RWE und Umwelt

(1.09.05)
WWF-E-Mail-Aktion an den RWE Vorstandsvorsitzenden, Antwort der RWE:

Sehr geehrte Damen und Herren,
angesichts der jüngsten Fernsehbilder können wir Ihre Sorge um Veränderungen der klimatischen Verhältnisse weltweit nachvollziehen. Seien Sie versichert, dass wir uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind und in unseren Investitionsentscheidungen neben wirtschaftlichem Kalkül auch die Relevanz für unsere Umwelt mit berücksichtigen. Dies ist fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur und unserer Werte. Unser Selbstverständnis findet im Übrigen auch Anerkennung in der Finanzwelt, nicht zuletzt in unseren führenden Platzierungen in internationalen Rankings zu nachhaltiger Unternehmensführung, wie dem Dow Jones Sustainability Index.

Es ist unsere feste Überzeugung, dass eine einseitige Ausrichtung der Stromerzeugung an einer begrenzten Auswahl an Energieträgern, fossil ebenso wie erneuerbar, die wirtschaftliche wie ökologische Balance erheblich stören würde. Deutschlands Abhängigkeit von Importenergien würde weiter zunehmen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft insgesamt erheblich Schaden nehmen – mit allen negativen Folgen für den Arbeitsmarkt. Deshalb setzen wir auf einen breiten Energieträgermix. Auf Basis hocheffizienter Kraftwerkstechnologie nutzen wir Kohle wie Kernenergie ebenso Erdgas und erneuerbare Energieträger und sind damit in der Lage, so klimaschonend wie möglich Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Die wissenschaftliche wie auch die öffentliche Diskussion um Klimaveränderungen verfolgen wir, ebenso wie Sie, seit geraumer Zeit. Jedoch ist es auch wissenschaftlich nicht haltbar, einzelne Wetterextremsituationen bereits als Klimaveränderung darzustellen. Dennoch stellen wir uns der Herausforderung, indem wir beispielsweise unsere Kraftwerkstechnologien kontinuierlich verbessern. Jüngstes Beispiel ist die Inbetriebnahme unseres Braunkohlenkraftwerks mit optimierter Anlagentechnik (BoA) am Standort Niederaußem bei Köln. Der Wirkungsgrad dieses Kraftwerks liegt mit 43 % um rund 10 %-Punkte höher als bei älteren Braunkohleblöcken. Der CO2-Ausstoß im Vergleich zu Altanlagen kann damit um bis zu 30 % gesenkt werden. Parallel dazu engagieren wir uns für die Weiterentwicklung wirtschaftlich einsetzbarer, erneuerbarer Energieträger. Erzeugung aus Wasserkraft und Biomasse gehören damit ebenso zu unserem Erzeugungsportfolio wie die Windenergie. Letztere setzen wir in großem Umfang in UK ein, dort auch in Kooperation mit Greenpeace.

Volker Heck 
RWE Aktiengesellschaft
Leiter Konzern-Energie-/Umweltpolitik
Konzern-Außenbüros
responsibility@rwe.com
Peter Dietlmaier
RWE Aktiengesellschaft
Leiter Konzernkommunikation

Antwort vom gleichen Tage:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich danke Ihnen für Ihre Antwort und möchte meine Bitte erneuern Kohle und Kernkraft so schnell wie möglich aus Ihrem Mix der Engergieträger herauszunehmen. Jedenfalls werde ich versuchen solange Sie diese Strategie weiterfahren, meinen Strom bei Mitanbietern ohne Kohle- und Atomnutzung zu bekommen. Für mich ist jede Energiegewinnung, die das Leben von Mensch und Erde gefährdet nicht diskutabel.

Klimakatastrophen nehmen signifikant zu, wollen Sie dies etwa bestreiten ("Jedoch ist es auch wissenschaftlich nicht haltbar, einzelne Wetterextremsituationen bereits als Klimaveränderung darzustellen."). Die Kosten für das Elbehochwasser oder für das jetzige Hochwasser durch den Hurrikan "Kathrina" belaufen sich auf Milliarden (von den Toten ganz zu schweigen). Die Gegend um Tschernobyl wird für Jahrzehnte nicht bewohnbar sein (von den Toten ganz zu schweigen). Wie soll ich das verstehen, daß ein Verzicht auf Kohle und Atom die Balance erheblich stört: doch wohl nur kurzfristig. Allein kurzfristig!!!

Wollen Sie weiter kurzfristig denken?
Beweisen Sie doch mal Mut (auch für Ihre Kinder).

Mit freundlichen Grüßen

Werner Breimhorst

Meine Antwort ist gleich zurückgekommen, da die vom RWE-Vorstand angegebene E-Mail-Adresse nicht richtig war. Also: Feedback nicht erwünscht.