten, ehe er in das allererste Kollegium der Waldorflehrer gleichsam übernommen wurde. Rudolf Steiner hatte dem jungen Lehrer selbst die Aufgabe der europäischen Sprachenforschung gestellt, "durch eine geistgegründete Völkerpsychologie eine Brücke zu schlagen von Volk zu Volk". In der Wochenschrift "Goetheanum" , 1921 hat Rudolf Steiner die ersten von Hahn auf dem anthroposophisch wissenschaftlichen Kurs in Den Haag vorgetragenen Ergebnisse wie folgt charakterisiert: "Dr. Herbert Hahn ist dabei, die sprachwissenschaftlichen Ergebnisse der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart in umfassender Art innerlich zu durchdringen, um sie zu einer anthroposophisch orientierten Wissenschaft zu vollenden... Sein Haager Vortrag über "Bewußtseinswandel im Spiegel der Sprachgeschichte" war geeignet, überraschend zu wirken durch die von allen möglichen Seiten zusammengetragenen Forschungsergebnisse und durch das Hinaufheben der im Völkerleben zutage tretenden sprachlichen Erscheinungen in das Begreifen des Moralisch-Innerlichen, das sich in dem Sprachlich-Äußerlichen des Völkerlebens ausspricht. Man möchte wünschen, daß Hahns Betrachtungsart bei philologisch, linguistisch und historisch geschulten Leuten recht viele Nachfolger fände..." "Rudolf Steiner wollte, daß der Lehrer stets auch Forscher sei.". So sprach es Herbert Hahn oft aus. Herbert Hahn steht als selbständig forschender Lehrer da. Ein zweites wäre es, die Verdienste des durch ganz Europa gereisten Redners Hahn zu schildern, ein drittes, die ganz zentrale Stellung zu skizzieren, die er im Kollegium der Religionslehrer innehatte, gehörte er doch zu dem ersten kleinen Kreis, welcher diejenigen Weisungen Rudolf Steiners entgegennehmen durfte, die zur Begründung des freien christlichen Religionsunterrichts und der sonntäglichen Gottesdiensthandlungen führten. Hahns Autobiographie mit dem Titel "Der Weg, der mich führte", die zugleich eine einzigartige Darstellung der Gründungsjahre der Waldorfschule ist, kann weitere Perspektiven eröffnen.
Nach Friedrich Hiebel in Nachrichtenblatt, 1970 und Heimo Rau in Mitteilungen, 1970.

Veröffentlichungen (Auszug):
Europas Aufgabe im gegenwärtigen Weltgeschehen. Freiburg/Br. 1953.
Vom Ernst des Spielens. Stuttgart 1929, 1982.
Von den Quellkäften der Seele. Arlesheim 1959. 1983.
Rudolf Steiner wie ich ihn sah und erlebte. Stuttgart 1961.
Vom Genius Europas. Bd. 1/11, Stuttgart 1963/1964. Sonderausg. 1981.
Der Weg, der mich führte. Stuttgart 1969.
Was sollte in der Waldorfschulpädagogik in den nächsten 50 Jahren geschehen? Stuttgart 1969.
Leben mit kleinen Kindern. Stuttgart 1975.
(Quelle: S. 368)



Dark Hammerskjöld (1905 - 1961)
Er weckte das schlechte Gewissen der reichen Nationen. Der Sohn des bekannten schwedischen Juristen und Volkswirtschaftlers Hjalmar Hammarskjöld wurde am in Jonköpping geboren. Nach einem Jura- und Volkswirtschaftsstudium startete er seine Karriere als Beamter der Staatsbank, deren Präsident er bereits 1936 wurde. Seit 1946 arbeitete er im Außenministerium, er avancierte 1949 zum Unterstaatssekretär und vertrat die schwedische Neutralitätspolitik auf vielen internationalen Konferenzen. Am 7. April 1953 wurde er als Nachfolger Trygve Lies Generalsekretär der Vereinten Nationen und 1957 wiedergewählt. Er versuchte die Rolle der UNO als friedensstiftende Macht in der Welt durchzusetzen. Sein Hauptanliegen war es, diese völkerübergreifende Institution zu einem Instrument der Entkolonialisierung zu machen. Er starb bei einem Flugzeugabsturz auf einem Flug von Kinshasa (damals noch Léopoldsville) nach Ndola. Im selben Jahr erhielt er postum den Friedensnobelpreis.

Eine ausführlichere Online-Biografie hier

"Auf der anderen Seite brauchen wir eine Inspiration, um unter den Führern dieser Völker einen Geist zu schaffen, der ihnen hilft, diese Kräfte, die sie zu meistern haben, für den Frieden und nicht den Krieg, für Evolution und nicht für Revolution dienstbar zu machen." aus: Evanston Dokumente, S. 339.



Benediktus Hardorp (1928)
Geboren 1928 in Bremen, Schulbesuch: Freie Goetheschule in Hamburg, Freie Waldorfschule Hannover. Studium der Nationalökonomie und Philosophie in Freiburg; Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in eigener Praxis in Heidelberg, in verschiedenen anthroposophischen Fachausschüssen und Waldorfschulgremien engagiert

Veröffentlichungen: Dissertation: "Elemente einer Neubestimmung des Geldes" (Freiburg 1958); Aufsätze zu steuerlichen Themen, insbesondere Steuerreform und Mehrwertsteuer, verschiedene Bücher



Klaus Harms (1946-1999)
Klaus Harms war ein journalistischer Vollprofi. Zu seinen beruflichen Stationen gehörte die jahrelange Leitung des Feuilletons der Stuttgarter Nachrichten. In einer Lebensphase der Umorientierung hatte er zunehmend begonnen, seine exzellenten Fähigkeiten der anthroposophischen Sache zur Verfügung zu stellen. Lange schon war er, der Familienmensch, als Schülervater der Waldorfschule verbunden und mit der ihm eigenen Hingabekraft im Schulverein der Stuttgarter Kräherwaldschule engagiert. Jetzt arbeitete er für "Die Drei", für die Weleda, den Bund der Waldorfschulen und die baden-württembergische Landesarbeitsgemeinschaft - als Autor, PR-Fachmann, Zeitungsmacher (z.B. auch für das neue Blatt "waldorf").
Er wollte journalistisch der Anthroposophie und der Waldorfpödagogik Brücken bauen in eine größere Öffentlichkeit, oder umgekehrt dieser Öffentlichkeit Brücken zur Anthroposophie. Dass für ihn beides ein- und dasselbe war, entsprang einer Haltung, die Anthroposophie nicht anders denken konnte, denn als etwas, was sich der Welt zur Verfügung stellt. Wir trugen ihm unsere Ideen zur Weiterentwicklung der anthroposophischen Publizistik vor, und von der Stunde an war er ganz im Boot. Er hatte die Fähigkeit, große Entwürfe, "Visionen", zu entwickeln. Aber er besaß auch die Fantasie und das know how, um Wege zu ihrer Umsetzung konzipieren zu können. Was ihm - und uns - einzig fehlte, war vielleicht die Fantasie, den Widerstandswillen gegen notwendiges Neues vorherzusehen, der aus der Fantasielosigkeit gespeist wird. Er träumte mit uns von einer anthroposophischen Wochenzeitung, die sich den Zeitfragen stellt und die Sprache der Menschen spricht, denen sie eine Anregung und Hilfe sein möchte. Er hatte den Blick für das gewaltige Potenzial der Dreigliederung des sozialen Organismus - das er durch eine solche Zeitung wirksamer werden sah. Er musste bitter erfahren, wie wenig Kraft für ein solches Projekt dort vorhanden war, wo er sie erhofft und vermutet hatte.
Mancher, der nicht einmal ahnen mochte, welchen Spagat dieser Mann versuchte, nahm ihn gar in eine Art Sippenhaft für Erscheinungsformen des heutigen Journalismus, deren Bekämpfung er doch gerade als Lebensaufgabe ansah. Denn wenn etwas für ihn charakteristisch war - außer seiner warmen Herzlichkeit, seiner Tatkraft, seiner gänzlichen Unfähigkeit, anders als auf gleicher Augenhöhe mit seinen Mitmenschen zu verkehren - dann seine absolute Gewissenhaftigkeit und Verantwortlichkeit gegenüber der Welt.(Quelle: Rundbrief Dreigliederung des sozialen Organismus)



Berthold Hasen-Müller (1932 - 2002)
Geboren in Ulm, Studium der Philosophie, Romanistik, Geschichte und wissenschaftlichen Politik, vorwiegend in Tübingen. Von 1959 bis 1979 im gymnasialen Schuldienst tätig, seit 1968 mit anthroposophischen Themen befaßt, 1980 Lehrbeauftragter am Achberger Institut für Sozialforschung für Geschichte und Sozialwissenschaft (Geldtheorie und Fiskus). Seit 1983 Initiativkreis der Aktion Volksentscheid; Parallelität parlamentarischer und plebiszitärer Strukturen. Gutachterliche Tätigkeit (so zu den Mutlanger Sitzblockaden, Sanierungskonzept für die Deutsche Bundesbahn u. a.).

s. auch kim


Konradin Haußer (1883 - 1973)
Geboren in Ulm. Der Gymnasialzeit folgte eine Kaufmannslehre. 1903 trat er in die Kassenverwaltung der BASF in Ludwigshafen ein, 1905 in die Brauerei seines Schwagers in Ulm. 1907 hatte er sein Einjährigen-Freiwilligen-Jahr bei der Feldartillerie. 1913 heiratete er. Es folgten vier Jahre Kriegsdienst. In der ersten Nachkriegszeit lernte er in vielen Tag- und Nachtsitzungen Dr. Rudolf Steiner kennen und verehren. So wurde er einer der drei Direktoren der damaligen Aktiengesellschaft "Der kommende Tag". Nach der Liquidation dieses Unternehmens wurde er zunächst Geschäftsführer der landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft Langenau, bis er 1926 in die Firma Taylorix als zweiter geschäftsführender Gesellschafter eintrat. Konradin Haußer hat aktiv in der Firma mitgewirkt bis zum 1. September 1961. Sein Vermögen brachte er in die Konradin-Haußer-Stiftung ein, welche sich die Verbreitung des Werkes Rudolf Steiners auf die Art zum Ziele gesetzt hat, daß die Rudolf Steiner Gesamtausgabe im Bibliothekswesen der internationalen Welt zu finden sein wird - eben jeweils als Geschenkexemplar der Konradin-Haußer-Stiftung. Nach Karl Lang in einer gedruckt veröffentlichten Festansprache zum 80. Geburtstag von Konradin Haußer (Quelle: S.370)
s. auch kim


Friedrich Häusler
Veröffentlichungen: u.a.
s. auch kim


David J. Heaf
Dr. Heaf gibt u.a. die Internetseite www.threefolding.freeuk.com heraus.

1977
Wilfried Heidt (1941)
In Karlsruhe geboren. Zwischen 1961 und 1968 Studium der Philosophie, neueren Geschichte, Sozialwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte. Seit 1962 Auseinandersetzung mit Anthroposophie und Anthroposophen. Nach dem dramatischen Jahr 1968 Entschluß, das eigene Wirken dem Impuls der Dreigliederung des sozialen Organismus zu widmen: 1970/71 Mitbegründer des Internationalen Kulturzentrums Achberg, 1977/78 Mitbegründer des überregionalen Unternehmensverbandes IG Dritter Weg und maßgebliche Mitgestaltung am Gründungsprozeß der Partei Die Grünen; 1983/84 Beginn der Öffentlichkeitsarbeit für das Demokratieprojekt "Initiative Volksentscheid" ; 1991/92 Mitbegründer des Entwicklungsprojektes Media Romana (Assoziation zur Erneuerung des wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Lebens in Rumänien).

Veröffentlichungen: "Der Dritte Weg" (1974), "Einsteigen in eine andere Republik" (1980), "Abschied vom Wachstumswahn" (1981), "Volkssouveränität und Volksgesetzgebung - Die Kernpunkte der Demokratiefrage I" (1990).



Michel Heinen-Anders (1960)
Geb. 25.02.1960, zwei Töchter, Studien als Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Diplom-Ökonom (Berg. Uni Wuppertal) 1988, lebt in Köln, dort ehemals Mitherausgeber einer Literaturzeitung, 1998 – 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln. Weitere Tätigkeiten in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Sozialwesen und Verwaltung. Seit 1994 Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft, Zweig Köln. In den Jahren 1996 – 1997 Vorstandsmitglied der ELIAS- Initiativgemeinschaft e.V. (Flensburg). Erstveröffentlichung: „Ich und Du – Fundstücke“ im De Holtes Verlag, Bruttig-Fankel, 2008. Weitere ausgewählte Veröffentlichungen: „Selbsterfüllende und selbstzerstreuende Insolvenzprognosen als Ansätze zur Erklärung krisenverschärfenden Verhaltens – Ein wirtschaftspsycho- logischer Beitrag zur Finanzkrise“ (Selbstverlag, Köln 2009) sowie „Kapitalneutralisierung als Dreigliederungsaufgabe - Eine interdisziplinäre betriebswirtschaftliche Studie“ (Selbstverlag, Köln 2009); „Späte Rehabilitation – Gedichte und Prosa“ bei BOD, Norderstedt 2009.

Darüber hinaus gibt es an derzeit von ihm erhältlichen Dreigliederungsschriften zwei Bände, veröffentlicht bei www.bod.de (books on demand), unter dem Titel "Aus anthroposophischen Zusammenhängen. Beiträge zu Anthroposophie, Dreigliederung und Esoterik" (Band I) sowie "Aus anthroposophischen Zusammenhängen Band II".



Johannes Heinrichs (1942)
Prof. Dr. , Studium der Philosophie und Theologie,
1972Promotion in Bonn,
1975 Habilitation für Philosophie an der Ordensschule St. Georgen, anschließend Stiftungsprofessur für "Agrar-Kultur und Sozialökologie an der Universität in Berlin (Nachfolge von Rudolf Bahro)

Heinrichs entwickelte eine Viergliederung, die Strawe im Rundbrief Dreigliederung des sozialen Organismus Nr.1/2002 besprochen hat.



Jens Heisterkamp
Dr. Heisterkamp ist Redakteur bei der Zeitschrift Info3.


Rolf Henrich (1944)
Jurist und Autor von "Der vormundschaftliche Staat..." (1989)
Online-Biografien hier und dort



Albrecht Hemming
Mitarbeit im Beratungsinstitut MIRA Staufen/Auckland
Veröffentlichungen:
Die Organisation für Stachelschweine, das föderative Prinzip in der Bundesphase einer Organisation, Autoren: A.Hemming, Elanie Beadle, erhältlich über MIRA, Im Rondell 1, 79219 Staufen



Dieter Henrichs (1940)
Er gehörte mit Heinz Knauss und 36 Gründungsmitgliedern zu den Initiatoren der ersten NATURATA in Überlingen, einem Versuch, für den Impuls der Dreigliederung praktisch zu arbeiten. Er ist Kaufmann und war nach mehrjähriger selbständiger Tätigkeit in Südafrika nach seiner Rückkehr für fünf Jahre Geschäftsführer der Waldorfschule in Überlingen. Mit weiteren Initiatoren verfolgte er 1983 bis ca. 1992 die Gründung des assoziativ-ökologischen Siedlungsprojektes "Neue Wege" bei Weikersheim, das aber nicht zustande kam.


Günter Herrmann (1931)
Online-Biografie
Veröffentlichungen:



Udo Herrmannstorfer (1941)
Betriebswirt, tätig als Berater von Unternehmen und Einrichtungen bei der Gestaltung sozialer Prozesse, Strukturen und der Schulung von Mitarbeitern
Leitung des Instituts für zeitgemäße Wirtschafts- und Sozialgestaltung, Dornach (CH)
Seminartätigkeit u.a. beim Institut für soziale Gegenwartsfragen, Stuttgart
Veröffentlichungen:



Ralf Hesse (1951)
Biografische Notiz ( )

Gibt u.a. die Internetseite des Seminars für Freiheitliche Ordnung in Bad Boll heraus ( www.sffo.de)



Karl Heyer (1888 - 1964)
Geboren in Hanau (Hessen), 1907-1910 Studium der Rechte in Genf und Kassel, 1911 hörte er Steiner erstmals in Frankfurt (über das "Goethesche Märchen") und studierte auf den Rat Steiners Geschichte. 1917 wurde er Dr. iur. et phil. und war bis 1920 juristischer Mitarbeiter von Verwaltungsbehörden. Der Aufruf Rudolf Steiners "An das deutsche Volk und die Kulturwelt" wirkte auf ihn tief beglückend. Sofort setzte sich Karl Heyer als Redner und Schriftsteller für die soziale Dreigliederung ein. Von Sommer 1920 an finden wir ihn in Stuttgart als Mitarbeiter des Bundes für Dreigliederung. Nach dem Ende des Dreigliederungsbundes arbeitete er als Mitarbeiter der Anthroposophischen Gesellschaft weiter in Stuttgart, war auch Mitglied des "Dreißiger-Kreises." Bis zum Verbot der Gesellschaft 1935 folgte eine intensive Vortragstätigkeit, später trat die schriftstellerische Arbeit immer mehr in den Vordergrund.
Während und nach der Verbotszeit entstanden in Kreßbronn am Bodensee die meisten seiner grundlegenden, anthroposophisch orientierten Geschichtsbetrachtungen. Er verstarb in Freiburg im Breisgau.

Veröffentlichungen:
Rechts- und staatsgeschichtliche Entwicklungslinien. Stuttgart 1922
Das Wunder von Chartres. Basel 1926
1982. Menschheitsfragen der Gegenwart im Lichte anthroposophischer Welterkenntnis. Basel 1927
Das Schicksal des deutschen Volkes und seine Not. Stuttgart 1932
Kulturkrise und Anthroposophie. Stuttgart 1933
Aus dem Jahrhundert der französischen Revolution. Kressbronn 1956
Geschichtsimpulse des Rosenkreuzertums, Kressbronn 1959
Vom Genius des Mittelalters. Kressbronn 1960
Wer ist der deutsche Voksgeist? Kressbronn 1961
Wenn die Götter den Tempel verlassen. Freiburg 1947, 2. Auflage: Der Staat als Werkzeug des Bösen. Der Nationalsozialismus und das Schicksal des deutschen Volkes. Stuttgart 1965
Beiträge zur Weltgeschichte, Band I - IX, 1939 - 1958 (Quelle: S.371f)

s. auch kim


Jobst von Heynitz (1938)
Waldorfschüler, Jurastudium, selbständiger Notar in München. Mitarbeit am Seminar für freiheitliche Ordnung in Bad Boll.


Hans Hintze-Tanner
Dr. Hans Hintze-Tanner, Veröffentlichung:
Zur Gesundungmenschlicher Gemeinschaft
Die Dreigliederung des sozialen Organismus
Verein für anthroposophisches Heilwesen, Bad Liebenzell
ISBN 3-922060-29-3
z. Zt. vergriffen



Ernst von Hippel
Anthroposophisch orientierter Staatsrechtslehrer, durch dessen Mitwirkung in der Nachkriegszeit Elemente der Dreigliederung in das Grundgesetz einfließen konnten (z.B. die Sozialverpflichtung des Eigentums, Dreiteilung der Staatsgewalten). Vertrat teilweise Ansichten, die nur partiell in Richtung Dreigliederung gingen (s. in der Dreigliederungs-Bibliografie hier und hier).

s. auch kim


Wilhelm von Humboldt (1767-1835)
Geboren in Potsdamm (Bruder des berühmten Naturforschers Alexander v.H.)
1779 Tod des Vaters, Erziehung durch Privatlehrer
1787 Studium der Philologie, Geschichte und Rechtswissenschaft in Frankfurt/Oder und Göttingen
1789 Reisen und Verlobung
1790 Referendar am Kammergericht
1791 Ausscheiden aus dem Staatsdienst, Heirat mit Caroline Dachenröder (8 Kinder, von denen 3 früh starben)
Leben auf den Gütern der Frau
1792 "Ideen zu einem Versuch die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen"
1794-1796 Intimer Umgang mit Schiller und Goethe
1797 Tod der Mutter, Reise nach Paris, "Über den Geist der Menschheit"
1799 Spanienreise
1800 Paris
1801 2. Spanienreise
1802-1808 Preußischer Resident beim päpstlichen Stuhl
1809-1810 Geh. Staatsrat und Direktor der Abteilung für Kultus und Unterricht in Königsberg und Berlin
1810-1813 Gesandter in Wien
1817-1818 Gesandter in London
1819 Minister für Ständische Angelegenheiten, Kampf mit Hardenberg, Karlsbader Beschlüsse, Entlassung
seit 1820 Tegel, sprachwissenschaftliche Studien
1829 Tod seiner Frau

Humboldt hat ein Leitbild für den modernen Staat in seiner Schrift "Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen" entwickelt. Diese Gedanken stehen in Einklang mit den Vorstellungen der sozialen Dreigliederung:
Die Bemühungen des Staates, den positiven Wohlstand der Nation zu erhöhen (z.B. durch Landwirtschaftssubventionen, Wirtschaftsförderung, Geld- und Währungspolitik) haben nach Humboldt die nachteilige Folge, daß die Menschen Güter erlangen, ohne ihre Kräfte für die Gesellschaft einzusetzen.

"Gerade die aus der Vereinigung mehrerer entstehende Mannigfaltigkeit ist das höchste Gut, welches die Gesellschaft gibt, und diese Mannigfaltigkeit geht gewiß immer in dem Grade der Einmischung des Staates verloren."

Er unterzieht alle Lebensbereiche einer Analyse, wieweit der Staat sich darin betätigen darf. Beispielhaft sei hier Schule und Erziehung genannt:

"Endlich steht, dünkt mich, das Menschengeschlecht jetzt auf einer Stufe der Kultur, von welcher es sich nur durch Ausbildung der Individuen höher emporschwingen kann; und daher sind alle Einrichtungen, welche diese Ausbildung hindern und die Menschen mehr in Massen zusammendrängen, jetzt schädlicher als ehemals...Nach dem ganzen vorigen Räsonnement kommt schlechterdings alles auf die Ausbildung des Menschen in der höchsten Mannigfaltigkeit an; öffentliche Erziehung aber muß, selbst wenn sie sich bloß darauf einschränken wollte, Erzieher anzustellen und zu unterhalten (schön wär's!, wb), immer eine bestimmte Form begünstigen."

Humboldt zieht am Ende seiner Betrachtung über die Grenzen staatlicher Wirksamkeit das Resümee, daß sich der Staat auf das Notwendige und nicht auf das Nützliche zu beschränken habe.

"So ist es also das Prinzip der Notwendigkeit, zu welchem alle in diesem ganzen Aufsatz vorgetragenen Ideen wie zu Ihrem letzten Ziele hinstreben."

Staat als "Notwender", nicht als "Wohlstandsbringer". Allein die Notwendigkeit, als Grundmaxime staatlichen Handels, ist nach Humboldts Ansicht, vereinbar mit der "Ehrfurcht vor der Individualität selbsttätiger Wesen"



Sigurd Ibsen (1859 - 1930)
Norwegischer Staatsmann und Schriftsteller, Sohn des Dichters Henrik Ibsen. Äußerte sich als Nicht-Anthroposoph in seinen Memoiren 1925 positiv zur Dreigliederung des sozialen Organismus (unter dem Titel "Gegensätze der Politik", Politikkens Motsetninger, Oslo; Quelle:S.49)

Steiners Vorträge u.a. Ende 1921 hatten eine zunehmende Wirkung in Kristiania (heute Oslo) gezeigt. Im gleichen Jahr hatte Richard Eriksen "Norwegens sozialen Dreigliederungsverbund" gegründet, ca. fünf Jahre später folgte die Gründung der ersten norwegischen Waldorfschule.



Karl Ingerø (1889-1972)
Karl Ingero wurde in Harnar/Norwegen geboren. Er absolvierte das Realgymnasium 1908 und das Examen an der Technischen Schule in Kristiania im Jahre 1912. Von 1912 bis 1916 war er Assistent und Lehrer an der Norwegischen Technischen Hochschule. Während des Kriegsdienstes von Prof. Watzinger mußte Ingero ihn vertreten. 1916 bis 1929 war Karl Inger Chef ingenieur im Norwegischen Dampf kraftverein, von 1919 bis 1929 administrierender Direktor bei der RuthsAccumulator AG in Oslo. 1929-1931 arbeitete er als wärmetechnischer Konsulent in der Walfangindustrie (Südeismeer). 1932-1935 widmete er sich sozialökonomischer Arbeit und versuchte durch Schrift, Wort und Praxis für die Dreigliederungsidee zu wirken. Zuletzt war er Assistent bei seinem früheren Kompagnon. 1910 bereits wurde er durch seine Schwester Marit Hoel Mitglied der Theosophischen Gesellschaft, er lernte Rudolf Steiner persönlich kennen und folgte ihm 1913 in die Anthroposophische Gesellschaft; jetzt wurde die Vidargruppe in Oslo gegründet. Ab 1921 wohnte Karl Ingero mit seiner Familie im ersten Stock der Vidarstiftung in der Oskarsgate 10. 1921 waren Rudolf Steiner und Marie Steiner hier zu Gast, ebenfalls im Mai 1923, Jetzt wurde Karl Ingerm zum Generalsekretär der Norwegischen Anthroposophischen Gesellschaft ernannt. Er behielt diesen Posten, bis ihn 1936 Curt Englert übernahm. 1922 war er beim West-OstKongreß in Wien anwesend, 1926 setzte er sich mit großer Kraft für die erste Waldorfschule in Norwegen ein. Als es um die aufzubringenden Gelder für das zweite Goetheanum ging, hat Karl Ingero aus seinen privaten Mitteln reichlich beigetragen. 1970 brach er, nach Beendigung einer esoterischen Stunde vom Rednerpult herabtretend, zusammen.
Nach einer von der Anthroposophischen Gesellschaft Norwegen vermittelten biographischen Skizze
(Quelle: S.374)

s. auch
kim


Axel Janitzki (1951)
Geboren in Gelsenkirchen. Jurastudium in Bonn und Berlin. Rechtsanwalt in der Sozietät Barkhoff und Partner seit 1980, seit 1981 verschiedene Funktionen in der GLS Bank, Ernennung zum Notar 1990. Aufsichtsratsmitglied der GLS Gemeinschaftsbank e.G., Mitgründer und -arbeiter von verschiedenen Stiftungen

Veröffentlichungen: Mitherausgabe "Alternativen zu Mietwohnung und Eigenheim...", Verlag Freies Geistesleben, 1992



Daniel T. Jones (1948)
Prof. Daniel T. Jones, geboren in Sussex, Besuch der Waldorfschule in Kings Langley, England. Studium der Volkswirtschaft an den Universitäten von Sussex (1967-70) und Manchester (1972-73). Forschungsstipendiat am National Institute for Economic and Social Research London (1973-77) sowie am Europäischen Forschungszentrum Sussex und der Forschungseinheit für Politikwissenschaft der Universität Sussex (1977-89). Er gilt als Begründer des "Lean Management". Er arbeitet als Unternehmensberater in Europa und lebt in Little Birch, Herefordshire, GB.

Europäischer Direktor des Programms "Zukunft des Automobils" des Massachusetts Institute of Technology MIT (1980-84) sowie des Internationalen Kraftfahrzeug Programms des MIT (1985-89).
Professor für Management an der Cardiff University Business School seit 1989 und Gründungsdirektor des Lean Enterprise Research Centre (1993-2001).
Rektor an "Unipart U", der ersten Firmenuniversität in Großbritannien (1993-2001).
Vorstandsmitglied des Lean Enterprise Institute, USA.
Präsident der englischen Association for Manufacturing Excellence.
Jurymitglied des British Quality Prize (1998-99) und des BMW Science Prize (1995-99) und des WELEDA Umweltpreises (seit 2001 jährlich)
Mitglied folgender Regierungskommissionen: Social Science Research (1994-97), Rethinking Construction (1998), Manufacturing 2020 (2000), Automotive Innovation and Growth (2001). Shingo Preisträger 1992 und 1996.


Veröffentlichungen (Auswahl):
James P. Womack, Daniel T. Jones, Alan Altshuler, Martin Anderson and Daniel Roos: The Future of the Automobile, 1984
James P. Womack, Daniel T. Jones, Daniel Roos: The Machine that Changed the World, Rawson Associates, New York 1990
James P Womack, Daniel T Jones und Daniel Roos: Die Zweite Revolution in der Autoindustrie, Campus Verlag, 1991.
James P. Womack, Daniel T. Jones: Lean Thinking, Simon & Schuster, New York 1996
James P. Womack und Daniel T. Jones, Auf dem Weg zum perfekten Unternehmen, Campus Verlag, 1997.

Die Unternehmen der "Schlanken Produktion" (auch "Toyota-Produktion-System" genannt), können als eine Vorstufe der Assoziationen verstanden werden: Übertragung eines Maximums an Aufgaben und Verantwortung auf die Arbeiter in der Fertigung, sofortige Fehlerentdeckung und -beseitgung der Ursache, Fertigung nach Bedarf (Menge und Eigenschaften), ständiger Informationsfluß und ständige Kooperation.

Lesen Sie auch bei Info3 ein englisches Interview mit Jones ().

Mir will nur scheinen, daß der Entwicklungsschritt vom schlanken Unternehmen hin zu Assoziation einer "mission" bedarf, die bei den Japanern in einer Art betrieblichem Zusammengehörigkeitsgefühl kulturell veranlagt war. Eine assoziative Weltwirtschaft wird neben der Vervollkommenung der lean-prodution-Fähigkeiten und Nachhaltigkeit, ein Bewußtsein für eine alle Menschen verbindende Aufgabe (Mission) entwickeln, die traditionelles Christentum zu einem "Alltagschristentum" wandeln wird.




Manfred Kannenberg-Rentschler (1942)
Diplom-Volkswirt und Buchhändler, in Stettin geboren und zuerst 1961 im sogenannten Abitur mit der Währungsfrage konfrontiert als tags zuvor die westdeutsche Mark zum ersten Mal aufgewertet wurde. Er absolvierte eine kaufmännische Lehre in der Industrie und studierte Volkswirtschaftslehre in München. Berlin und in den USA. Seine M.A.-Arbeit behandelte den Eurodollar-Markt und die Diplomarbeit den Goldstandard von 1914. Nach zwei Jahren Ausbildertätigkeit in einem Industrieunternehmen schloß er sich dem Berliner Institut für soziale Gegenwartsfragen an und widmete sich besonders der Geldfrage. Seit 1976 Gründung und Betrieb der Buchhandlung für Geisteswissenschaft und Soziale Frage in Berlin.
Veröffentlichungen: "Die Dreigliederung des Geldes...", Verlag am Goetheanum, 1988



Rolf Kerler (1942)
1968 - 1989 Geschäftsführer der GKG, seit 1973 Vorstand der Gemeinnützigen Treuhandstelle; von 1974 bis 1989 im Vorstand der GLS-Bank. von 1989 bis 2002 Vorstandmitglied er Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Jetzt Geschäftsführer der Evidenz-Gesellschaft und Mitglied im Verwaltungsrat der Weleda AG.

Veröffentlichungen: (zusammen mit Michael Bockemühl): "GLS Gemeinschaftsbank. Neue Formen im Umgang mit Geld" (Stuttgart 1985).



Anton Kimpfler (1952)
Geboren in Kißlegg im Allgäu, freier Schriftsteller, Verleger, Journalist und Dozent, lebt in Freiburg im Breisgau

In verschiedenen Ländern wirkt er mit vielen Menschengruppen zusammen. Schwerpunkte seiner Arbeit: Neue soziale und spirituelle Wege, Fragen zwischenmenschlicher Beziehungen, aktuelle Zeitprobleme. Verfasser zahlreicher Bücher und Herausgabe der Zeitschrift "Wege"



Michael Kirn (1939)
Geboren in Ravensburg. Abitur 1958 (Rottweil). Jura-Studium 1958 - 1963 (Tübingen und Berlin). Assistent am Seminar für Staatsphilosophie und Rechtspolitik 1968 - 1974 (Universität zu Köln). Dissertation: "Verfassungsumsturz und Rechtskontinuität?" (1972, betrifft die Rechtsprechung nach 1945 zum Dritten Reich). Habilitation für Öffentliches Recht (1975). Seit 1975 Professor für Staatsrecht und Staatslehre an der Universität der Bundeswehr, Hamburg. Wichtige Publikationen: Der Computer und das Menschenbild der Philosphie (Stuttgart 1985); Hegels "Phänomenologie des Geistes" und die Sinneslehre Rudolf Steiners (Stuttgart 1989); Der deutsche Staat und Europa (Stuttgart 1991).


Heinz Kloss (1904)
Volkswirtschaftliches Studium, beruflich seit 1927 nationalitätenkundliche und sprachsoziologische Forschungen, weltanschaulich seit 1938 langsamer Übergang zur Anthroposophie

Rund 40 Veröffentlichungen und Broschüren: z.B. Lehrer - Eltern - Schulgemeinden (1949), Waldorfpädagogik und Staatsschulwesen (1955), »

s. auch kim


Nikolaus Koch
Soll ohne je etwas von Steiner gehört zu haben, ein Werk erarbeitet haben, das mit der sozialen Dreigliederung weitgehend übereinstimmt

Veröffentlichung:
Staatsphilosophie und Revolutionstheorie, Hamburg, Verlag Holsten, 1973



Henning Köhler (1951)
Bekannt vor allem durch sein bereits in vierter Auflage erscheinendes Buch "Jugend im Zwiespalt", arbeitet als Heilpädagoge in ambulanter Praxis in dem von ihm mitbegründeten «Janusz Korczak Institut» in Wolfschlugen bei Stuttgart. Weitere Veröffentlichungen: "Die stille Sehnsucht nach Heimkehr. Zum menschenkundlichen Verständnis der Pubertätsmagersucht" und "Der Geschichtenkönig und das Sternenkind. Ein Märchen".

Köhler hat viele Jahre eng mit Peter Schilinski zusammengelebt und -gearbeitet.


"Was bedeutet Dreigliederung dort, wo der Mensch dem Menschen gegenübersteht? Ist sie auffindbar, ist sie als Phänomen anschaubar? Das ist zur Überprüfung für alle, die sich 'Dreigliederer' nennen, unerläßlich. Und wir haben laut Peter Schilinski ein ganz besonders geeignetes Übungsfeld: Das ist die Gesprächskultur. Ein weiteres sehr gutes Übungsfeld ist die Pädagogik, die Erforschung und Betrachtung der kindlichen Entwicklung im Lichte der Dreigliederung."
Denker..., S. 73



Eugen Kolisko (1893 - 1939)
Er wuchs in Wien als Sohn eines Arztes auf, besuchte dort das Gymnasium, durch Vermittlung von Walter J. Stein hört er 1914 einen Vortrag Steiners, nach dem Medizinstudium und einer Assistenzzeit am physiologisch-chemischen Institut wird er von Steiner im Sommer 1920 an die Waldorfschule nach Stuttgart als Lehrer und Schularzt berufen (inzwischen verheiratet). Er beteiligte sich aufgrund seiner vielseitigen wissenschaftlichen Bildung an den Stuttgarter Lehrerkursen und an den Vorträgen zur Verbreitung der sozialen Dreigliederung. So wurde er auch in den Zentralvorstand der Anthroposophischen Gesellschaft in Stuttgart berufen. Nach dem Tod Steiners 1925 kam es zu Differenzen, weshalb er nach einer kurzen Zwischenstation nach London auswanderte und nach erfolglosen beruflichen Neubeginnen dort plötzlich verstarb.

"Gerade das Verständnis für die Geschichte, das sich aus einer solchen Betrachtung ergibt, führt auch zu der Einsicht, daß das Wirtschaftsleben nur in der Abtrennung vom Staate gedeihen kann. Am besten zeigt, dies die Entwicklung der Weltwirtschaft der englisch sprechenden Völker, die nur eben kein Imperium werden dürfte. Sie weist aber auch darauf hin, wie die westliche Menschheit die besonderen Fähigkeiten zur Ausbildung einer Weltwirtschaft hat, während die Aufgabe Mitteleuropas nur darin bestehen kann, ein freies Geistesleben zu entwickeln und zugleich aus einer wahren Geisterkenntnis Verständnis für die verschiedenen Anlagen in der Menschheit in West, Mitte und Ost. Dann wird der Goetheanismus in Mitteleuropa in einer dem modernen Bewußtsein angepaßten Weise verwirklicht, und das geschieht durch die Anthroposophie. So kann von da wieder ausgehen der Impuls für eine wahre internationale Verständigung..." aus dem Aufsatz Koliskos "Drei Hauptströmungen in der Weltgeschichte..."( in Eugen Kolisko, Goetheanistische Studien", Verlag am Goetheanum, 1989, S. 185)

s. auch kim




Karl König (1902 - 1966)
Biografie
Arzt und Begründer der Camphill-Gemeinschaften

"Der Dorfimpuls, wenn wir ihn so nennen können, ist eine neue Form, in welcher wir die Idee der Dreigliederung des sozialen Organismus verwirklichen können. Ich will damit in keiner Weise sagen, unsere Arbeit für behinderte Menschen sein ein Mittel zum Ziel, die soziale Dreigliederung einzuführen. Unsere Arbeit für Behinderte ist so ernst, so erfüllt von dem Willen und dem Enthusiasmus zu helfen, wie sie nur sein kann; aber allmählich hat sie sich auch als eine von wahrscheinlich mehreren Möglichkeiten erwiesen, die Dreigliederung Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn immer Sie am Verzweifeln sein sollten, dann wenden Sie sich den Ideen der Dreigliederung des sozialen Organismus zu, wissend, daß dies eine neue Gelegenheit, ein neuer Aufruf ist, zu versuchen, der Menschheit die einzige zur Verfügung stehende Hilfe für eine Erneuerung des sozialen Lebens nahezubringen. Lassen Sie mich wiederholen: die einzige zur Verfügung stehende Hilfe. Ich sagte schon am Anfang dieser Tagung, daß wir höchstens Selbstzufriedenheit gewinnen, wenn wir vor den gegenwärtigen Lebensbedingungen um uns herum die Augen verschließen. Nicht, daß wir besser wären - vielleicht sind wir sogar in mancherlei Beziehung schlechter -, aber was uns heute überall entgegentritt, ist Zerfall, Zerfall der menschlichen Lebensbedingungen, Zerfall der sozialen Zustände, Zerfall, der nur zu Verderbnis und Tod führen wird." Vortrag 20.Januar 1964 Der Impuls..., S. 230f

s. auch kim




Dieter Koschek
Lebt und arbeitet seit 1987 im Projekt Eulenspiegel (s. Schilinski). Er arbeitet in der Redaktion des jedermensch mit. Die soziale Frage ist ihm ein Anliegen und zahlreiche Gruppen und Initiativen wurden von ihm initiiert und begleitet (www.eulenspiegel.de)


Karl Kossmann (1927)
Geb. 1927, Industriekaufmann. Von 1952 bis 1996 Mitarbeiter und Geschäftsführer der WALA. Mitbegründer der WALA-Heilmittel GmbH (1980), der WALA-Stiftung und der Dr. Hauschka-Stiftung (1986).


Ingo Krampen
Notar, Rechtsanwalt und Mediator in Bochum, auch tätig im Europäischen Forum für Freiheit im Bildungswesen und seit 1998 in der "Freien Schiedsstelle" bei der Gemeinnützigen Treuhandstelle e. V in Bochum.


Clara und Rudolf Kreutzer (1896 - ? und 1887 - 1976)
Clara Kreutzer wurde in Nürnberg geboren. Um die Zeit ihres 21. Geburtstages las sie Rudolf Steiners Buch "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?", das ihrem Leben die innere Richtung gab. 1921 heiratete sie Dr. Rudolf Kreutzer, der von seinem Vater die Bleistiftfabrik J.S. Staedtler übernommen hatte. Rudolf und Clara Kreutzer wurden 1924 Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft, nachdem sie vorher schon der Christengemeinschaft beigetreten waren. Clara Kreutzer nahm 1924 am Dramatischen Kurs Rudolf Steiners in Dornach teil und hörte auch die gleichzeitig gehaltenen Karmavorträge. Von 1931 bis 1981 war sie Leiterin zunächst des Carl-Unger-Zweiges, nach dem zweiten Weltkrieg des "Arbeitszentrums" Nürnberg. Am Wiederaufbau der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland waren Rudolf und Clara Kreutzer als Vorstandsmitglieder maßgeblich beteiligt: Rudolf Kreutzer als Schatzmeister, Clara Kreutzer als Generalsekretär zusammen mit Paula Dietrich, Ernst Weißert und Friedrich Kempter. Daß Spaltungstendenzen sich nicht durchsetzen konnten, ist wesentlich Rudolf und Clara Kreutzer zu danken. In Nürnberg gab es nach dem zweiten Weltkrieg immer nur  e  i  n  e  Anthroposophische Gesellschaft. Die europäische Zusammenarbeit wurde gefördert durch Begründung des "Scheveninger Kreises". Der "Heidenheimer Kreis" anthroposophischer Unternehmer erhielt durch Rudolf und Clara Kreutzer innere Form. Die großen Erfolge auf wirtschaftlichem Felde führten 1950 zur Einrichtung der "Rudolf und Clara Kreutzer Stiftung", die segensreiche Wirkungen in der Waldorfschulbewegung und in der anthroposophisch orientierten Forschung (Rudolf Steiner-Fonds für wissenschaftliche Forschung) zeigt. Manfred Krüger

Veröffentlichungen:
Kreutzer, Clara:
Starke Einheit in der freien Vielfalt. Stuttgart 1986.
Kreutzer, Dr. Rudolf:
Gesammelte Aufsätze aus den Staedtler-Nachrichten 1948-1965. Nürnberg 1965.
Meine Ziele, München 1967 (Quelle: S.381f)

s. auch kim
und kim


Martin Kriele (1931)
Dr.jur., LLM (Yale). Seit 1967 o. Professor für Staatslehre und öffentliches Recht, Universität zu Köln, Direktor des Seminars für Staatsphilosophie und Rechtspolitik; seit 1968 Herausgeber der Zeitschrift für Rechtspolitik; 1976-1988 Richter am Verfassungsgerichtshof NRW Veröffentlichungen u.a.: Kriterien der Gerechtigkeit 1963, Theorie der Rechtsgewinnung/2. Aufl. 1976, Einführung in die Staatslehre 1975/4. Aufl. 1990, Recht und praktische Vernunft 1979, Befreiung und politische Aufklärung 1980/2. Aufl. 1986, Die demokratische Weltrevolution. Warum sich die Freiheit durchsetzen wird, 1987/2. Aufl. 1989, Recht - Vernunft - Wirklichkeit (gesammelte Aufsätze) 1990.


Bruno Krüger (1887-1979)
Dr. Bruno Krüger wurde in Berlin geboren. Er begann Jura zu studieren und schloß noch kurz vor Kriegsbeginn mit der Promotion ab. Nach einem Jahr als Anwaltsvertreter kam das große Staatsexamen und danach eine kurze Militärzeit. Wegen eines Augenleidens wurde er im Oktober 1916 ins Wirtschaftsdezernat der Berliner Staatsanwaltschaft berufen.

Am 6. August 1918 hörte er Rudolf Steiners letzten Vortrag des Vortragszyklus "Gesunder Blick für heute und wackere Hoffnung für morgen". Bruno Krüger wußte sofort: "Der Redner ist der gegenwärtige Träger des Grals". Er wurde Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Im Frühjahr 1919 fragte Rudolf Steiner ihn, ob er die Dreigliederungsarbeit für Berlin und Preußen übernehmen wolle. Jetzt begann wohl die reichste Zeit im Leben von Bruno Krüger. Zusätzlich zur Berliner Arbeit fuhr Bruno Krüger übers Wochenende oftmals nach Hamburg, um dort Vorträge über Dreigliederung vor über 1000 Zuhörern zu halten. Anfang 1920 berief Rudolf Steiner Bruno Krüger nach Stuttgart zur Leitung des Bundes für soziale Dreigliederung, gleichzeitig als Syndikus für alle Betriebe der AG Der Kommende Tag. Erst am 1. Juli 1921 wurde seinem Entlassungsgesuch aus dem Staatsdienst stattgegeben - aber nun war der in Stuttgart in Aussicht gestellte Posten besetzt. Von seiner Frau mußte er sich trennen, da sie nicht willens war, seinen Weg mitzugehen. In Tilly Anton, durch welche er den Weg zu Rudolf Steiner gefunden hatte, fand er seine neue Lebensgefährtin. Er begann, Vortragsreisen zu übernehmen, außerdem wurde er Büchervertreter für das anthroposophische Schrifttum.

Krüger erbat von Rudolf Steiner einen rechtswissenschaftlichen Kursus. Dies lehnte Rudolf Steiner ab und die Einrede Krügers: "aber die Rechtswissenschaft ist doch sehr bedeutend", beantwortete er: "gewiß, sogar die bedeutendste. Aber was haben die Menschen daraus gemacht!"

Nach verzweifelten Jahren der Bemühung um eine neue Berufsexistenz erhielt er erst 1933 die Zulassung als Rechtsanwalt in Württemberg. Nach dem Krieg wurde er als Verfolgter des Naziregimes mittätig bei den Entnazifizierungskomitees der Juristen. Seine anthroposophische Vortragstätigkeit erlitt keine Unterbrechug. Während der Verbotszeit sprach er in Privathäusern. Den Rat Rudolf Steiners, seinen Weg ganz allein zu gehen, befolgte er. Nach dem Krieg hat er an den Mitgliederversammlungen, den Beratungen der Zweig- und Gruppenleiter und an allen Bemühungen um eine Neugestaltung der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland teilgenommen. Als dann vieles in geregelte Bahnen einmündete, hat er sich weitgehend wieder aus allen Zusammenkünften zurückgezogen.
Nach Gundhild Kacer-Bock in Mitteilungen, 1980.(Quelle: S.382f)
Im Verlag Wege, Freiburg (Herausgeber Anton Kimpfler) erschien 1993 über ihn "Bruno Krüger, Leben und Schicksal - Vom Weg eines Wahrheitssuchers"

s. auch kim


Walter Kugler
Studium der Erziehungswissenschaft. Mitarbeiter der Rudolf-Steiner-Nachlaßverwaltung. Herausgeber der "Beiträge zur Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe". Im Archiv der Nachlaßverwaltung vor allem für die Herausgabe sozialwissenschaftlicher Schriften und Vorträge Rudolf Steiners verantwortlich. Nahm an den Dreigliederungs-Treffen in der Witthüsler-Teestube auf Sylt teil. War aktiv in der APO.

Veröffentlichungen: "Selbstverwaltung als Gestaltungsprinzip eines zukunftorientierten Schulwesens" (Stuttgart 1981); "Rudolf Steiner und die Anthroposophie" (Köln 1980).



Hans Kühn (1889 - 1977)
Geboren in Schwäbisch-Gmünd, nach dem frühen Tod des Vaters verzog die Mutter nach Stuttgart. Dort besuchte Hans die Realschule und begann mit einer kaufmännischen Lehre. Mit 17 Jahren kam er im Rahmen seiner Ausbildung bei der Norddeutschen Raffinerie in Hamburg nach England und Holland, nach Hamburg und Frankfurt. Er fand sich bald in verantwortlichen Stellungen.
Im Herbst 1912 hörte er Rudolf Steiner, auf den er durch Emil Leinhas und Louis Werbeck hingewiesen worden war, zum ersten Mal, und 1914 hatte er ein ersten Gespräch mit ihm in Kassel. Nach einer schweren Erkrankung bei den Kämpfen um Verdun und bei seiner Heimatversetzung zu einer vorübergehenden Tätigkeit als Instruktionsoffizier in Ludwigsburg, wurde er im Sommer 1917 an eine Amtsstelle der Stuttgarter Militärpolizei versetzt, um die Lebensbedingungen der Kriegsgefangenen in der württembergischen Industrie zu überwachen. Diese Aufgabe erlaubte ihm nicht nur, einen genauen Einblick in die Verhältnisse der Stuttgarter Arbeiterschaft, sondern machten ihm auch die Notwendigkeit der Realisierung der Sozialideen Steiners bewußt. Hier schloß er sich einer Gruppe anthroposophischer Freunde an, die mit Carl Unger regelmäßig die militärische und politische Lage berieten. In diesem Kreise fand er auch Emil Molt, der in den Besitz eines der Memoranden gekommen war, in denen die Idee der Dreigliederung des sozialen Organismus für die damals Verantwortlichen skizziert war. Auf den Hinweis Rudolf Steiners, daß einzig Prinz Max von Baden als Reichskanzler eine Änderung der Verhältnisse herbeiführen könne, handelte Hans Kühn. In Galauniform begab er sich zu Max von Baden, um ihn über die Bedeutung Rudolf Steiners aufzuklären. Prinz Max zeigte volles Verständnis. In der nun folgenden "Dreigliederungszeit" hatte Hans Kühn ein reiches Tätigkeitsfeld. Zeitweise war er Geschäftsführer im "Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus". Er vermittelte Gespräche Rudolf Steiners mit dem bayrischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner und dem deutschen Gesandten in Bern, Prof. Wilhelm Förster.1924 bezog er mit seiner Gattin Ada (geb. Honegger) sein Haus in Arlesheim. 1956 rief er die Arbeitsgemeinschaft für soziale Dreigliederung und eine Zeitschrift "Beiträge zur Dreigliederung des sozialen Organismus" ins Leben.
Nach Johannes Tautz in Mitteilungen, 1977

Veröffentlichungen:
Mythologische Motive in Romanischen Kirchen. "Widar". Schaffhausen 1945.
Die Darstellung des Abendmahles im Wandel der Zeiten. Schaffhausen 1948.
Schicksal Europas und Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (mit Hans Leber). Freiburg/Br. 1966.
Xistos. Kunst als Sprache des Geistes. Arlesheim 1972.
Botticelli. Dornach 1975.
Dreigliederungs-Zeit. Dornach 1978.
(Quelle:S.383)

s. auch kim


Walter Kühne (1885 - 1970)
Er studierte zunächst Bauingenieurwesen in Dresden und Danzig (1904-1907), anschließend Nationlaökonomie, Kunstgeschichte und Slawistik in München und Berlin. Durch einen Studenten war er schon früh zu Russen und russischer Literatur in Beziehung gekommen, ebenso später in Berlin zu Polen und Tschechen, wie zu deren Literatur. In München wohnte er in der vegetarischen Pension "Der Fruchtkorb", hier stieß er auf Edouard Schures Buch "Die großen Eingeweihten" und lernte Rudolf Steiner kennen, der ihm erlaubte, Mitgliedervorträge zu hören, ohne Mitglied zu sein. 1908 wurde er Mitglied der damaligen Theosophischen Gesellschaft. Nach dem Kriege wurde er Leiter des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus in Stuttgart. In den Jahren 1920-29 wurde er wiederholt gebeten, die anthroposophische Arbeit in Prag und anderen tschechischen Orten als Vortragender zu unterstützen. Nach Hermann Ehret in Mitteilungen, 1970

Veröffentlichungen:

Tolstojs Entwicklung, Wandlung und Denkweise. Berlin 1913. Rudolf Steiners Lebenswerk. Breslau 1921.
Im Kampfe um die Anthroposophie. Breslau 1922.
Rudolf Steiners Stellung im weltgeschichtlichen Wandel des Menschen und der Gesellschaft. Breslau 1922.
Ferner 1060 Aufsätze anthroposophischen und slawistischen Inhalts.
Graf August Cieskowski, ein Schüler Hegels und des deutschen Geistes. Leipzig 1938.
(Quelle:S.383f)

Arfst Wagner hat im Novalis Verlag 1989 das Buch "Die Stuttgarter Verhältnisse" herausgegeben, das Aufzeichnungen von Walter Kühne aus der damaligen Dreigliederungszeit und aus der Zeit der Oberschlesienaktion enthält, in der Kühne mitwirkte.

s. auch kim


Karl Künstler (1874-1971)
Er wurde als siebtes Kind eines Buchdruckereibesitzers in Köln-Mühlheim geboren. Der Vater starb wenige Monate nach Karls Geburt. Die Mutter mußte alleine dem Geschäft vorstehen. Nach dem Besuch des Realgymnasiums trat er in das elterliche Geschäft ein. Dem Neunundzwanzigjährigen vermittelt Mathilde Scholl eine Begegnung mit Rudolf Steiner. Fortan gehörte er einem Kreis in Köln an, der unter Leitung von Mathilde Scholl ein reges geisteswissenschaftliches Leben entfaltete. Im Jahre 1911 vermählte sich Karl Künstler mit Amalie Biesenbaum. Als Rudolf Steiner nach dem ersten Weltkrieg für die Dreigliederung zu wirken begann, äußert er sich Karl Künstler gegenüber, daß er in Stuttgart zu einer gedeihlichen Arbeit unbedingt eine Tageszeitung brauche. Diese möge er ihm schaffen. Karl Künstler war bereit, seine Zeitung in Köln zu verkaufen, um in Stuttgart eine solche ins Leben rufen zu können. Besondere Umstände verhinderten die Verwirklichung dieses Planes. Jahre hindurch hat Karl Künstler im Schatzkomitee der Anthroposophischen Gesellschaft mitgearbeitet.
Bis ins Jahr 1969 konnte er regelmäßig die Gruppen in Bonn und Fahr bei Neuwied besuchen.
Nach Berta Petzl in Nachrichtenblatt, 1971.
(Quelle:S.384)



Gotthart von Kürthy (1922 - 1995)
Er hatte sich engagiert vor allem der Dreigliederung des sozialen Organismus zugewendet und nahm seit vielen Jahren in verantwortlicher Mitgestaltung an einem Arbeitskreis für soziale Dreigliederung teil. Seine originellen und konstruktiven Vorschläge und Beiträge belebten die Arbeit in diesem Kreis. Auf seinen Vorschlag wurde vor der eigentlichen Arbeit des Kreises an den Abenden ein Teil der Zeit dem Werk "Die Philosophie der Freiheit" von Rudolf Steiner gewidmet. Es ergaben sich daraus oft fruchtbare Beziehungen zu den sozialkundlichen Themen. Auch in seinem Betrieb, wo er auch behinderte Menschen beschäftigte, versuchte Gotthart v. Kürthy, Ideen der Dreigliederung des sozialen Organismus anzuwenden wie z.B. in der Lohnfrage
Als Kleinkind ist Gotthart v. Kürthy noch Rudolf Steiner begegnet, auf dessen Rat er die Vornamen Gotthart Johannes erhielt. Er war der erste Täufling der damals kurz zuvor gegründeten Christengemeinschaft. Er besuchte dann später die Waldorfschule Uhlandshöhe. Die politischen Verhältnisse während des Dritten Reiches machten es notwendig, daß Gotthart v. Kürthy Stuttgart verließ. Er kam schließlich nach England, wo er die dortige Waldorfschule weiter besuchte, und mußte dann, ganz auf sich gestellt, das Leben meistem. Er nahm die britische Staatsbürgerschaft an und kam als britischer Soldat nach Indien und später als Besatzungssoldat nach Österreich.

Der Kreis schließt sich, indem Gotthart Kürthy mit seiner Familie sich nach dem Krieg wieder in Stuttgart niederließ. Hier baute er als selbständiger Unternehmer seinen Betrieb auf und wendete sich der anthroposophischen Arbeit und besonders der Dreigliederung des sozialen Organismus zu. Zwei Tage vor Ausbruch seiner Krankheit hat er noch an einer Wochenendveranstaltung mit dem Thema "Möglichkeiten und Grenzen eines sozialen Bankwesens" mitgewirkt. (Quelle: Nachruf von Erwin Haas aus "Rundbrief für soziale Dreigliederung")



Mathias Küster
Tätigkeit in der Biologischen Station im Hotzenwald und in der Arge für Sozialwissenschaft und Sozialgestaltung des Lorenz-Oken-Instituts, Haus Murgquelle in Herrischried


Ina und Markus Landt (1965 und 1966)
Wopsweder Künstlerpaar und Mitinitiatoren des Geldprojektes Roland-Regional in Bremen (mehr www.roland-regional.de)

Online-Biographien:
Ina Landt


Wolfgang Latrille (1905)
Volkswirtschaftliches Studium mit dem Abschluß des Grades Diplomvolkswirt 1926. Nach verkürzter Lehre wirtschaftliche Praxis auf dem Gebiet des Verkaufs bzw. der Verkaufsorganisation in ausländischen Filialen der Osram-Werke in Manila, Shanghai, Hongkong, Buenos Aires, Säo Paulo, die letzten 12 Jahre als Geschäftsführer bei Osram do Brasil. 1973 Rückkehr nach Europa. Studium der von Rudolf Steiner begründeten Sozialwissenschaft.

Veröffentlichung: "Assoziative Wirtschaft" (Stuttgart 1985).



Friedrich (Fred) und Jutta Lauer
Biografie?


Stefan Leber (1937)
Waldorfschule, Ausbildung und Tätigkeit als Chemiegraph, über 2. Bildungsweg Studium zum Diplom-Politologen in Berlin, Besuch des Lehrerseminars am Goetheanum, ab 1972 Lehrer an der Freien Waldorfschule Pforzheim. Seit 1973 Dozent am Seminar für Waldorfpädagogik in Stuttgart und Vorstandsmitglied im Bund der Freien Waldorfschulen. Herausgeber der Reihe "Zeichen der Zeit" im Verlag Freies Geistesleben

Veröffentlichungen über "Die Sozialgestalt der Waldorfschule" (Stuttgart 1978, Frankfurt 1984) und über die Geschlechtserziehung in Waldorfschulen. Zwei Bände in der Reihe "Beiträge zur Anthroposophie": Der Mensch in der Gesellschaft (als Hrsg., Stuttgart 1977) und Selbstverwirklichung Mündigkeit Sozialität (Stuttgart 1978, Frankfurt 1982).Freiheit durch Gewalt? (Stuttgart 1987). "... es mußten neue Götter hingesetzt werden" (Stuttgart 1987). Herausgeber des Sozialwissenschaftlichen Forums (Stuttgart ab 1986).



Emil Leinhas (1878 - 1967)
Er wuchs im väterlichen Kolonialwarengeschäft auf: hier erhielt er auch seine erste kaufmännische Ausbildung. Am Beginn des neuen Jahrhunderts zog es ihn nach Hamburg. Er nahm Geigenunterricht bei Louis Werbeck. Spiritismus, Okkultismus und Theosophie traten durch Werbeck in den Gesichtskreis, und in der 2. Hälfte des Jahres 1903 fiel zum ersten Male der Name Rudolf Steiner. 1910 gab ihm Rudolf Steiner seine erste persönliche Meditation, und seit 1911 nahm Leinhas an den esoterischen Stunden teil. Sehr früh beschäftigte ihn die soziale Seite des Lebens in der Theosophischen, dann Anthroposophischen Gesellschaft. Besonders rüttelte ihn 1914 im Hinblick auf die großen allgemeinen sozialen Verhältnisse das von Rudolf Steiner ausgesprochene Wort vom sozialen Karzinom auf (so äußerte sich Rudolf Steiner über den ökonomischen Vorgang des Produzierens auf Halde). Während des Krieges war Leinhas im Kriegsministerium, später im Kriegsernährungsamt in Berlin tätig. Er besuchte alle von Rudolf Steiner damals in Berlin gehaltenen Vorträge, wobei er bemerkte, daß der Vortragende nach Ende des Vortrages regelmäßig zunächst auf Dr. Friedrich Rittelmeyer und dann auf Leinhas selbst zuging. Die Zeitereignisse wurden anschließend besprochen. Emil Molt berief Leinhas 1919 in die Waldorf Astoria Zigarettenfabrik nach Stuttgart.

Aber auch in der Dreigliederungsbewegung wurde Leinhas benötigt. Als die Aktiengesellschaft "Der Kommende Tag" ins Wanken kam, wurde Leinhas zu deren Generaldirektor bestellt. Ihm oblag dann später die Liquidation des Unternehmens. Der kritischste Punkt aber wurde das schweizerische Schwesterunternehmen, die "Futurum AG", dessen drohender Zusammenbruch das Ansehen Rudolf Steiners auf das Schwerste hätte schädigen müssen. Bei geistesgegenwärtigem Eingreifen Ita Wegmans sprang hier Edgar Dürler ein, der dann mit Leinhas zusammenwirkte. Die Gefahr konnte abgewendet werden. In diesen allerschwersten Situationen bewährte sich Leinhas als die von Rudolf Steiner so angesprochene "Zuverlässigkeit in Person". Und wenn Rudolf Steiner in diesen Jahren Kritik zu üben hatte an so manchen Mitarbeitern, betonte er immer wieder: "Herrn Leinhas nehme ich dabei aus." Leinhas befand sich in diesen Jahren vielfach in der persönlichen Umgebung Rudolf Steiners, im Auto zwischen Stuttgart und Dornach, im Haus Hansi in Dornach als Gast bei den Mahlzeiten. Bis 1935 war Emil Leinhas Direktor der deutschen Weleda, er war Mitredakteur der Zeitschrift "Anthroposophie", ferner war er Vorstandsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland. Seit 1935 war er für die Waldorfschule tätig. Hier und in der Führung der Anthroposophischen Gesellschaft hat er dann nach dem Kriege intensiv wieder mitgearbeitet. Im Sinne des Dreigliederungsimpulses hat er im Heidenheimer Arbeitskreis - einem Kreise anthroposophischer Unternehmer - intensiv bis in die letzten Monate vor seinem Hinübergang mitgearbeitet.
Nach Fritz Götte in Mitteilungen, 1967.

Veröffentlichungen:
Die Idee des "Kommendes Tages". Stuttgart 1921.
Der Bankrott der Nationalökonomie. Stuttgart 1921.
Zur Dreigliederung des sozialen Organismus. Lorch - Stuttgart 1946.
Vom Wesen der Weltwirtschaft. Lorch 1949.
Aus der Arbeit mit Rudolf Steiner. Basel 1950.
Von den Aufgaben und Zielen der Wirtschaft in der Gegenwart und in der nächsten Zukunft. Basel 1958.
als Herausgeber: Der Nationalökonomische Kursus Dr. Rudolf Steiners am Goetheanum. 0.0. 1922.
(Quelle:S.387)

s. auch kim


Otto Lerchenfeld (1868 - 1938)
Otto Graf von und zu Lerchenfeld-Köfering, geboren in Köfering. Er trat 1907 der damaligen Theosophischen Gesellschaft bei und wurde bald Schüler Rudolf Steiners. Den ihm zugeteilten Rollen in den Münchener Aufführungen der Mysteriendramen widmete er sich mit großer Hingabe. 1911 wurde er Mitbegründer des Bauvereins, dessen Vorstand er bis 1925 angehörte Sein Name ist verknüpft mit den Geschehnissen des Schicksalsjahres 1917, denen er durch die von ihm erbetene Hilfe Rudolf Steiners eine Wendung zum Guten zu geben versuchte. Die ausführliche Darstellung dieser Zusammenhänge bleibt einem späteren Kapitel dieses Bandes vorbehalten. Für den Bau schenkte er ein Vermögen. Er setzte sich auch sonst für alle Vorhaben innerhalb der anthroposophischen Bewegung ein und half dem Einzelnen, wo er nur konnte. So finanzierte er die von Harnet von Vacano unter dem Pseudonym Harry Köhler herausgegebene fünfbändige Auswahl der Schriften von Vladimir Solovjoff. Später führte Graf Lerchenfeld die von Rudolf Steiner begründete biologisch-dynamische Wirtschaftsmethode trotz mancher äußeren Schwierigkeiten auf dem Majorat Köfering ein.
(Quelle: Teilwiedergabe aus Band III, S. 83)

s. auch
kim


Bernhard Lievegoed (1905 - 1992)
Holländischer Arzt, Psychiater, Autor, Vorsitzender der Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden. Begründer der anthroposophischen Unternehmensberatung.

Bernhard Lievegoed wurde in Indonesien geboren. Er studierte in Holland Medizin; während seines Studiums beschäftigte er sich besonders mit Fragen der Kinderpsychiatrie. Er war einer der Begründer eines heilpädagogischen Heimes in Holland. Nach Abschluß seiner Doktorarbeit über Musiktherapie widmete er sich vor allem dem Problem der Menschenführung in Industriebetrieben. 1954 wurde er Professor an der Universität Rotterdam. In dieser Zeit begründete er das Niederländische Pädagogische Institut (NPI), welches aus anthroposophischer Menschenkunde Unternehmensberatungen durchführt. 1970 folgte die Gründung der Freien Hochschule in Driebergen.

Veröffentlichungen u.a.:
Mysterienstimmungen in Europa und die neuen Mysterien, Stuttgart 1981
Lebenskrisen - Lebenschancen, München 1981
Entwicklungsphasen des Kindes, Stuttgart 1982
Mensch an der Schwelle, Stuttgart 1985
Dem 21. Jahrhundert entgegen, Frankfurt, Info3 Verlag, 1991

"Sobald der Geist sich im Raum ausdrückt, tritt er auf in einer dreigliedrigen Form, tritt er auf als Spiegelung der Dreieinigkeit. Spricht man über Dreigliederung dann spricht man über Formfragen. Etwas anderes sind die Entwicklungsfragen, die zeigen sich als Vierheit. Dann hat man es zu tun mit der Saturn/Sonne/Mond/Erde-Entwicklung, mit den vier Äterkräften, etc." S.106 -

"Die Dreigliederung hat sich intensiv beschäftigt mit dem Idealbild am Ende einer Entwicklung. Sie hat sich jedoch nicht beschäftigt mit den Gesetzmäßigkeiten des Weges dorthin. Ihr fehlt die Fähigkeit zu vermitteln, welche Schritte gemacht werden sollen, was der erste, was der nächste Schritt sein soll. Stattdessen wollen die Dreigliederer gleich den Endzustand durchsetzen. Das ist Vergewaltigung." S.109 aus: Dem 21. Jahrhundert entgegen

s. auch kim




Christof Lindenau (1928)
Hauptberuflicher Mitarbeiter der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland und Aufsichtsratsmitglied der GLS Bank.

Veröffentlichungen: "Der übende Mensch" (Stuttgart 1981); "Die Keimkräfte der sozialen Dreigliederung und ihre Pflege" (Bad Liebenzell 1983); "Soziale Dreigliederung: Der Weg zu einer lernenden Gesellschaft" (Stuttgart 1983).



Christoph Lindenberg (1930 - 1999)
Geboren in Holzminden, erzogen in einer freien Schule (Landschulheim am Solling), Praktikant im Jugendgefängnis (1949), Studium der Geschichte und Anglistik (1950-54), Staatsexamen. Lehrer an den Freien Georgenschule Reutlingen (1955-1960), ab 1960 Lehrer für Geschichte, Englisch, Kunst und Sozialkunde an der Tübinger Freien Waldorfschule; zwischenzeitlich Assistent am Seminar für Zeitgeschichte an der Universität Tübingen (1967-70), Mitarbeiter der Zeitschrift "Die Drei".

Veröffentlichungen: "Individualismus und offenbare Religion" (1970); "Waldorfschulen - angstfrei lernen, selbstbewußt handeln" (1975), Rudolf Steiner - Eine Biographie (1997) u.a.

"Das Rowohlt-Taschenbuch "Waldorfschule - angstfrei lernen, selbstbewußt handeln" erreichte mit einer Auflage von über 200.000 Exemplaren eine weite Öffentlichkeit. In seinen letzten Jahren arbeitete er (Lindenberg,wb) an einer großen Steiner-Biografie, die - vorbereitet durch eine umfassende "Chronik" des Lebens R. Steiners - 1997 in zwei Bänden im Verlag Freies Geistesleben Stuttgart veröffentlicht wurde. Sein Ansatz, R. Steiner konsequent als einen sich Entwickelnden und um Erkenntnis Ringenden darzustellen (besonders in dem Buch "Individualismus und offenbare Religion"), hat ihm nicht nur Beifall, sondern auch schwere Anfeindungen in der anthroposophischen Szene eingetragen. Sein Buch "Geschichte lehren - Thematische Anregungen zum Lehrplan" hat den Geschichtsunterricht an den Waldorfschulen maßgeblich geprägt." (Zitat Ch. Strawe aus Rundbrief für Soziale Dreigliederung Nr.2/1999/S. 26)



Eugen Löbl
Veröffentlichung:
Wirtschaft am Wendepunkt. Wegweiser in eine soziale Zukunft ohne Inflation und Arbeitslosigkeit, Achberg



Ernst Lutterbeck
Ministerialrat a.D.

Onlinenachschrift bei der Forschungsstelle für Gestaltung, Vortrag v. 15.2.89 (Ein Link )


Joachim Luttermann
Veröffentlichung:
Dreigliederung des sozialen Organismus
Grundlinien der Rechts- und Soziallehre Rudolf Steiners
Verlag Peter Lang GmbH, Frankfurt 1990
ISBN 3-631-43045-0
z.Zt vergriffen



Claude de Saint-Martin (1743 - 1803)
St. Martin brachte den Gedanken der Brüderlichkeit (neben weiteren Rosenkreuzern, etwa St. Germain) in das Begriffsarsenal der Französischen Revolution ein.
Weiteres über ihn finden Sie hier



Paul Mackay (1947)
Studium der Wirtschaftswissenschaften, Mitbegründer und Leiter der Triodos Bank, 1995 - 2002 im Vorstand der GLS-Bank, 1996 Vorstand der Allg. Anthroposophischen Gesellschaft, 2003 Leiter der Sektion für Sozialwissenschaften, Dornach


John Henry Mackay (1864-1933)
Wikipedia-Biografie hier

Lesen Sie einen Vergleich zwischen dem individualistischen Anarchismus und der Dreigliederung hier



Christian Matthiessen (1952)
Besuch der Freien Waldorfschule Stuttgart, ab 1974 Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Freiburg. Seit 1983 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für soziale Gegenwartsfragen Freiburg.


Thomas Mayer (1963)
Geboren im Allgäu, aktiv in der Mehr-Demokratie-Bewegung und für regionale Komplementäwährung, Geschäftsführer des gemeinnützigen Omnibus für Direkte Demokratie




Alfred Meebold (1863 - 1952)
Alfred Meebold wurde geboren in Heidenheim a. d. Brenz. Er kam zur Abrundung seiner Ausbildung nach Lausanne und nach England. Lediglich während und eine kurze Zeit nach dem ersten Weltkrieg hat er sich der väterlichen Firma (Württembergische Cattunmanufactur) in schwerer Zeit gewidmet. Als er wieder entbehrlich schien, reiste er wieder. - Im Schwabenalter (d.h. mit 40 Jahren) kam der Schwabe zu Rudolf Steiner. Längere Zeit finden wir ihn unter den Rudolf Steiner Nachreisenden, um dessen Vorträge und Vortragszyklen hören zu können. Alfred Meebold war von umfassender gründlicher Bildung. Er war ein emsiger Schriftsteller mit Romanen und Erzählungen. Vor allem sein Buch "Indien" (1907) fand weite Beachtung. Zwei von ihm gefundene neue Pflanzengattungen vom Himalaja und aus Westaustralien tragen seinen Namen. In der Heidenheimer Zeit hat er für die Anthroposophie und die Dreigliederung in seiner Heimatstadt einen großen Menschenkreis erreicht; vor allem auch in der Arbeiterschaft bis hin nach Göppingen, Geislingen und Ulm.
75jährig verließ er die Heimat nochmals, um Freunde in Neuseeland zu besuchen. Seine Rückkehr nach Deutschland wurde durch den Kriegsausbruch unterbrochen. Sechs Jahre lebte er so auf Hawaii. Im Jahre 1946 ging er abermals nach Neuseeland. Dort beschloß der ewige Wanderer in Havelock North 1952 sein rastloses Leben.
Nach Hanns Voith in Mitteilungen, 1952.

Veröffentlichungen
Der Weg zum Geist. Versuch einer Seelenbiographie. München 1917. Hotel Mooswald. (Roman) Basel 1928.
Zwischen Elf und Engel. (Gedichte) Ödenburg 1933.
Der botanische Wandersmann. (Gedichte) Ödenburg o.J. Irrmannsdorf (Roman) Basel 1927.
Kurs zur Einführung in die Anthroposophie Rudolf Steiners. (6 Vorträge, Maschinenschrift.)
(Quelle:S.393)

s. auch kim


Peter Meister (1929)
Dipl.-Betriebswirt, Geschäftsführer des Vereins zur Entwicklung von Gemeinschaftskrankenhäusern.


Thomas Meyer (1950)
Online-Biografie hier


Berta und Emil Molt (1876 - 1939 u. 1876 - 1936)
Berta Molt wurde geboren in Calw, wo sie auch aufwuchs. Die Mutter zog ihre Tochter zur Hilfe in der Hutmacherei heran. Diese Anstrengung beeinträchtigte die Gesundheit Bertas. Zwischen Weihnachten und Sylvester 1894 begegnete ihr auf einem Schützenfest Emil Molt.

Molt, in Schwäbisch Gmünd geboren, war schon im Alter von 13 Jahren nach dem frühen Tod seiner Eltern auf sich selbst gestellt. Er durchlief eine harte Ausbildungszeit als kaufmännischer Lehrling und wurde danach von seinem Chef nach Griechenland geschickt, um den Welthandel in der Tabakbranche kennenzulernen. Der angehende Kaufmann nutzte die knappe Freizeit zum Wandern und Turnen. Während seiner Auslandslehrzeit in Griechenland haben sich die beiden in einem stenographischen Briefwechsel ihre Lebensansichten mitgeteilt. 1899 heirateten sie und zogen nach Stuttgart.
1906 begründete Molt mit wenig Kapital die Zigarettenfabrik "Waldorf-Astoria" mit (der Name geht auf das gleichnamige New Yorker Hotel zurück, das der in Amerika weit bekannte, aus Deutschland stammende Auswanderer Astor aus dem badischen Ort Walldorf gründete). 1906 wurde auch der Sohn Walter geboren. Berta Molt wurde eine Zeitlang auch zur Buchhaltung herangezogen. Sie half beim Aufbau der sozialen Einrichtungen in der Waldorffabrik. In gleichgestimmter Hingabe nahmen Berta und Emil Molt die Anthroposophie auf. Schon 1904 hörten sie einen Vortrag Rudolf Steiners. Berta Molt besuchte danach einen Einführungskurs in die Anthroposophie, den Adolf Arenson und Carl Unger hielten, und teilte ihre Begeisterung ihrem Manne mit.1906 entschlossen sich beide zur Mitgliedschaft in der damals noch Theosophischen Gesellschaft. Sie fanden nun Zeit zur Teilnahme an Vortragszyklen Rudolf Steiners und den Münchner Aufführungen der Mysteriendramen.
Molt war einer der "Motoren" des Stuttgarter Initiativkreises, der Steiner nach den Januargesprächen 1919 in Dornach dazu bewegte, (neben dem Anstoß zur Gründung der Waldorfschule ) eine Volksbewegung für Dreigliederung in Stuttgart zu beginnen.
An den Lebensproblemen der Arbeiterschaft erkannte Emil Molt, daß die Lösung in einer erneuerten Erziehung liege. Aus dieser Einsicht entsprang die Frage an Rudolf Steiner, die zur Gründung der Waldorfschule führte.
Auf Einladung von Rudolf Steiner nahmen Emil und Berta Molt als Kollegiumsmitglieder an dem Lehrerkurs teil, welcher der Eröffnung der Schule voranging. Nach dem öffentlichen Festakt am Schulgründungstag versammelten sich Rudolf und Marie Steiner und die zwölf Lehrer des Urkollegiums zu einem gemeinsamen Essen im Hause Molt. Emil Molt berichtet: "Kaum hatten wir die Suppe gegessen, da wurde Rudolf Steiner nachdenklich, klopfte ans Glas und hielt eine wunderbare Rede... Er sprach von meiner Frau und mir, daß hier zum Lichte die Wärme komme." Dazu findet sich eine Ergänzung in den Lebenserinnerungen von Paula Dreher, der Schwester Berta Molts: "Wir hörten Rudolf Steiner sagen, daß Emil Molt wohl nicht den Mut zu dieser großen Tat der Schulgründung gefunden hätte, wenn nicht seine ihm gleichgestimmte Frau Berta ihn mit ihrer Liebefähigkeit unterstützt und ermutig hätte".
Berta Molt nahm auch die wachsenden Sorgen um den Bestand der Firma auf sich, deren Stillegung 1929 durch die Konkurrenz erzwungen worden ist.
Der aufsteigenden Entwicklung der Waldorfschule folgte seit 1933 die Bedrohung ihrer Existenz durch die politischen Ereignisse. Auch in dieser Phase hat sich Emil Molt schützend eingesetzt. Für Berta Molt kam die wachsende Sorge um die Gesundheit ihres Mannes hinzu. Sie übernahm die Pflege in Zeiten scheinbarer Besserung und schwerer Rückfälle, bis der Tod bald nach seinem sechzigsten Geburtstag dem Leiden ein Ende machte. Drei Jahre überlebte Berta Molt ihren Mann. Sie widmete sich ordnend der von Emil Molt unvollendet hinterlassenen Lebensbeschreibung. Im Sommer 1939 erreichte ihre Krankheit das Endstadium. Sie starb, ohne von der Drohung der aufziehenden Katastrophen noch berührt zu werden. Dora Kimmich

Veröffentlichungen: Molt, Emil.
Meine Calwer Zeit. Stuttgart 1937.
Von der Gründung der Freien Waldorfschule. Privatdruck, Stuttgart 1938.
Entwurf meiner Lebensbeschreibung. Stuttgart 1972.
(Quelle:S.395f - gekürzt)

s. auch kim
s. auch kim


José del Monte (1875 -1950)
Er gehörte schon dem kleinen Kreise an, der in Stuttgart im Herbst 1905 sich aus der dortigen theosophischen Gruppe herauslöste, um sich dem Studium der Geistesforschung Rudolf Steiners zu widmen. Als es sich nach mehreren Jahren darum handelte, der anthroposophischen Arbeit einen eigenen Bau in Stuttgart zu errichten, übernahm del Monte den Vorsitz des Bauvereins. Mit diesem Bau, welcher am 15./16. Oktober 1911 eingeweiht wurde, war wohl der Beginn der großzügigen Spenden verknüpft, welche del Monte jahrzehntelang der anthroposophischen Sache zuwendete. Er betätigte sich auch in der Verwaltung der künstlerischen Begründungen Marie Steiners in Deutschland, stiftete wesentliche Beträge für den Bau des Goetheanum, für die Freie Waldorfschule und gab vor allem seinen von ihm gegründeten Betrieb mit 700 Arbeitern und Angestellten in die 1920 gegründete "Aktiengesellschaft zur Förderung wirtschaftlicher und geistiger Werte: Der Kommende Tag". Dieser hat wohl in del Montes Betrieb eine seiner Haupteinnahmequellen gehabt. Als nach einigen Jahren der Kommende Tag liquidiert werden mußte, konnte del Monte seinen Betrieb - mit geliehenem Gelde - wieder erwerben. Unentmutigt arbeitete er mit seinen Teilhabern Benkendörfer und Poch weiter, bis in den dreißiger Jahren die Unternehmung Trustbildungen zum Opfer fiel. Dazu kam noch, daß José del Monte seit 1933 unter dem Naziregime als Jude zu leben hatte. Ende 1938 mußte er Deutschland verlassen und kam 1939 als Emigrant nach Dornach. Ein hilfreiches Mitglied, das ihn von früher nicht gekannt hatte, leistete ihm eine wesentliche finanzielle Hilfe. Er reiste weiter nach Chile, von wo er im Jahre 1948 wieder nach Stuttgart zurückkehrte. Im Sommer 1949 besuchte er erneut Dornach. Anthroposophie war so tief in ihm verwurzelt, daß die schweren Schicksale diesen gütigen, vornehmen Menschen nie verbittern, sondern nur vertiefen konnten.
Nach Hans Büchenbacher in Nachrichtenblatt, 1950.
(Quelle:S.396)

s. auch kim


Ulrich Morgenthaler
Ulrich Morgenthaler, geboren 1955 in Kiel. Seit 1977 Mitarbeiter am Jugend- und Kulturzentrum Forum 3, Stuttgart. 1984/85 einjährige Fortbildung am Centre for Social Development in Forest Row/England. Heute am Forum 3 verantwortlich für Veranstaltungsorganisation und Erwachsenenpädagogik. Unterstützung/Beratung bei Gruppenprozessen, Moderation und Übersetzung (Engl./Deutsch). Veröffentlichungen, Seminare zu den Themen Biografie- und Schicksalsarbeit sowie geistigen und sozialen Entwicklungen der Gegenwart. Mitarbeit in der örtlichen Agenda 21, sowie Mitglied des „Global Social Threefolding Action Forum“.


Andreas Neider (1958)
Geboren in Berlin. Nach dem Abitur Studium der Philosophie und Geschichte an der FU Berlin. Magisterabschluß mit einer Arbeit über die Idee der Freiheit in Hegels Rechtsphilosophie. Seit 1984 als Lektor im Verlag Freies Geistesleben tätig.


Wilhelm Neurohr
War Abteilungsleiter für Stadt-, Regional- und Landesplanung, jetzt freigestellt als Personalratsvorsitzender in einer Kreisverwaltung mit 1400 Beschäftigten sowie Sprecher des interkommunalen Personalrätearbeitskreises, stellv. Bezirksvorsitzender des ver.di-Fachbereiches Gemeinden sowie Mitglied im Lenkungskreis der Lokalen Agenda 21 und Agenda-Beauftragter der Kreisverwaltung Recklinghausen; beteiligte sich an den Gründungsvorbereitungen einer ATTAC-Ortsgruppe, publizierte früher in kommunalpolitischen Fachzeitschriften und war Mitbegründer eines Bürgerforum. Seit über 10 Jahren im Netzwerk Soziale Dreigliederung mitwirkend.


Monika Neve (1946)
Monika Neve , geboren in Kiel, verheiratet, 2 Kinder, Chemielaborantin, Studium der Fächer Deutsch, Philosophie, Kunst, Ausbildung zur Waldorflehrerin, war berufstätig als Realschullehrerin. Sie ist Herausgeberin und Redakteurin der Zeitschrift "Lazarus, Zeitschrift für Anthroposophie, Kunst und soziale Dreigliederung und Zeitfragen". "Lazarus" erscheint als großformatige Vierteljahreszeitschrift seit Weihnachten 1982, seit Ende 1984 unter ihrer alleinigen Redaktion.

Sie ist bemüht, nicht nur Dreigliederungs-"Männer", sondern auch -"Frauen" zu Gehör zu bringen, denn lt. Neve ist "dieser einseitige Focus ein echtes Problem für die Dreigliederungsvertretung". Sie veröffentlichte nicht nur Autoren zur Dreigliederung (Dieter Brüll in vielen Beiträgen, Hans-Joachim Windelberg, Harrie Salman, Mirjamaija Mikkola, Heide Stahl, Wilfried Heidt, Cornelia Schirneck, Thomas Brunner, Sylvain Coiplet u.a.) in der Zeitschrift und brachte entsprechende Bücher heraus (Dieter Brüll: "Waldorfschule und Dreigliederung - Der peinliche Auftrag", Harrie Salman: "Die soziale Welt als Mysterienstätte"), sondern schrieb auch selbst und hielt Vorträge zur Dreigliederung, bundesweit und vereinzelt im Ausland.
Sämtliche Jahrgänge sind in Jahresbüchern noch nachlesbar.



Nicanor Perlas
Nicanor Perlas, Philippinen. Leiter des Center for Alternative Development Initiatives. Unter Marcos Exil in den USA. Co-Autor der Philippinischen Agenda 21. Maßgeblich an der Bewegung beteiligt, die Anfang 2000 den korrupten Präsidenten Estrada stürzte. Ehemaliger Berater für sechs asiatisch-pazifische Netzwerke der Zivilgesellschaft und für drei UN-Institutionen.

Veröffentlichungen ua.:
"Die Globalisierung gestalten: Zivilgesellschaft, Kulturkraft und Dreigliederung" (Englische Originalausgabe: Shaping Globalization- Civil Society, Cultural Power and Threefolding), lesen sie bei www.dreigliederung.de einige Kapitel daraus online.



Ehrenfried Pfeiffer (1888-1961)
Ehrenfried Pfeiffer verbrachte seine Kindheit in Nürnberg und kam schon als Student intensiv mit Anthroposophie in Berührung. Der Kontakt zu Rudolf Steiner war sofort persönlicher Natur. Ehrenfried Pfeiffer fuhr Rudolf Steiner auch viel mit dem Auto und führte intensive Gespräche mit ihm. Er war führendes Mitglied der Jugendgeneration um Rudolf Steiner und studierte auf dessen Empfehlung Chemie. Auch in der Brandnacht, als der Anschlag auf das Erste Goetheanum durchgeführt wurde, stand er Rudolf Steiner persönlich zur Seite. Pfeiffer entwickelte nach Rudolf Steiners Tod die Kupfer-Kristallisationsmethode von Pflanzensäften und Blutpräparaten. Das war bahnbrechend für die auch in der anthroposophischen Medizin verwendeten "bildschaffenden" Methoden in der Experimentaltechnik, die Ätherisches bildhaft sichtbar machen können. In den USA, in die er verzog (er erhielt 1939 den Ehrendoktor der Medizin für seine Krebsforschung), wurde er Pionier in der Kompostierung von Großstadtabfällen.Er führte dort ein biologisch-dynamisches Mustergut. Ab 1942 - dem Kriegseintritt der USA - war er plötzlich als Deutscher allein und unversorgt. Er schlug sich mit Farmarbeiten durch. Er erkrankte sehr schwer und rang zwei Jahre lang immer wieder mit dem Tod. 1956 wurde er Professor für Biochemie.

Dreigliederung und Lebensenergie
Pfeiffer sah in der Entdeckung und Anwendung der Ätherenergie eine große Aufgabe. Die anthroposophischen Forschungsergebnisse sah er nur als erste Schritte auf dem Weg dahin. Daher betrachtete er sein Lebenswerk als unvollendet, als Torso.

s. auch kim


Ludwig Polzer-Hoditz (1869 - 1945)
Ludwig Graf von Polzer-Hoditz Ludwig Graf Polzer-Hoditz wurde in Prag. Sein Vater war Mathematiker. Kindheit und Schulzeit verlebt Ludwig in Graz. 1884 verläßt Ludwig das Gymnasium, um in die Kavallerie-Kadettenschule überzuwechseln. 1888 schließt er seine Ausbildung ab. 1889 wird er Leutnant, 1895 Reitlehrer für Offizierschüler. September 1900 heiratet er Baronin Berta Kotz von Dobr (geb. 1879). 1902 wird er zum Rittmeister befördert, im gleichen Jahr erfolgt die Versetzung in den Ruhestand wegen eines Kopfleidens, das auf schwere Reiterstürze zurückzuführen war. 23. November 1908 hört er, veranlaßt durch seinen Vater, in Wien einen ersten Vortrag Rudolf Steiners, "Was ist Selbsterkenntnis?". Bald beginnt das Ehepaar mit dem gemeinsamen Studium der Geisteswissenschaft. Die Gattin übernimmt die Führung im gemeinsamen Studium. 1911 wird das Ehepaar in die deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft aufgenommen. Das Ehepaar tritt in persönliche Schülerschaft bei Rudolf Steiner ein. September 1912 nimmt Polzer am Vortragszyklus über das Markus-Evangelium in Basel teil. Nach einem der Vorträge setzt er sich ziellos in eine Straßenbahn und steigt aus - in Dornach. Am selben Tag inspiziert Rudolf Steiner das zukünftige Dornacher Baugelände. Von 1913 an entwickelt sich eine Freundschaft mit Walter Johannes Stein, die bis zum Tode Polzers anhält. Zur Grundsteinlegung des ersten Goetheanum wird Polzer am 17. September 1913 telegraphisch eingeladen. Das Ehepaar nimmt am feierlichen Akt vom 20. September teil; in Oslo, in Wien, in Norrköping erleben sie wichtige Vortragszyklen Rudolf Steiners. 1916 wird Ludwigs Bruder Arthur Kabinettschef beim neuen Kaiser Karl. Infolge dieser Ernennung wird die Familie Ritter von Polzer in den Grafenstand erhoben. 1917 wird Ludwig gleichzeitig mit Otto Graf Lerchenfeld und Walter Johannes Stein von Rudolf Steiner in Berlin persönlich über dessen Memoranden unterrichtet. Im Juni 1918 besuchen Rudolf und Marie Steiner das Ehepaar Polzer auf Gut Tannbach. Anfang 1919 wird Ludwig Graf Polzer in Österreich für die Dreigliederung des sozialen Organismus tätig. Am 7. September 1920 wohnt das Ehepaar der feierlichen Eröffnung der Freien Waldorfschule Stuttgart bei. Im Oktober 1920 findet in Stuttgart mit Rudolf Steiner die erste Sitzung über die Planung des Wiener "West-Ost-Kongresses" statt. Am 1. Juni eröffnet Ludwig Graf Polzer in Wien diesen "West-Ost-Kongreß". Am Tage nach dem Brande des ersten Goetheanum, am 1. Januar 1923, ist Ludwig Graf Polzer mit seiner Frau in der Villa Hansi bei Rudolf Steiner zum Mittagessen. Ein Gespräch über die Schicksalshintergründe des Brandes kommt zustande. Michaeli 1923 wird in Wien die österreichische Landesgesellschaft der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft begründet und Polzer mit in deren Vorstand berufen. Am 24. September und 11. November 1924 finden nochmals Gespräche Polzers mit Rudolf Steiner statt und am 3. März 1925 ein letztes Mal im Krankenzimmer.
Auf der denkwürdigen Generalversammlung von 1935 hielt Polzer eine Rede außerhalb jeden Parteistandpunktes. 1936 bis 1945 wirkte Polzer aktiv in Prag und der Tschechoslowakei. Am 27. Juli 1945 war Begräbnis seiner Frau. Nach einer Operation verschied Ludwig Graf Polzer.
Nach Kurt Berthold in Ludwig Polzer-Hoditz

Veröffentlichungen:
Erinnerungen an Rudolf Steiner, Dornach 1985.
Betrachtungen während der Zeit des Krieges. Linz 1917.
Die Notwendigkeit der Erhaltung und Weiterentwicklung des deutschen Geisteslebens für die europäische Kultur. Wien 1919.
Politische Betrachtungen auf Grundlage der Dreigliederung des sozialen Organismus. Stuttgart 1920.
Der Kampf gegen den Geist und das Testament Peters des Großen. Stuttgart 1922. Das Mysterium der Europäischen Mitte. Stuttgart 1928.
Erinnerungen an Rudolf Steiner. Dornach 1985.
(Quelle: S. 402)

s. auch kim

1986
Rainer Rappmann (1950)
Kindheit und Schulzeit in Neustadt/Pfalz, Abitur, Erziehungswissenschaftliche Hochschule in Landau/Pfalz, Fächer: Kunst, Deutsch, Philosophie, 1975 Unterrichtstätigkeit in Berlin, 1975 Ansiedlung in Achberg/Bodensee, 1977 Klassenlehrer der Feien Waldorfschule Wangen/Allgäu, heute verlegerisch im Verlag der Free International University (FIU) tätig
().

Die Anthroposophie auf der Suche nach künstlerischen und pädagogischen Alternativen kennengelernt. Seit 1973 gewann für ihn der Gedanke der Dreigliederung des sozialen Organismus mehr und mehr Bedeutung. Ohne diese Perspektive wäre seine pädagogische Arbeit an der Waldorfschule undenkbar gewesen. Für ihn stellt die heutige Arbeit mit Beuys und die Verbreitung seines Wirkens eine zeitgemäße Möglichkeit dar, der Dreigliederung zuzuarbeiten.



Ammon Reuveni
Zum Tod der Dreigliederung lesen Sie von ihm hier


Renate Riemek (1927 - 2003)
Deutsche Historikerin und Theologin, die unauflöslich mit der ersten Friedensbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg im Angesicht der atomaren (Wieder-) Bewaffnung und des kalten Krieges verbunden war. Sie verlor deshalb ihre Professur. Angeblich Miterfinderin des "SIT-IN"s. Autorin anthroposophisch-historischer Werke und Beiträge in verschiedenen Zeitschriften. Pflegemutter Ulrike Meinhofs, die sie vom Weg des Terrorismus abzubringen versuchte.

Veröffentlichungen:
Mitteleuropa - Bilanz eines Jahrhunderts
Moskau und der Vatikan
Glaube, Dogma, Macht (Geschichte der Konzilien)

s. auch kim


Harrie Salman (1953)
Niederländischer Kulturphilosoph und Soziologe, seit 1990 Dozent an der Karls-Universität in Prag

Veröffentlichungen: u.a. "Die Heilung Europas - Das Erwachen des europäischen Selbstbewusstseins", Novalis Verlag Schaffhausen, 1999



Christopher Schaefer
Dr. phil. Schaefer ist Gründungsmitglied der sozialwissenschaftlichen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft in Nordamerika, Dozent am Sunbridge College (Hochschule für Waldorfpädagogik), Direktor des Waldorfschulen Verwaltungs- und Gemeinschaftsentwicklungsprogramms, Berater für Organisationsentwicklung und Exekutivdirektor von High Tor Alliance, Spring Valley, Bundesstaat New York, USA Ein kurzer Ausschnitt eines Artikels von Schäfer auf der englischen Dreigliederungsseite von David J. Heaf

"The laws of threefoldness that Steiner began articulating at the beginning of this century are the formative principles of the social future. They are not an experiment that failed in 1922, but the road to building a healthy society in the 21st century. It is because of the urgency of perceiving and articulating these social laws and principles that I have been involved in creating a non-profit research and educational institute called High Tor Alliance: Resource for Organization and Community Renewal. We see our task as that of creating a partnership of practitioners, researchers, and consultants to discover and formulate the essential connection between the inner world of the human being and the outer world of work, to articulate the threefold laws of social creation. "www.threefolding.freeuk.com



Wolfgang Schickler (1894-1960)
Geboren und aufgewachsen in Stuttgart. Zunächst besuchte er nach dem Abitur die Kolonialschule in Witzenhausen/Werra. Schon als Artillerieoffizier war er mit der Anthroposophie in Berührung gekommen. Er stieß zur Dreigliederungsbewegung und wurde in Heidenheim Syndikus des Industrievereins für soziale Fragen (Meebold), außerdem redigierte er hier die Zeitschrift "Die Waage". Bei der Begründung der Christengemeinschaft trat er deren Begründerkreis bei. Bei der Mariensteiner Zusammenkunft war er zugegen. Er wirkte als Pfarrer stets in Heidenheim/ Brenz.
Nach Eberhard Schickler in Mitteilungen, 1960.
(Quelle: S. 413)


1945  1974  1988
Peter Schilinski (1916 - 1992)
Peter Schilinski hat sich schon ganz früh nach dem 2. Weltkrieg für die Verbreitung der sozialen Dreigliederung eingesetzt. Er hat u.a. hierzu die Zeitschrift jedermensch gegründet, die er damals zunächst jedermann nannte. Ich verdanke Peter Schilinski unvergeßliche Gesprächsabende im Gasthof Eulenspiegel (sie sind mir Ansporn eine vergleichbar offene Gesprächskultur aufzubauen).

Lesen Sie eine Online-Biographie bei
bei www.jedermensch.net
(zum Hauptframe www.jedermensch.net hier)

Veröffentlichungen:
Kommentare zu den Kernpunkten der sozialen Frage
Der Meditationsweg des Abendlandes
Soziale Dreigliederung - Eine Einführung, Aufsätze von Peter Schilinski, Zeitschriftenartikel u.a. zusammengestellt u. überarbeitet von Ingo Mäder, Herausgeber: Modell Wasserburg e.V., jedermensch-Verlag, Wasserburg/Bodensee 1997

s. auch kim


Konrad Schily (1937)
Dr., Bruder von Otto Sch. (s.u.), Waldorfschüler, studierter Mediziner (Neurologe) und Psychiater, federführend am Aufbau des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke beteiligt und Gründer und Präsident der privaten Universität Witten-Herdecke von 1983 - Oktober 2004, weiter arbeitet er an der Europäisierung des Universitätswesens (campus europae)

Veröffentlichungen:



Otto Schily (1932)
Bundesinnenminister, entstammt einem anthroposophischen Elternhaus
online-Biografie hier

Veröffentlichungen:
"Flora, Fauna und Finanzen", Fischer Taschenbuchverlag 1996


"Der Vorstellung, Geld müsse altern, kann ich wenig abgewinnen. Die Schwierigkeit besteht nicht darin, wie Dieter Suhr meint, die richtige Verfallszeit herauszufinden. Die Schwierigkeit besteht darin, daß die Existenz von jungem und altem Geld zu einem heillosen Durcheinander führen müßte, weil die Prüfung, ob mit jungem oder altem Geld gezahlt wird, mit einem gigantischen Aufwand verbunden wäre." aaO, S. 86



Albert Schmelzer (1950)
Unterrichtete an der Freien Waldorfschule Mannheim Deutsch, Geschichte und Kunstgeschichte. Heute ist er als Dozent an der Freien Hochschule für anthroposophische Pädagogik in Mannheim tätig.

Veröffentlichungen:



Manfred Schmidt-Brabant (1926 - 2001)
In Berlin geboren. Erster Vorsitzender der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft von 1984 - 2001.
Ab 1950 wirkte er im Arbeitszentrum Berlin, 1975 wurde er in den Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und als Leiter der Sektion für Sozialwissenschaft am Goetheanum Dornach/Schweiz berufen.
Umfangreichen Vortragstätigkeit und viele Veröffentlichungen zu sozialen Themen, zu Goethes Faust, zur Geschichte des Mysterienwesens und zur Christologie.

s. auch kim

1950  1986
Wilhelm Schmundt (1898 - 1992)
Geboren 1898 in Metz, Studium der Elektrotechnik, Diplom, drei Jahre Assistent am Institut für Angewandte Physik TU Berlin, Ingenieurtätigkeit bei Ostpreussen-AG, dort dann Direktor und Leiter der technischen Zentralverwaltung, Ausarbeitung einer elementaren Sozialwissenschaft und elementaren Physik; nach Kriegsende von 1946 bis 1966 Mitarbeit als Physik- und Sozialkundelehrer an der Freien Waldorfschule Hannover. Nach seiner Pensionierung arbeitete Schmundt sein Verständnis der sozialen Dreigliederung weiter aus. Anfängliche Verständnisunterschiede zwischen Heidt/Schilinski und Schmundt führten Ostern 1972 zu einer Zusammenkunft in Achberg. Gleich nach den ersten Besprechungen fanden die Ausführungen Schmundts dort Zustimmung. Schmundt war in den folgenden Jahren Teilnehmer an den großen Tagungen in Achberg, wo er auch ab 1973 (Tagung zum "Prager Frühling") nachhaltigen Eindruck auf Beuys nimmt.

Veröffentlichungen: "Der soziale Organismus in seiner Freiheitsgestalt" (1.968); "Revolution und Evolution - Auf dem Wege zu einer Elementarlehre des sozialen Organismus" (1973); "Zeitgemäße Wirtschaftsgesetze" (1975).

s. auch kim


Peter Schneider
Prof. Dr., Tätigkeit an der Universität Paderborn, Lehrstuhl Erziehungswissenschaft / Weiterbildung, Praxisprojekte der beruflichen Personal- und Organisationsentwicklung, Einbezug des anthroposophischen Menschenbildes ()


Rainer Schnurre (1945)
Film-Regisseur, Schreiner, seit 1980 Entwicklung der Sozialkunst-Gestaltung, seit 1986 Suchttherapeut, seit 1990 Mitbegründer der Arche Nova, Werkstatt für Sozialkunst-Gestaltung & Biographie-Arbeit eV, Berlin


Hans Georg Schweppenhäuser (1898 - 1983)
Geboren in der Pfalz, studierte nach dem ersten Weltkrieg an den Technischen Hochschulen in München und Darmstadt Maschinenbau und Elektrotechnik. Nach Abschluß Tätigkeit als Betriebsleiter in der Eisen- und Stahlindustrie im Saargebiet. Danach technisches und kaufmännisches Vorstandsmitglied in verschiedenen Gesellschaften in der Elektrizitätswirtschaft Schleswig-Holsteins. Nach dem zweiten Weltkrieg gleichzeitig dort Haupt-Energiebeauftragter für Gas, Wasser und Elektrizität und Energiereferent im Wirtschaftsministerium. In Berlin technische und kaufmännische Leitung eines Stahlwerksbüros und Industrieberatung. Seit 1963 Leiter des Institutes für soziale Gegenwartsfragen Berlin e.V.
Neben zahlreichen Aufsätzen über aktuelle Probleme Veröffentlichungen: "Das Eigentum an den Produktionsmitteln"; "Mitbestimmung"; "Der reine Staat"; "Die Teilung Deutschlands als soziale Herausforderung" (1967); "Der Kampf um die Mitbestimmung" (1967); "Das kranke Geld" (1971).

s. auch kim


Ota Šik (1919 - 2004)

in memoriam (PDF bei www.perseus.ch)
wikipedia-Biografie
online-Biografie


Claude Henri de Saint-Simon (1760 - 1825)
Saint-Simon, französischer Philosoph und Mitbegründer der Soziologie, kann als Vordenker der sozialen Dreigliederung verstanden werden. Er sah in den Künstlern (einschließlich den qualifizierten Handwerkern), den Wissenschaftlern und den Industriellen die Träger einer gesellschaftlichen Erneuerung, die in der genannten Reihenfolge die Bereiche Politik, Wissenschaft und Wirtschaft selbständig führen sollten.

Online-Biografiehier



Wladimir Sergejewitsch Solowjow, auch Solowjeff (1853 - 1900)
Russischer Religionsphilosoph, er kann als ein Vorläufer der Dreigliederung betrachtet werden. So jedenfalls nach Heinz Kloss, Quelle: S. 30:

"Der Religionsphilosoph Solowjeff führte in seinem Werk "Die Rechtfertigung des Guten" (1897) aus, unsere Beziehungen zu dem, was neben uns ist, also zu unseren Mitmenschen, finde ihre Organisation im Staat, unsere Beziehungen zu dem, was über uns ist, in der Kirche, und die Beziehung zur 'niederen Natur', zur eigenen und zur äußeren , im volkswirtschaftlichen Verbande. Man kann unschwer erkennen, daß hier die beiden ersten Angaben annähernd denen R. Steiners entsprechen, der im Staat das Prinzip der gerechten Gleichheit und im Geistesleben das uns mit der göttlichen Welt verbindende Prinzip der schöpferischen Freiheit verwirklicht sehen wollte. Hingegen scheint auf den ersten Blick kein Zusammenhang zu bestehen zwischen den Ausführungen Steiners über die Notwendigkeit der Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben - also eines zwischenmenschlichen Verhaltens - und denen Solowjeffs über die Beziehung der Wirtschaft zur niederen, zumal auch der außermenschlichen Natur. Bis wir erkennen, daß dieser Beziehung zur Natur ja das gleiche Grundgefühl der Brüderlichkeit zugrundeliegt wie der zum Mitmenschen. Solowjeff beschreibt ( wir könnten auch sagen: beschriftet) nur die andere Seite der Medaille "Brüderlichkeit" oder, wie ich lieber sagen möchte "Geschwisterlichkeit". Z.B. schreibt er: "Die Erde bearbeiten heißt nicht sie mißbrauchen, sie aussaugen und zerstören, sondern es heißt, sie zu größerer Macht und Fülle des Daseins emporzuführen. Ebensowenig wie unsere Nächsten darf auch die physische Natur das passive und [uns] gleichgültige Werkzeug wirtschaftlicher Arbeit und Ausbeutung sein...""



Harald Spehl (1940)
Dr. Spehl ist Professor für Volkswirtschaftslehre und insbesondere für Regionalentwicklung und Regionalpolitik an der Universität Trier
Dozent und Vorstand beim Institut für soziale Gegenwartsfragen Stuttgart ()



Dietrich Spitta
Geboren 1926 in Istanbul/Türkei. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft in München und einem Studienaufenthalt in Nancy arbeitete er als Assistent des Geschäftsführers in einer Untergruppe der Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie in Essen. Anschließend war er in einem Rechtsanwaltsbüro tätig und dann als Leiter der Warenzeichenabteilung in einem Patentanwaltsbüro. Nach einer Tätigkeit beim Bund der Freien Waldorfschulen ist er seit 1962 selbständiger Rechtsanwalt in Stuttgart. Er war viele Jahre Beauftragter für die Europäische Gemeinschaft und internationale Fragen des Bundesfachverbandes der Heilmittelindustrie in Köln und der Association Européenne der Spécialités Grands Publics in Paris. 1962 promovierte er bei Prof. Dr. Friedrich Berber in München über das Thema "Wilhelm von Humboldts Ideen über die Grenzen der Wirksamkeit des Staates".


Carl Stegmann (1897-?)
Er wurde geboren am 15. März 1897 in Kiel, besuchte Volks- und Mittelschule während neun Jahren und begann dann eine Schlosserlehre. Durch eine Operation durfte er keine schwere Arbeit mehr leisten, daher wechselte er zur Lehre in einem Büromaschinengeschäft. Als Freiwilliger nahm er am Kriege von Anfang bis zu Ende teil. Einmal wurde er verwundet. Nach dem Kriegsende wurde er durch Erwin Lang, den späteren Priesterkollegen, auf Rudolf Steiner und die Anthroposophie aufmerksam gemacht. Sofort fuhr er nach Stuttgart, um ihn zu hören. Das neuerschienene Werk Rudolf Steiners "Die Kernpunkte der sozialen Frage" bildete bei Carl Stegmann die Überzeugung: "Es gibt keinen Menschen, der Marx und die Arbeiter besser versteht als Rudolf Steiner". Um sich für soziale Aufgaben weiterzubilden, besuchte er eine Fortbildungsschule in Friedrichstadt bei Schleswig. 1921 heiratete er, 1922 fuhr er mit seiner Frau nach Wien zum West-Ost-Kongreß. Dort lernte er Friedrich Rittelmeyer kennen. Durch Harald Schilling war Stegmann auf die Vorbereitungsaktivitäten zur Christengemeinschaft aufmerksam gemacht worden. Darüber sprach Stegmann jetzt mit Dr. Rittelmeyer.

So stieß Stegmann noch zur Breitbrunner Versammlung und wurde am 17.9.1922 in Dornach geweiht. Zusammen mit Tom Kändler begann er dann die Arbeit in Hamburg. 1927 übernahm Carl Stegmann die Gemeinde in Essen. Hier begründete er die "Vereinigung für ein neues sozial-religiöses Wirken e.V." als Träger der "Freien Arbeiterschule". (Nach Mitteilung von J.Busch hat Stegemann hier die soziale Dreigliederung unterrichtet, die Busch durch ihn dort kennenlernte - wb). Der Verleger Klein in Düsseldorf wurde für Jahre der Mäzen dieser Einrichtung zur Durchchristung des Sozialismus. Man wollte Proletarier-Priester heranbilden zum Wirken im Ruhrgebiet. Als die Nazis die Einrichtung bereits im Herbst 1933 stoppten, hatte man pro Semester 80 Internatsschüler. Mit Hilmar von Hinüber und seinem "Haus der Freunde" in Wuppertal hatte eine rege Zusammenarbeit bestanden. Da auch Kritik aus der Kollegenschaft kam, wurde Stegmann von 1934 bis 1937 beurlaubt. 1937 übernahm Stegmann die Mannheimer Gemeinde. Mit dem Verbot 1941 mußten vier Wochen Gefängnis durchlebt werden, anschließend arbeitete Carl Stegmann in der Firma des Bruders in Holstein. Nach Kriegsende nahm er die Gemeindearbeit in Mannheim wieder auf. Bis 1970 wirkte er dort. 1966 war er ins Oberlenkergremium kooptiert worden. Mit einigen jüngeren Priestern zog er 1970 flammend begeistert nach USA und wirkte von Oakland und Sacramento aus über den Kontinent. Nach 14 Jahren Amerika lebt er mit seiner Gattin wieder im Mannheimer Gemeindehaus.
Nach Rudolf Gädeke.

Veröffentlichungen:
Der innere Charakter der sozial-religiösen Arbeit. (Sonderdruck aus "Entscheidung", Nr. 5) Essen 1932.
Amerika. Versuchungen - Gefahren - Erwartungen. Carmichael 1982.
Das andere Amerika. Bd. 1 und II, o.A.
Die Menschheitsaufgabe Mitteleuropas. (Essen) o.J. Mitherausgeber von "Entscheidung" 1930-1933.
Befreiung des Proletariats. Aufsätze aus drei Jahrgängen der "Entscheidung". Essen o.J.
Jahrtausend-Wende. Basel 1986.
(Quelle: S. 419)



Björn Steiert
Die im Raum Basel/Freiburg kostenlos ausliegende Jugendzeitschrift "Denkzettel" (Kulturkalender, politische Beiträge, Poesie und Reiseberichte) hat in ihrer seit März 2001 erscheinenden Ausgaben eine regelmäßige Rubrik zur sozialen Dreigliederung eingerichtet, für die Björn Steiert Beiträge schreibt. Die Zeitschrift wendet sich nicht explizit an Waldorfschüler.
Außer der Zeitschrift kann man durch ihn auch die Schriftenreihe GeistReich beziehen.
Mitarbeit im Lörracher Arbeitskreis für sozio-kulturelle Fragen und Dreigliederung Kontakt und Bezug: Björn Steiert, Am Beselweg 10, 79540 Lörrach, Tel: 07621/847 54. (Quelle: www.unternehmenlichtblick.de)



Heinrich von und zum Stein (1757-1831)
Auf v. Stein sind wichtige Landreformen und die Bauernbefreiung zurückzuführen. Er betonte als einer der ersten den Gedanken der Selbstverwaltung mit dem damit verbundenem Prinzip der Nachrangigkeit (Subsidiarität), das heißt, daß nur die notwendigsten Entscheidungen von übergeordneten und überregionalen staatlichen Stellen geregelt werden. Der Notwendigkeitsgedanke spielt dann wieder bei W. v. Humboldt eine Rolle (siehe dort).
Der Selbstverwaltungsgedanke wird in den einzelnen Sozialbereichen der Dreigliederung eine Fortentwicklung erfahren.

Online-Biografie über v. Stein hier



Walter Johannes Stein (1891 - 1957)
Dr. Stein wurde in Wien geboren. Zusammen mit seinem älteren Bruder Friedrich wuchs er in der Familie eines ungarischen Rechtsanwaltes und seiner österreichischen Gattin auf. Er absolvierte das Schottengymnasium in Wien. Wegen ungenügender Leistungen in Mathematik mußte er die dritte Gymnasialklasse wiederholen. Auf diese Art wurde er Klassenkamerad des um zwei Jahre jüngeren Eugen Kolisko, dem er als Freund stets verbunden blieb. Sommer 1911 - nach Schulabschluß - reiste er nach Stuttgart. Dort betrat er nichtsahnend das Restaurant Uhlandshöhe, das später zur ersten Waldorfschule umgebaut wurde. Seit 19. Januar 1913 war er in inniger geistiger Verbindung zu Rudolf Steiner, der an diesem Tage einen Vortrag in Wien hielt. "Ich fühlte es als ein Nach-Hause-Kommen. Ich könnte auch sagen: Rudolf Steiner erlebte man wie ein Zu-sich-selber-Kommen, aber nicht, wie man schon war, sondern wie man eigentlich werden sollte, vielleicht in unendlichen Zukünften." Anschließend ging W. J. Stein auf Rudolf Steiner zu mit den Worten: "Ich möchte Ihr Schüler werden. Was soll ich studieren? Ich möchte den philosophischen Doktor machen." Erwiderung Rudolf Steiners: "Gehen Sie denselben Weg, den ich gegangen bin. Ich ging von Fichte aus und ergänzte ihn durch Aristoteles. Fichte hat den Erkenntnisakt am vollkommensten erkannt. Aber er hat für diesen Akt keinen konkreten Erkenntnisinhalt. Die Fülle der Welt wird ihm zum Nicht-Ich. Aristoteles liefert diese Fülle. Er ist auch Naturbetrachter". So kam Steins Dissertation zustande, 1921 unter dem Titel: "Die moderne naturwissenschaftliche Vorstellungsart und die Weltanschauung Goethes, wie sie Rudolf Steiner vertritt". Am 7. September 1919, dem Tage der festlichen Schuleröffnung, fiel die Entscheidung über Steins Mitwirken an der Waldorfschule. "Wir werden Sie hier mehrfach als Aushilfe brauchen. Zunächst für Fräulein von Mirbach". So begann er in der ersten und zweiten Klasse. Als die Oberstufe angegliedert wurde, erhielt Stein den Auftrag, Literatur und Geschichte zu unterrichten. Der Mathematiker und Physiker wurde also fachfremd eingesetzt. Und nun erfolgte in den folgenden Jahren eine höchst individuelle Initiations-Schulung des Pädagogen durch Rudolf Steiner, welche persönlich-überpersönlich, aber dennoch intim verlaufen ist. Mit dem Tode Rudolf Steiners trat eine tiefe Zäsur ein. - Es begann jetzt eine weitausgreifende Vortragstätigkeit. Ferner ging Stein der inneren Verpflichtung nach, am Organismus der Anthroposophischen Gesellschaft mitzugestalten. Sieben Jahre nach Rudolf Steiners Hingang verließ Stein die Waldorfschule und Deutschland. Über Holland fand er nach England. In London beriet er in ökonomischen Fragen, redigierte die Zeitschrift "Present Age", wirkte als Heilpraktiker wie als Redner, der an die dreihundert Vorträge im Jahr hielt. Er hatte eine Besprechung mit Gandhi, dem er die englische Ausgabe der "Kernpunkte der sozialen Frage" überreichte. Nach dem Kriege wurde es still um ihn.
Nach Johannes Tautz in Husemann-Tautz.

Veröffentlichungen:
Die moderne naturwissenschaftliche Vorstellungsart und die Weltanschauung Goethes, wie sie R. Steiner vertritt. Konstanz 1919
Rudolf Steiner als Philosoph und Theosoph. Stuttgart 1920
Weltgeschichte im Lichte des heiligen Grals. Das neunte Jahrhundert. Stuttgart 1928
Das Gold in Geschichte und Gegenwart. Stuttgart 1932. Was ist der Westen dem Osten schuldig? Stuttgart 1932
Erziehungsaufgaben und Menschheitsgeschichte. Stuttgart 1980
Der Tod Merlins. Dornach 1984

(Quelle: S. 419f)

s. auch
kim


Rudolf Steiner (1861 - 1925)
Dr. Steiner ist Begründer der Anthroposophie und verschiedener Erneuerungsbewegungen. So lassen sich auch die Dreigliederungsideen auf ihn zurückführen.

Lesen Sie eine Biographie über ihn, wozu sich folgende Links u.a. anbieten:
www.goetheanum.ch
www.anthroposophie.net (dort im Menü oben auf Rudolf Steiner klicken)

Lesen Sie hier über die Bedeutung der Dreigliederungsideen im Leben Steiners.



Max Stirner
Wikipedia-Biografie

»Der Einzige und sein Eigentum«
Stirner ist ein vir unius libri; sein Werk kann ohne substantiellen Verlust auf jenes eine Buch, »Der Einzige und sein Eigentum«, reduziert werden. Dieser »Einzige« hatte ein aussergewöhnlich interessantes Bücherschicksal. Er war zunächst, wie alle Beiträge der junghegelianischen Diskussion der 1840er Jahre, schnell vergessen, wurde jedoch, als einziger daraus, nach längerer Zeit wiederentdeckt und -- nach erneutem Vergessen abermals wiederentdeckt.
Quelle:hier




Christoph Strawe (1948)
Geboren in Bonn. Studium (Philosophie und Sozialwissenschaft). Politisches Engagement in der Studentenbewegung. Tätigkeit als Referent bei einem NS-Verfolgten-Verband und als Verlagslektor. Studium der Waldorfpädagogik. 1986 Habilitation an der Universität Jyväskylä (Finnland). Lehrtätigkeit u.a. an der Freien Hochschule Stuttgart (Seminar für Waldorfpädagogik). Überregionale Vortrags- und Seminartätigkeit. Redakteur des Rundbriefs "Dreigliederung des sozialen Organismus" der Initiative "Netzwerk Dreigliederung". Redakteur der Internetseite www.sozialimpulse.de

Buchveröffentlichungen u.a. "Marxismus und Anthroposophie"



Alexander Strakosch (1879-1958)
Alexander Strakosch Geboren in Brünn in Mähren. Dort verbrachte er auch seine Schulzeit und siedelte dann zum Studium an die Technische Hochschule München über. Seine erste berufliche Tätigkeit führte ihn in die österreichischen Berge zum Bau von Alpenbahnen. 1906 schloß er in Meran mit der Malerin Maria Giesler, die er schon in München kennengelernt hatte, den Lebensbund. Es folgte ein Jahr in Innsbruck, dann Bahnbau im Murgtal in Deutschland. Im März 1908 reiste er mit seiner Gattin zur Klärung einer beruflichen Angelegenheit nach Berlin.
Dort fanden sie Rudolf Steiner. Nach fünf Wochen Berlin erfolgte Übersiedlung nach Triest, wo Alexander Strakosch bei der Direktion der K. und K. Staatsbahnen eine Stelle antrat. 1909 nahm das Ehepaar am Budapest Kongreß der Theosophischen Gesellschaft teil. Auch die bis zum Kriegsbeginn dann jährlich in München stattfindenden Tagungen wurden besucht. In seinen Erinnerungsbänden kann Strakosch von vielen Begegnungen mit Rudolf Steiner sprechen, von Reisen mit ihm, Ferienaufenthalten an der Adria. Ende 1912 siedelte das Ehepaar nach Wien über, wo Strakosch Vorstand der KK Signalwerkstätte wurde. Als die Waldorfschule gegründet wurde und Rudolf Steiner ihn als Lehrer brauchte, gab es kein Überlegen. Während er als Lehrer wirkte, begründete Maria Strakosch-Giesler eine Malschule, deren Ziel war, die neuen Angaben Rudolf Steiners für die Malerei im Künstlerisch-Tätigen zu üben. Zahlreiche Vorträge, besonders für die Dreigliederungsbewegung und bei Hochschulkursen, Tätigkeit in der Leitung des Forschungsinstitutes beim "Kommenden Tag" und schriftstellerische Arbeiten waren zu bewältigen.
Von 1934 an begann eine Zeit der Vortragsreisen im Ausland, vor allem in Italien und Frankreich. 1938 ließen sich Strakoschs in Dornach nieder, aber man verbrachte, wenn irgend möglich, jeden Jahreskreislauf wechselnd in allen vier Ländern, wo die verschiedensten Aufgaben harrten.
Nach Hella Krause-Zimmer in Mitteilungen, 1958.
(Quelle: S. 421)



Dieter Suhr (1939)
Prof. Dr., geboren in Windhoek (Südwestafrika); studierte 2 Semester Physik und dann Rechtswissenschaft in Marburg, Wien und Hamburg. Er promovierte 1966 in Hamburg über verfassungsrechtliche Fragen des Aktieneigentums und habilitierte sich 1973 in Berlin mit einer verfassungstheoretischen Arbeit "Bewußtseinsverfassung und Gesellschaftsverfassung". Er ist Professor für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Rechtsinformatik an der Universität Augsburg und war von 1983 bis 1987 Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes. Seine Forschungen gelten vor allem den Grundrechten, dem Umweltrecht und der Rechtsphilosophie. Auf die Geldtheorie stieß er bei verfassungsrechtlichen Untersuchungen zur Geld- und Währungsordnung.

Veröffentlichungen: "Alterndes Geld", Novalis Verlag, 1988, 98 Seiten



Johannes Tautz
Veröffentlichung:
Menschheit an der Schwelle, die apokalytische Sprache des Jahrhunderts, Verlag Urachhaus, 1980



Ernst Uehli (1875 - 1959)
Ernst Uehli wurde am in Andelfingen im Thurgau geboren. Das erste Schuljahr erlebte er in Bern; dann wanderte der Vater nach Amerika aus. Die Mutter blieb mit den Kindern zurück, man zog wieder aufs Land zurück, in den Klettgau. Nach Beendigung der Primarschulzeit muß er einen Beruf ergreifen und findet keinen, der sich eignet. Buchhaltergehilfe, Volontär in einem Weingeschäft, Zollbeamter in St.Gallen, am Bodensee, in Zürich. 1905 hörte er zum ersten Male Rudolf Steiner mit einem kosmologischen Thema; nach dem zweiten Vortrage, diesmal über das Johannesevangelium, wurde er Schüler Rudolf Steiners. In einer wirtschaftlichen Notlage wurde er von Rudolf Steiner zu Dr. Felix Peipers in München gewiesen. Hier bekam er einen jungen Epileptiker zu betreuen. Daneben begann er jetzt Vorträge zu halten. Während der chaotischen Zeit Münchens nach dem Kriegsende setzte er seine Vorträge fort. Rudolf Steiner suchte dem Chaos mit seinem "Aufruf an das deutsche Volk" und dem Impuls der Dreigliederung des sozialen Organismus zu begegnen. Er übertrug Ernst Uehli die Redaktion der in ihrem Dienst stehenden Wochenschrift: "Dreigliederung des sozialen Organismus". Nach dem Ende des Einsatzes für die Dreigliederung wurde Ernst Uehli Religionslehrer an der Waldorfschule in Stuttgart. Bald übernahm er auch den Kunstunterricht für die oberen Klassen. Dann kam das Hitlerregiment. Ernst Uehli siedelte in die Schweiz über. Jetzt - mit 63 Jahren - wurde er ein freier Schriftsteller.
Nach Albert Steffen in Nachrichtenblatt, 1959.

Veröffentlichungen (kleine Auswahl): , Bildgestalten und Gestaltenbilder. Stuttgart 1975.
Die Adler-Imagination. Stuttgart 1975.
Die Dreigliederung des sozialen Organismus in kurzer Darstellung. Stuttgart o.J.
Rudolf Steiners Kernpunkte der sozialen Frage. Stuttgart o.J.
Der Kristall der sieben Einsamkeiten. o.A.
(Quelle: S. 424f)

s. auch kim


Carl Unger
Dr. Carl Unger, geboren in Cannstatt am 28. März 1878, gestorben (ermordet) am 4. Januar 1929 in Nürnberg. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums schloß er sein Maschinenbaustudium an den Technischen Hochschulen in Stuttgart und Charlottenburg als Diplom-Ingenieur und Dr. Ing. ab. Während seiner Militärdienstzeit zielte ein Kamerad auf ihn mit einer Pistole, die er fälschlicherweise für ungeladen hielt. Das Geschoß drang in den Herzbeutel und konnte nicht mehr entfernt werden. Nachdem die unmittelbare Lebensgefahr überstanden war, wurde ihm bewußt, daß ihm das Leben von der geistigen Welt neu geschenkt worden sei, und er beschloß, es in ihren Dienst zu stellen. In der Familie Arenson war Unger schon in jungen Jahren ein- und ausgegangen. Trotz des Altersunterschiedes von 23 Jahren verband ihn eine tiefe Freundschaft mit Adolf Arenson, die sich auf gemeinsame geistige Interessen gründete. Später wurden die Freunde auch verwandtschaftlich verbunden: 1907 schloß Unger die Ehe mit Arensons Tochter Auguste. Anläßlich der Gründung der Deutschen Sektion trat zunächst Arenson, etwas später Unger in die damalige Theosophische Gesellschaft ein. Im Februar 1904 traf Unger zum ersten Mal mit Rudolf Steiner zusammen. Dessen Vortrag, den er am Abend des gleichen Tages hörte, gab ihm nach seinen Worten "auf einen Schlag die unmittelbare Überzeugung, daß hier ein Mann stand, dessen Werk ich mein Leben zu weihen habe". Da sein Vorschlag, das Buch "Theosophie" zum Gegenstand einer Gruppenarbeit zu machen, abgelehnt wurde, gründete er zusammen mit Arenson und einigen wenigen Nahestehenden 1905 einen neuen Zweig, aus dem später der Stuttgarter Hauptzweig hervorging. Im gleichen Jahr wurde Unger persönlicher Schüler Rudolf Steiners. Auf dem Münchener Kongreß Pfingsten 1907 hielt Unger einen Vortrag, in dem er die Ergebnisse seiner bisherigen Zweigarbeit zusammenfaßte. Dies wurde der Ausgangspunkt einer weitverzweigten Vortragstätigkeit in Deutschland und in der Schweiz. Im Jahre zuvor hatte Unger eine Präzision-Schleifmaschinenfabrik in dem Stuttgarter Vorort Hedelfingen gegründet, deren Betrieb er von vornherein darauf abstellte, daß ihm genügend Zeit zu seiner anthroposophischen Betätigung blieb. Vom Winter 1913 bis in das zweite Kriegsjahr hinein übernahm Unger die organisatorische Leitung des Dornacher Baues. Sodann führte er die anthroposophische Arbeit in Stuttgart fort. Von Anfang an hatte er das Hauptgewicht seiner Wirksamkeit auf die erkenntnismäßige Fundierung der Geisteswissenschaft gelegt. Seine Schriften liegen gesammelt in drei Bänden vor, von denen der dritte unter dem Titel "Aus der Sprache der Bewußtseinsseele" seine hochbedeutsamen Ausarbeitungen zu den "Leitsätzen" Rudolf Steiners enthält. Zur 25. Wiederkehr seines Todestages widmete ihm Dr. med. Walter Bopp ein Gedenken, das in den Sätzen ausklingt: "Als am 4. Januar 1929 die Mörderkugel eines Wahnsinnigen Carl Unger bald nach Vollendung des siebenten Lebensjahrsiebents aus dem Erdenleben und uns entriß, wußten wir, daß eines der Mysterien der anthroposophischen Bewegung sich vollzogen hatte. Er, der so sehr mit der Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft verbunden war, daß er in seinen Gesprächen und seinen Voten in den Versammlungen stets aus eigenem Erleben und Verarbeiten auf das Werden der Dinge zurückkam, verkörperte die Gesellschaft in sich in einem wesentlichen Teile. Dieses hat einen dauernden Bestand, solange Menschen wissen, daß das Leben an der Grenze der Erkenntnis in dieser Zeit die Bestimmung des Daseins ist, daß der Weg dorthin eine Abstraktion ist, die in Wirklichkeit keine Schwächung des Bewußtseins ist, sondern eine Angleichung an die Wesensmacht der geistigen Welt, in der es keine wahre Orientierung gibt, ohne daß die reinsten Begriffe im Menschengeiste vorgebildet werden. Von hier aus gesehen, steigt die Würdigung der Lebensarbeit Carl Ungers ins Unmeßbare, und wir haben viel Grund, seiner als einem mutigen Denker und einem Helfer auf den Wegen zu einem neuen Zeitbewußtsein, als unserem Freund zu gedenken." ("Mitteilungen aus der Anthroposophischen Arbeit in Deutschland" Nr. 27, Ostern 1954.) Vergleiche Carl Unger, "Schriften", Band 1, Stuttgart 1964; Band II, Stuttgart 1966; Band III, Basel 1954. (Quelle: Band III, S. 93)
s. auch kim


Immanuel Vögele (1897-1959)
Immanuel Vögele wurde in Schorndorf/ Wüttemberg geboren. Der Großvater, welcher Weinbauer war, hatte ihn bereits auf die Gefahren von mineralischer Düngung aufmerksam gemacht. Bei einem Onkel in Westpreußen begann er seine landwirtschaftliche Lehre. Als Freiwilliger ging er gleich zu Kriegsbeginn ins Feld. Im ersten Sturmangriff erhält er einen Schuß, welcher zur lebenslänglichen Knieversteifung und in der späteren Folge auch zu einer Versteifung des Hüftgelenkes führt. Jahrelang ist er in der letzten Lebenszeit keine Minute ohne Schmerz gewesen. Nach der Verwundung kann er in Hohenheim Landwirtschaft studieren. In Stuttgart erlebt und begegnet er Rudolf Steiner. Intensiv setzt er sich in der Zeit der Dreigliederungsbewegung ein. Über die Guldesmühle Dischingen, welche zum "Kommenden Tag" gehört, kam er nach Schlesien. Zunächst finden wir ihn auf Gut Koberwitz - wo er den Landwirtschaftlichen Kurs mit initiiert - 1928 ist er im Zusammenwirken mit Kurt Willmann Gustverwalter bei Schloß Pilgramshain. Hier war ein geistiges Zentrum realisiert, das einzig dastand. Naturwissenschaft, Pädagogik, Medizin und Kunst wirkten intensiv zusammen. Nach dem Kriege waren seine Lebensstationen Gut Hessel in Thüringen, der Talhof bei Heidenheim, schließlich aber die 140 ha große Landwirtschft von Schloß Hamborn, die er sieben Jahre hindurch verwaltete.
Nach Hermann Kirchner in Mitteilungen, 1980.
(Quelle: S. 426



Diether Vogel (1905 - 1969)
Diether Vogel entstammt einem evangelischen Pfarrhaus. Geboren in Ober-Lais (Hessen). Landwirtschafts- und Volkswirtschaftsstudium an den Universitäten Bonn und Stuttgart. Geschichtliche, philosophische und sozialwissenschaftliche Studien. Beschäftigung mit der Idee der Dreigliederung des sozialen Organismus, angeregt durch die Stuttgarter Vorträge von Walter Johannes Stein (1925). 1930 Begründung des eigenen Wirtschaftsunternehmens (Obst-, Weinbau und Fruchtsäftebetrieb) in Rheinland-Pfalz. Nach der Kriegsgefangenschaft (Spätherbst 1945) Fortführung des eigenen Betriebes und Beginn der Ausarbeitung seiner grundlegenden Arbeit über die Soziale Frage (1951-1955) als Studienmaterial für die bereits von ihm ins Leben gerufene sozialwissenschaftliche Arbeitsgruppe. Während dieser Zeit Begegnung mit der freiheitlich-sozialen Schule, wie sie von Silvio Gesell ("Die natürliche Wirtschaftsordnung") begründet wurde (Freiwirtschaftsbund) und deren damaligem Vorsitzenden Otto Lautenbach - sowie mit Vertretern der "Freiburger Schule" um Walter Eucken. 1953 Mitbegründung der "Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft" e. V. in Heidelberg. Nach dem Tod Otto Lautenbachs Gründung eines eigenen sozialwissenschaftlichen Institutes: "Seminar für freiheitliche Ordnung" 1957 (seit 1971 in Bad Boll). Mitherausgabe der Schriftenreihe "Fragen der Freiheit" (seit 1956). Schriftstellerische, seminaristische und vortragende Tätigkeit auf dem Gebiet der Sozialwissenschaft.
(Quelle: Umschlagtext aus "Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit", Novalis Verlag, 1990)

s. auch kim


Heinz-Hartmut Vogel (1914 - 1995)
Dr. med. Heinz-Hartmut Vogel wurde er in Fürfeld, Kreis Alzey geboren. Als anthroposophischer Arzt hat er sich auf den verschiedensten Ebenen für die anthroposophische Medizin und die Erhaltung und Erweiterung der Therapiefreiheit eingesetzt. Das Unternehmen WALA, dessen Kollegium er seit 1964 angehörte, hat er maßgeblich mitgestaltet. 1973 begründete er das Medizinische Seminar Bad Boll. Vor allem aber galt sein Einsatz den Fragen der sozialen Erneuerung. Im Rahmen des von ihm mitbegründeten "Seminars für freiheitliche Ordnung" in Bad Boll setzt er sich für freiheitliche Lösungen gesellschaftlicher Probleme ein. In der von ihm maßgeblich mitgestalteten Zeitschrift "Fragen der Freiheit" und in Buchveröffentlichungen (z.B. dem Werk "Jenseits von Macht und Anarchie - Die Sozialordnung der Freiheit") hat er sich über Jahrzehnte mit brennenden Zeitfragen auseinandergesetzt. Ein Anliegen war ihm dabei immer auch der Dialog mit Verantwortungsträgern aus Politik und Verwaltung, wie er bei so mancher Tagung in Bad Boll gepflegt wurde. In Freiheitsfragen war die Verständigung mit Heinz-Hartmut Vogel sicherlich für viele Freunde einfacher, als in jenen Fragen, die mit einer assoziativen Gestaltung des Wirtschaftslebens zusammenhängen. Aber auch diejenigen, die hier manche Akzente anders setzen, als Heinz-Hartmut Vogel es tat, werden das Engagement würdigen müssen, mit dem er in Zeiten, in denen in der anthroposophischen Bewegung nicht immer die großen Fragen der sozialen Erneuerung die nötige Aufmerksamkeit fanden, dazu beigetragen hat, daß die Beschäftigung mit der "Dreigliederung des sozialen Organismus" nicht ganz von der Tagesordnung verschwand. (Quelle: Rundbrief für soziale Dreigliederung)
s. auch kim


Lothar Vogel (1917 - 1997)
Als Waldorflehrer und Arzt wirkte er u.a. in Wuppertal und Ulm. Mit seinen Brüdern Diether und Heinz-Hartmut Vogel begründete er das Seminar für freiheitliche Ordnung in Bad Boll, in dessen Rahmen er für die Dreigliederung des sozialen Organismus wirkte. In seinem reichen Schaffen knüpfte er immer wieder an die Impulse der Goethe-Zeit an. Sein gleichzeitiges Engagement als Mediziner und Sozialforscher ermöglichte ihm einen besonderen Zugang zur Dreigliederung des menschlichen Organismus ("Der dreigliedrige Mensch") und ihrem Verhältnis zur sozialen Dreigliederung. (Quelle: Rundbrief für soziale Dreigliederung)
s. auch kim


Hanns Voith (1885 - 1971)
Sein Vater Friederich starb 1913. Er hatte das kleine Unternehmen zu einem weltbekannten Werk entwickelt, das Maschinen für die Herstellung von Papier sowie Wasserturbinen herstellte. Die Schule wurde zunächst in Heidenheim, dann, vom vierzehnten Jahre ab, in Stuttgart besucht. Nach dem Abitur folgte eine Praktikantenzeit im väterlichen Werk, in einer Werkzeugmaschinenfabrik in Düsseldorf und als Monteur in Österreich. Dann folgte der Besuch der Technischen Hochschule Dresden mit der Promotion zum Dr. Ing. Den Krieg machte er als Kavallerist mit - eingezogen erst 1915 wegen längerer Beurlaubung ins eigene Werk. Nach dem Kriege kam für Hanns Voith die Begegnung mit der Anthroposophie. In seiner Autobiographie schreibt er darüber: Alfred "Meebold hatte angefangen, wöchentliche Vorträge zur Einführung in die Anthroposophie Steiners zu halten ... Er sprach auch außerhalb dieses Kurses, und eines Tages besuchte ihn ... einer unserer Werkzeugschlosser, der ... noch mehr wissen wollte. Aus diesem Kontakt entstand bald eine Gruppe von Arbeitern, die regelmäßig in das Haus Meebolds kamen, zusammen mit den «Bürgerlichen», welche die Einführungskurse besucht hatten. Viele, darunter auch ich, meldeten sich als Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft an". Dann besuchte Voith Vorträge Rudolf Steiners in Stuttgart und hatte den Eindruck: "Es wurde ja der im Geistigen wurzelnde höhere Mensch angesprochen, und der klang mit, wenn er Mitteilungen aus der geistigen Urheimat bekam, die ihm bis dahin verhüllt war. Dieses Gefühl, eine wahre Heimat gefunden zu haben, endlich zu Hause zu sein, war deshalb so stark bei uns, die wir in persönlichen Kontakt mit Rudolf Steiner treten durften". Auch das erste Goetheanum hat Hanns Voith noch gesehen. "Sehr spät, im Alter von sechzig Jahren, wurde mir vom Schicksal die große Gelegenheit gegeben, in der Lebenspraxis ungehindert einiges von dem wirken zu lassen, was als Keim in mir geschlummert hatte".
Nun konnte auf dem Werksgelände die Heidenheimer Waldorfschule begründet werden, nun konnte die Stuttgarter Waldorfschule gefördert werden, das Hofgut Rengoldshausen bei Überlingen als biologisch-dynamischer Betrieb eingerichtet werden, der Talhof bei Heidenheim in biologisch-dynamischer Regie geführt werden. Ein wichtiges Lebensfeld wurde der Heidenheimer Arbeitskreis - eine regelmäßig tagende Gruppe von Unternehmern und Leitern der Wirtschaft auf der Grundlage von Rudolf Steiners Dreigliederung des sozialen Organismus. Nicht zu vergessen sind die sozialpädagogischen Veranlassungen, welche zur Werkschule innerhalb des Betriebes geführt haben, eine eigene Einrichtung aus Lehrwerkstätten und Unterrichtssälen, in der die Lehrlinge zum Teil nach waldorfpädagogischen Richtlinien an ihre Aufgaben herangeführt werden. Auch die Eurythmie ist in stiller Form gefördert worden.
Nach Hanns Voith "Im Gang der Zeiten", Erinnerungen, Tübingen 1960, 1980. (Quelle: S. 426f )

s. auch
kim


Arfst Wagner (1954)
Herr Wagner hat eine eigene Internetseite, die seinen Verlag darstellt


Peter Wassmer
Elektroniker, gestaltet die Internetseite www.global3.de. Er versucht dort einen Brückenschlag zwischen Dreigliederungsbewegung und Antiglobalisierungsbewegung zu schlagen. Neben einem gut ausgebauten Newsbereich findet man auch eine Menge ausgewählter Texte zur Globalisierung (Martin Kohr, Katharina Koufen, Hermann Scheer).

in den 60zigern
Ulle Weber
Dreijährige russische Gefangenschaft, Regisseurin, seit 1953 durch Peter Schilinski mit dem Dreigliederungsimpuls verbunden, ab 1951 Aufbau der Witthüs-Teestuben auf Sylt, Hamburg am Hauptbahnhof und Witthüs im Hirschpark, Gründungsmitglied des Internationalen Kulturzentrums Achberg und des Humboldt-Kolleg in Achberg/Wangen, lebt seit 2002 wieder auf Sylt


Wolfgang Weirauch
Mitherausgabe der Flensburger Hefte


Wolfgang Weymann (1905)
Studium: Architektur/Städtebau. Diplomabschlußarbeit: Landschaftsgestaltung. Berufsentfaltung: Entwicklungsplanung, Raumordnung, Raumwirtschaft im Zusammenhang mit den Fragen des sozialen Organismus.


Michael Wilhelmi (1935)
Dr., geboren in Königsberg, Studium der Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte in Frankfurt/M., 1965 - 1972 Lehrer an einer Oberschule in Berlin-Charlottenburg, 1973 Gründung des Freien Kulturzentrums Forum Kreuzberg.


Folkert Wilken (1890 - 1981)
Prof. Dr. Folkert Wilken wurde in Aachen geboren. 1922 promovierte er an der Universität München zum Dr. rer. pol. 1923 habilitierte er sich an der neu gegründeten Hochschule für Staatsund Wirtschaftswissenschaften in Detmold. 1929 Ernennung zum apl. a.o. Professor in Freiburg. 1939 wurde sein Ordinariat wegen seiner Zugehörigkeit zur Anthroposophie annulliert. Er wurde "politisch untragbar". 1952 Wiedergutmachungsurteil, das ihn 1953 wieder zum ordentlichen Professor an der Universität Freiburg an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät werden liess. Nebst vielen Vorträgen und Aufsätzen hat Professor Wilken über 10 Bücher geschrieben. Sein bekanntestes Werk dürfte "Das Kapital - Sein Wesen, seine Geschichte und seine Wirkung im 20. Jahrhundert" sein, das 1976 im Novalis Verlag erschien.
Eines seiner Bücher finden Sie unter Allgemeines - herunterladen auf dieser Internetseite

s. auch kim


Hartwig Wilken
Geboren 1926 in Freiburg i.Br., Studium der Wirtschaftswissenschaften, 1952 Diplomvolkswirtschaft. 3 Jahre Berufstätigkeit in Industriebetrieb und Wirtschaftsprüferpraxis; ab 1955 Lehrer an der Handelsschule; seit 1967 Lehrer für Wirtschaftskunde, Politik und Soziologie an der Hiberniaschule Wanne-Eickel. Seit 1959 Mitherausgeber der Zeitschrift "Beiträge zur Dreigliederung des sozialen Organismus".


Siegfried Woitinas
Siegfried Woitinas, geb. 1930 in Breslau. Nach Kriegsende Ausbildung zum Hochfrequenz- Techniker. Mit 19 Grundstudium der Anthroposophie. Danach Studium der Pädagogik und Theaterwissenschaft in Stuttgart und Paris. Waldorflehrer in Tübingen. Nach Schauspielausbildung in Berlin tätig als Regisseur und Schauspieler. 1969 Mitbegründer und Mitarbeiter des „Kultur- und Jugendzentrums Forum 3 Stuttgart“. Seminare und Vorträge zu den grundlegenden und aktuellen Erkenntnissen der anthroposophischen Geisteswissenschaft.
Neuestes Arbeitsfeld:
Erforschung von Grenzerlebnissen und Nahtodeserfahrungen aus geisteswissenschaftlicher Sicht. Literatur:
Jenseits von Zeit und Raum. Selbsterfahrungen und Grenzerlebnisse, Traum, Schlaf und Tod, Stuttgart
Zwischen Licht und Finsternis. Willensmagie – Hellsehen – Gedankenkraft. Sexualität oder Spiritualität, Stuttgart
Von Leben zu Leben. Das neue Reinkarnationsgedächtnis. Leben zwischen den Leben. Erinnerungen an die Zukunft, Stuttgart
Wunderbares Leben im Einklang mit der Zeit. Eine autobiografische Skizze, Stuttgart 2000



J. Alexander St. Yves d' Alveydre (1842 - 1909)
St. Yves d' Alveydre veröffentlichte 1882 - 1887 eine Reihe von Schriften, die um das Thema "synarchie" kreisten und nach dem 1. Weltkrieg eine Bewegung auslösten, den Synarchismus (deren Anhänger sich nicht allein auf St. Yves stützten). Auch er fand drei Sozialgewalten: Lehre, Rechtswesen und Wirtschaft, die als Kollegien gleichberechtigt nebeneinander wirken sollten. Nach Heinz Kloss war diese Erkenntnis "ein Hauptmotiv seiner Lebensarbeit".

Eine französische Online-Biografie finden Sie hier



Josef Edmund Zimmermann
Promovierter Psychologe. Langjähriger Klassenlehrer an der Freien Waldorfschule Wuppertal