Ausbildungsplatzabgabe

Kommt sie, kommt sie nicht, kommt sie, kommt sie nicht...?

Ich bin froh, wenn sie nicht kommt und hoffe, daß möglichst viele Menschen - und nicht allein Dreigliederer - erkennen, daß die Wirtschaft die Aufgabe der Ausbildung der Jugendlichen in Selbstverantwortung und Selbstverwaltung übernehmen muß. Staatliche Regelungen sind zu starr und führen auch nicht zu mehr Arbeit, die für Ausbildungsplätze notwendig ist.

Zwar ist der Gedanke eines solidarischen "Topfes" im Sinne einer Umlage naheliegend, wenn man glaubt, daß einzelne Unternehmen nicht ausbilden, weil sie Auszubildende für "unrentabel" oder ähnliches halten. Es wird wohl auch Unternehmer geben, die die Ausbildung ihren Mitanbietern überlassen und nur Fachkräfte einstellen. Betriebswirtschaftlich gesehen sind die Gewinne höher, gesamtgesellschaftlich ist so ein "Outsourcing" eine Katastrophe.

Dennoch ist eine Ausbildungsplatzabgabe der falsche Weg, weil die genaue Gestaltung des Topfes, die Höhe der Abgabe, Verwendung der Mittel usw. keine demokratische, sondern eine Frage ist, die allein mit wirtschaftlichem Sach- und Fachverstand hinreichend beantwortet werden kann.

Es liegt auf der Linie der Dreigliederung, nicht die staatliche Gesetzesflut, sondern die vertraglichen Regelungen aus gesamtwirtschaftlicher Vernunft zu stärken.

Das Prinzip freiwilliger Verträge ist das richtige Instrument, damit sich starke und schwache Unternehmen, dazugehörige Konsumenten mit Unternehmen in überschaubaren Dimensionen zusammenschließen und in Selbstverantwortung den finanziellen Rahmen für die Ausbildung ihrer Söhne und Töchter abstecken.

Die Ausbildungsplatzabgabe kann nur ein Beispiel für die Notwendigkeit der Abschaffung aller staatlichen Arbeitsverwaltung sein. Wie lange wird es noch dauern, bis die Verwaltung der Arbeit restlos dem Staat genommen sein wird?

Es reicht nicht halbherzig die Bundesanstalt für Arbeit zu privatisieren, der Staat muß sich ganz heraus halten, Wirtschaftsfragen demokratisch zu regeln.

Dann erst können die Menschen eine "Schulzeit" durchlaufen, in der sie lernen, notwendige Verträge selbst abzuschließen und Arbeit , geschweige denn Vollbeschäftigung, nicht vom Staat zu erhoffen. Bleibt alles so wie es ist, schiebt die Wirtschaft die Verantwortung auf den Staat und der Staat auf die Wirtschaft.

Beide brauchen ein neues Selbstverständnis. Sie dürfen zu Recht fragen, wie es zu einer Lösung kommen soll. Da gibt es verschiedenste Ansätze. Mir persönlich scheint es sinnvoll, daß Menschen kleine Solidargemeinschaften bilden, die der Wirtschaft neue finanzielle Spielräume eröffnet, junge Menschen auszubilden. Die Dreigliederung nennt diese Solidargemeinschaften Assoziationen. Natürlich muß auch der Staat "verschlankt" werden, die auch durch ihre Initiative auf den Weg gebracht werden könnte.

Lesen Sie mehr zu den Assoziationen hier.