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Die soziale Dreigliederung im Lebenslauf Rudolf Steiners


Hier finden Sie einen Überblick der Entwicklung der Ideen zur sozialen Dreigliederung im Leben Rudolf Steiners in Form einer Zeittafel.

Einen sehr ausführlichen und ausgezeichneten Artikel zur Dreigliederungszeit zwischen 1917 und 1922 finden auf der Seite www.sozialimpulse.de, den Christoph Strawe verfasst hat. Es handelt sich um eine pdf-Datei mit 68 kb, die sie hier herunterladen können:

Eine allgemeine Zeittafel finden Sie auch unter dem Menüpunkt "Zeittafel zu Leben und Werk" bei www.anthroposophie.net
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Steiner hatte sich schon 33 Jahre mit den Ideen beschäftigt, bevor er damit 1917 an die Öffentlichkeit trat.

  
Rudolf Steiner
(1861-1925)

1884 Beitrag in einer Siebenbürgener Zeitschrift zum Deutschtum mit folgendem Passus: "Nicht der Staat kann die Menschen frei machen, das kann nur die Erziehung, wohl aber hat der Staat dafür zu sorgen, dass jeder den Boden findet, auf dem seine Freiheit gedeihen kann." 30.Seite?
1888 Kritik am österreichischen Staatsschulwesen 31.123
Als Redakteur der "Deutschen Wochenschrift" in Wien kam er mit der "sozialen Frage" seiner Zeit in Berührung. Es gefiel ihm gar nicht, wenn Sozialisten davon sprachen, daß die materiell-ökonomischen Kräfte die eigentliche, geschichtliche Entwicklung tragen und das Geistige nur der ideelle Überbau dieses "wahrhaft realen" Unterbaus sein sollte.
1894 Steiner veröffentlicht das Buch "Die Philosophie der Freiheit, Grundzüge einer modernen Weltanschauung". Damit untersucht er, woraus beim einzelnen Menschen die Kräfte zur Freiheit kommen. Später ist er mit der sozialen Dreigliederung darauf eingegangen, wie der soziale Organismus beschaffen sein muß, damit der einzelne Mensch sich frei entwickeln kann. Eine bedeutsame Stelle daraus:
"Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen."4.131
1897     
(-1900)
Herausgabe und Mitredaktion des "Magazins für Literatur", wodurch Steiner Gelegenheit fand, sich in die bürgerliche Bildung seiner Zeit einzuleben.
1898 Veröffentlichung des soziologischen Grundgesetzes im Magazin für Literatur 31.255
"Die Menschheit strebt im Anfang der Kulturzustände nach Entstehung sozialer Verbände; dem Interesse dieser Verbände wird zunächst das Interesse des Individuums geopfert; die weitere Entwicklung führt zur Befreiung des Individuums von dem Interesse der Verbände und zur freien Entfaltung der Bedürfnisse und Kräfte des Einzelnen."
1899     
(-1904)
Lehrer an der Berliner Arbeiterbildungsschule des Sozialdemokraten Wilhelm Liebknecht für Geschichte, Naturwissenschaft und Redekunst. Steiner taucht hier "in das proletarische Wesen" unter. Bei den Schülern war er sehr beliebt. Durch Konflikte mit dem Schulvorstand wegen fehlender marxistischer Übereinstimmung beendete Steiner am 15. Januar 1905 die Tätigkeit.
1905 Veröffentlichung des sozialen Hauptgesetzes in der theosophischen Zeitschrift "Lucifer-Gnosis" unter dem Titel "Theosophie und soziale Frage"34.Seite?:
"Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist um so größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden.
Alle Einrichtungen innerhalb einer Gesamtheit von Menschen, welche diesem Gesetz widersprechen, müssen bei längerer Dauer Elend und Not erzeugen."
1916 Mit der Dreigliederung im Hintergrund: Versuch der Eröffnung eines Nachrichtenbüros in Zürich, "um vor der breiten internationalen Öffentlichkeit die Wahrheit über die Entstehung des Krieges und über die Schuldlüge darzustellen..." Wahrscheinlich im Auftrag der Militärischen Stelle des deutschen Auswärtigen Amtes unter dem Oberst Hans v. Haeften. Entwurf..., S. 155
"Das wurde im letzten Augenblick durch Ludendorff kaputtgemacht, da ich kein Reichsdeutscher bin." a.a.O. S. 225
15. März 1917 Steiner stellt zum ersten Mal in einem öffentlichen Vortrag im Architektenhaus in Berlin eine menschliche Dreigliederung mit Seele, Leib und Geist als ein Ergebnis einer mehr als dreißigjährigen Forschung dar.
Juni 1917

O. Lerchenfeld
Bayrischer Reichsrat Otto Graf Lerchenfeld bittet Steiner um Rat, wie Deutschland noch auf ehrenvolle Weise den Krieg beenden könnte. Sein Onkel Hugo war bayrischer Gesandter bei der Reichsregierung und konnte von mancher "Kopflosigkeit" deutscher Diplomatie unmittelbar berichten. Steiner stellt die Dreigliederung innerhalb der nächsten drei Wochen in stundenlangen Gesprächen dar. Der österreichische Anthroposoph Ludwig Graf Polzer-Hoditz wird hinzugezogen. Sein Bruder Arthur war Kabinettschef der österreichischen Regierung.
Juli 1917 Otto Lerchenfeld bittet Steiner um eine Art kurzes Memorandum der Dreigliederung für die Vorstellung bei einflußreichen Persönlichkeiten, was ihm kurz darauf übergeben wird.

Eine kurze Passage daraus:
"Man muß eben in Mitteleuropa ohne Illusion dem ins Auge schauen, was diejenigen Persönlichkeiten seit vielen Jahren, als ihren Glauben haben, den sie von ihrem Gesichtspunkte aus als das Gesetz der Weltenentwicklung betrachten:
daß der anglo-amerikanischen Rasse die Zukunft der Weltenentwicklung gehört, und daß sie das Erbe der lateinisch-romanischen Rasse und die Erziehung des Russentums zu übernehmen hat...daß das deutsche Element bei der Ordnung der Welt nicht mitzusprechen hat wegen seiner Unbedeutendheit in weltpolitischen Dingen, daß das romanische Element nicht berücksichtigt werden braucht, weil es ohnedies im Aussterben ist, und das russische Element derjenige hat, der sich zu seinem welthistorischen Erzieher macht." 24.358
19. Juli 1917 Unterredung Steiners mit dem deutschen Botschafter in Washington, Graf Bernstorff, ohne Erfolg.
24. Juli 1917

L. Polzer-Hoditz

Ludwig Graf Polzer-Hoditz erhält ein zweites Memorandum Steiners für dessen Bruder Arthur, der es aber erst im November dem österreichischen Kaiser Karl I. vortrug. Der Kaiser "hörte mit gespannter Aufmerksamkeit zu...meinte aber, daß er (der Gedanke) noch zu wenig durchgearbeitet sei, als daß man sich ein abschließendes Urteil darüber bilden könnte..." Er konnte sich im entscheidenden Moment nicht zur Tat aufraffen; als er es später noch einmal anforderte, war es wegen der herannahenden Revolution zu spät.

Einige kurze Passagen aus dem zweiten Memorandum24.362f :

"Die Völkerbefreiung ist möglich. Sie kann aber nur das Ergebnis, nicht die Grundlage der Menschenbefreiung sein. Sind die Menschen befreit, so werden es durch sie die Völker..."

"In Gesetzgebung, Verwaltung, und sozialer Struktur die Trennung des Politischen, Wirtschaftlichen und Allgemein-Menschlichen als Ziel des mitteleuropäischen Strebens anzuerkennen und annehmen, das paralysiert (= schwächt) die Kräfte der Westmächte..."

"Der abstrakte Völkerbund mit seinen utopistischen Schiedsgerichten könnte zu nichts anderem führen, als zu der fortdauernden Majorisierung Mitteleuropas durch die anderen Staaten. Die Ordnung der Verhältnisse in Mitteleuropa im Sinne der Kräftetrennung führt zu dem fortdauernden Ausgleich der in den Völkern verankerten Menschheitsinteressen"

Im Haus der bayrischen Gesandtschaft in Berlin trägt Steiner dem Staatssekretär Kühlmann im Beisein von Otto Lerchenfeld die Dreigliederung vor.
September 1917 Steiner schließt sein Buch "Von Seelenrätseln" ab, in dem die bereits seit dem 15. März 1917 in Vorträgen genannte menschliche Dreigliederung dargestellt wird   ( G5). Sicher hat diese Idee Steiner befruchtet, um auch für das soziale Ganze eine Struktur zu finden.
22. Dezember 1917 Beginn der Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk, bei denen Staatsekretär Kühlmann das Dreigliederungs-Memorandum in der Tasche trägt, ohne davon Gebrauch zu machen.
Januar 1918

Max v. Baden
Darstellung der Ideen gegenüber dem Prinzen Max von Baden, dem späteren Reichskanzler, dem aber nach seiner Berufung, Anfang Oktober 1918, angesichts des verlorenen Krieges, wenig politischer Gestaltungsraum verblieb. Allerdings hätte eine Chance bestanden, wenn er sich in seiner Antrittsrede zur sozialen Dreigliederung und damit zur Neuorientierung Deutschlands bekannt hätte. Das Kabinett gab seine Zustimmung nur zu einer Rede, in der sich Max v. Baden zu dem phrasenhaften 14-Punkte-Programm Wilsons bekennen mußte. Es wäre auf eine Tat des Augenblicks angekommen sich darüber hinwegzusetzen, zu der ihm aber der Mut fehlte.
Hierüber zeigte sich Steiner am 3. Oktober tief enttäuscht. Dies war auch Anlaß für ihn, die Strategie zu wechseln und sich nicht mehr an einflußreiche Persönlichkeiten zu wenden, deren Zeit abgelaufen war. Sie hatten "abgewirtschaftet".
25. - 27. Januar 1919 Eine Abordnung Stuttgarter Anthroposophen (Molt, Boos und Kühn) bespricht die Pläne der Schaffung einer Wirtschaftstreuhandgesellschaft, die Darstellung der Kriegsursachen in Hinblick auf die kommenden Friedensverhandlungen, die Notwendigkeit der Gründung freier Schulen und die Entstehung einer Volksbewegung. Die Treuhandgesellschaft entwickelte sich im weiteren Verlauf trotz anfänglicher Zustimmung letztlich zu einem "lächerlichen Mäuschen einer von Banken gespeisten Treuhandgesellschaft gewöhnlichen Formats" (Carl Unger in "Phänomene und Symptome", 1.Jg.Nr. 12, Mai 1927)
4. - 28. Februar 1919 Rudolf Steiner hält in verschiedenen Orten in der Schweiz soziale Vorträge.
5. März 1919 Es blieb nur übrig sich direkt ans Volk zu wenden, wobei Steiner nicht selbst die Initiative ergriff. Ein Kreis Stuttgarter Anthroposophen war zu einer politischen Initiative bereit, weshalb weitere Aktivitäten, von dort ausgingen. Zunächst wurde ein "Aufruf an das Deutsche Volk und die Kulturwelt" in großen Tageszeitungen veröffentlicht. Der Widerhall war nur mäßig. Ende Mai wurden auch 50000 Flugblätter des Aufrufs über die Ortsgruppen des Bundes für soziale Dreigliederung verteilt (Der Aufruf ist abgedruckt im Anhang des Buches "Die Kernpunkte...")
April 1919

1.Ausgabe
Das Buch "Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft" erscheint in Deutschland, der Schweiz und später auch in Österreich, worin Steiner die Dreigliederung vorstellt. Die Auflage von 10.000 wird innerhalb eines Jahres auf 80.000 erhöht. Die Kernpunkte...
Eine online-Ausgabe dieses Hauptwerkes der sozialen Dreigliederung finden sie hier
20.April 1919 Steiner kommt in Stuttgart an, womit sein Einsatz für eine breite Bewegung beginnt.
23. April 1919 Ein loser "Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus" mit Sitz in Stuttgart wird gegründet. Er verlangt weder eine Satzung noch Mitgliedsbeiträge. Verbindend war allein das Interesse an der Sache.
23. April 1919

Emil Molt
Rudolf Steiner hält einen Vortrag in der Waldorf-Astoria-Fabrik, wo er die Einheitsschule gefordert hatte. In einer anschließenden Betriebsratssitzung gibt der Geschäftsleiter Emil Molt den Entschluß zur Gründung einer firmeneigenen Einheitsschule bekannt. Die Selbstverwaltung und pädagogischen Grundsätze der Anthroposophie sollen dort einfließen. Steiner sagt die Leitung der Schule spontan zu.
Mai 1919

Helmuth v.Moltke
Vergeblicher Versuch durch Herausgabe einer kleinen Broschüre die Kriegsschuldfrage vor Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrages aufzuklären, um den Verhandlungen noch eine sachbezogenere Richtung zu geben. Gleichzeitig sollte zum Neuaufbau der Gesellschaftsordnung aufgerufen werden und hätte so Gelegenheit geboten, die Dreigliederung überregional bekannt zu machen. Steiner zeigt in der Broschüre, die auf den Memoiren Helmuth v. Moltkes beruht, daß sich im Juli 1914 nicht bewußter Kriegswille, sondern politische Orientierungslosigkeit als deutscher Schuldanteil feststellen ließ. Aus Rücksichtnahme auf eine Bloßstellung des im Exil lebenden deutschen Kaisers wurde durch den Familienrat Moltkes Einspruch erhoben und ein früherer Adjutant wies nach, daß in der fertigen Broschüre angeblich Irrtümer steckten. So mußte sich Steiner dem Druck beugen und ließ die ganze Auflage wieder einstampfen.
Mai/Juni 1919 Nach der anfänglichen begeisterten Aufnahme der Vorträge Steiners innerhalb der Arbeiterschaft Stuttgarter Großbetriebe, wurde deutlich, daß eine Strategie gefunden werden mußte, nicht allein auf einen Bewußtseinswandel zu wirken, sondern auch eine tatsächliche Veränderung der Verhältnisse zu bewirken. Diese Strategie bestand im Anschluß an die Bewegung für die Betriebsräte, als einer Sozialisierung "von unten". Durch die Wahl von etwa 1000 aus den Betrieben Württembergs entsandter Räte, sollte ein sogenannter Zentralrat gebildet werden, der gemeinsam mit "Verkehrs- und Wirtschaftsräten" (für Händler- und Konsumenteninteressen) eine assoziative Wirtschaftsform mit ausgewogener Preisgestaltung bewirken sollte. Den staatlich anerkannten Betriebsräten stand Steiner ablehnend gegenüber (seien nichts als "Strohpuppen", da sie die kapitalistischen Besitzverhältnisse nicht überwinden). Im Unterschied zur revolutionären Rätebewegung, die die Betriebsleitung kontrollieren, aber nicht selbst die Leitung ausüben wollten, waren die Räte in der Dreigliederung Teil der Selbstverwaltung der Betriebe, übten also auch Leitungsfunktion aus.
9. Juni 1919 (Pfingsten) Eine weitere Initiative zu einer tatsächlichen Veränderung mündete in dem "Aufruf zur Begründung eines Kulturrates". Er findet aber beim Geistesleben fast keinen Widerhall.
Mitte Juni Die erste Nummer des "Mitteilungsblattes" des Bundes als Rundschreiben aktueller Vorgänge an die Ortsgruppen des Bundes erscheint.
Ende Juli 1919 Das Interesse an Vorträgen Steiners findet durch gegnerische Arbeit radikaler Arbeiterparteien ein schnelles Ende. Wie bei den Industriellen und den Hochschullehrern führte letztlich die überholte bürgerliche Bildung zum Widerstand gegen die Dreigliederung. Die Welt scheute die Probe der praktischen Anwendung eines neuen Geistes.
8. Juli 1919 Erste Ausgabe der Wochenschrift "Dreigliederung des sozialen Organismus" als Organ des Bundes erscheint. Es war beabsichtigt die Dreigliederung an aktuelle Zeitfragen anzuknüpfen und Angriffen entgegenzuwirken. Schriftleiter war Ernst Uehli. Im Laufe des Juli erscheint auch in der Schweiz die Zeitschrift "Soziale Zukunft", dessen Schriftleitung Dr. Roman Boos übernimmt.
7. September 1919 Für die Mitarbeiter der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik wird eine kleine Einheitsschule eröffnet, die den Beginn der weltweiten Waldorfschulbewegung darstellt. Aus anfangs 12 Lehrern und 256 Kindern in 8 Klassen wächst die Schule schon im 6. Jahr zu 47 Lehrern und 784 Kindern in 23 Klassen. Die Schule ist als ein "Kind" der sozialen Dreigliederung zu sehen, die die Selbstverwaltung des Kulturlebens, die Herauslösung aus der staatlichen Verwaltungsbürokratie mit ihren Lehrplänen und Prüfungsvorschriften, fordert.
23. März 1920 Gründung der Aktiengesellschaft "Der Kommende Tag" zur praktischen Einführung assoziativer Unternehmens- und Bankarbeit.
16. Juni 1920 Gründung der "Futurum AG" in der Schweiz
Frühjahr 1921 Oberschlesien-Aktion: Steiner entwirft für den Bund für Dreigliederung einen "Aufruf zur Rettung Oberschlesiens" und hält am 1. und 2. Januar 1921 einen Rednerkurs für schlesische Dreigliederer. Es ging darum, daß in einer Volksabstimmung entschieden werden sollte, ob Oberschlesien beim Reich bleiben oder zu Polen kommen sollte. Im Aufruf rät Steiner den Einwohnern Oberschlesiens von einem Anschluß an einen der beiden Staaten ab, vielmehr sollten die Wirtschaft und Kultur sich selbst verwalten und "ein Zusammenstimmen der beiden durch einen provisorischen, nur über sein Gebiet sich erstreckenden rechtlich-polizeilichen Organismus" geschaffen werden. Die Abstimmung fand am 20. März 1921 statt, worauf die Aktion, wie sich zeigte, wenig Einfluß hatte. Die Mehrheit war für einen Verbleib beim Deutschen Reich. Die Alliierten setzten sich aber darüber hinweg und teilten das Gebiet, wobei Polen wertvolle Industriegebiete erhielt.
März 1922 Programmbegrenzung des "Kommenden Tages"
Mitte 1922 Steiner stellt seine öffentliche Vortragtätigkeit für die soziale Dreigliederung ein. In Juli wird die Wochenschrift "Dreigliederung des sozialen Organismus" umbenannt in "Anthroposophie - Wochenschrift für freies Geistesleben", da die Bewegung für Dreigliederung nicht das notwendige Echo gefunden habe. Auch der Bund wird umbenannt in "Bund für freies Geistesleben". Mit dem letzten Vortrag auf dem großen Ost-West-Kongreß in Wien am 12. Juni 1922 beendet Steiner seine öffentlichen Einsatz für die Dreigliederungsbewegung.
24. Juli - 6. August 1922 Steiner hält in Dornach vor Studenten den Nationalökonomischen Kurs
15. Juli 1924 Liquidation des "Kommenden Tages" als Folge der Inflation und Weltwirtschaftskrise. Auch die Futurum AG wurde 1925 liquidiert. Um den Bestand der Waldorfschule und der Heilmittelproduktion (Vorläufer der WELEDA) zu sichern, wurden große Opfer gebracht.